Rheda-Wiedenbrück

Pflüger erhält Wirtschaftspreis

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Eigentlich sei er solche Lobeshymnen ja nicht gewohnt, sagt der Emsstädter auf der Bühne, der es von Berufs wegen eher mit homöopathischen Dosen zu tun hat. Doch dass Firmenchef Horst Pflüger mit der Entgegennahme des Wirtschaftspreises der Stadt Rheda-Wiedenbrück reichlich Anerkennung verabreicht wird, bleibt nun einmal nicht aus.

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Zum ersten Mal wurde am Dienstag der Jahresempfang der heimischen Wirtschaft in der neuen Rheda-Wiedenbrücker Stadthalle veranstaltet. Rund 500 Teilnehmer hatten sich zu dem Ereignis im Saal eingefunden, dessen Höhepunkt die Verleihung der von Bildhauer Bernd Bergkemper aus Langenberg geschaffenen Skulptur an die Firma darstellte, die im vorigen Jahr ihren 70. Geburtstag feierte.

So schwer es jährlich für den Wirtschaftsbeirat der Stadt sei, ob der Fülle möglicher Unternehmen einen Preisträger auszusuchen, so leicht falle es ihm, die Laudatio für das Homöopathische Laboratorium Alexander Pflüger zu halten, sagte Daniel Reckersdrees. Der Beirat, für den er stellvertretend die Lobesrede hielt, spreche ihm mit der Wahl des Betriebs, den er seit Jahren als Bänker begleite, aus der Seele. Der Grund: Er erfülle sämtliche Kriterien, die das Gremium zur Entscheidung heranziehe, als da wären exzellente unternehmerische Leistung, aktive Zukunftsgestaltung des Unternehmens und Standortverbundenheit. Hinzu käme der Geburtstag als aktueller Anlass.

Reckersdrees blickte zunächst auf die Geschichte des Unternehmens zurück. Dessen Wurzeln reichen demnach bis in die dritte Generation zum Großvater des jetzigen Firmeninhabers Horst Pflüger, der seit 2013 gemeinsam mit Astrid Kipp den Betrieb führt, zurück. Beide seien von Haus aus Apotheker. Heilpraktiker Georg Pflüger legte den Grundstein, indem er homöopathische Präparate entwickelte, die er mit großem Erfolg bei seinen Patienten angewendet habe.

Georgs Sohn Alexander Pflüger setzte die Idee um, nach Familienrezepturen industriell zu fertigen. 1949 gründete er das Homöopathische Laboratorium Alexander Pflüger. Die Herstellung begann laut Firmenangaben zunächst im Privathaus der Familie in Rheda-Wiedenbrück mit wenigen Mitarbeitern.

Der Laudator hob das kontinuierliche Wachstum des Herstellers für homöopathische Komplexmittel und Schüßler-Salze hervor, das sich zu einem „starken mittelständischen Player“ mit 130 Mitarbeitern entwickelt habe. Höchste Standards im Qualitätsmanagement und kontinuierliche Investitionen in den Unternehmensstandort an der Röntgenstraße in Rheda hätten dazu beigetragen.

Die Marke Pflüger habe sich, so führte Laudator Reckersdrees aus, „mit qualitativ hochwertigen Produkten in Verbindung von Tradition und Fortschritt“ am Markt positionieren können. Der Preisträger aus Rheda-Wiedenbrück sei wegen einer gut geplanten Werbestrategie, der Horst Pflüger auch persönlich ein Gesicht gebe, einem Millionenpublikum bekannt. Untrennbar seien homöopathische Arzneimittel und Schüßler-Salze mit dem Namen Pflüger verbunden.

Ins Gewicht gefallen bei der Entscheidung ist offenbar auch die Nachhaltigkeit. Die habe im Haus Tradition, informierte Reckersdrees darüber, dass schon Vorfahre Alexander Pflüger bei der Ernte immer eine Hälfte der Heilpflanzen habe stehen lassen, damit im Folgejahr ein guter Ertrag gesichert sei. „Der ressourcenschonende und umweltfreundliche Einsatz von Technik ist für Pflüger Programm“, sagte der Festredner und wies in dem Zusammenhang auf die zweimalige Zertifizierung als „Ökoprofit-Betrieb“ hin.

Der Publikumspreis „Familie gewinnt“ gebe wiederum Zeugnis davon, dass Pflüger einen „exzellenten Ruf als Arbeitgeber“ genieße, so zum Beispiel in seinem Engagement für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies geschehe etwa durch flexible Arbeitszeitmodelle ebenso wie durch die hauseigene Kindertagesstätte.

Die aktive Zukunftsgestaltung spiegele sich unter anderem in der Ausbildung junger Fachkräfte – angefangen vom Fachinformatiker bis hin zur Produktionskraft Chemie – wider und die Standortverbundenheit mit der Doppelstadt durch vielfältiges starkes Engagement. Dieses reiche von der Sportförderung bis hin zum sozialen Bereich. Nutznießer dieser Unterstützung seien etwa der SC Wiedenbrück, das Turnteam Rheda, der Tennisclub Emspark Wiedenbrück, der AOK-Firmenlauf und die Bürgerstiftung.

Nach der Überreichung der Skulptur trat der so hoch Gelobte ans Mikrofon und dankte für die Auszeichnung. Wichtig war es Horst Pflüger, bei der Gelegenheit seinen Mitarbeitern Dank auszusprechen. Der Geehrte verriet, rot geworden zu sein, und gab sich bescheiden. Angesichts des Guten, das er in jungen Jahren in seiner Heimatstadt erfahren habe, sei er nun in der Lage und der Auffassung: „Wenn man ein bisschen mehr hat, kann man ein bisschen mehr zurückgeben.“

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