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Rheda-Wiedenbrück

Preisträgerin nimmt Stadt unter die Lupe

Rheda-Wiedenbrück (eph) - Nico Joana Weber, eine 37-jährige Nachwuchskünstlerin aus Ludwigshafen, ist der Brachum-Kunstpreis der Stadt Rheda-Wiedenbrück verliehen worden. Die mit 12 500 Euro dotierte Auszeichnung für Kunst im öffentlichen Raum ist ausgeschrieben als  als Förderpreis für hochbegabte Nachwuchskünstler.

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Die von Regina Barunke, Direktorin der Bremer Gesellschaft für Aktuelle Kunst, nominierte gebürtige Bonnerin ist die dritte Wettbewerbsgewinnerin. Sie setzte sich erfolgreich durch gegen 18 weitere „Einreichungen auf hohem Niveau“, wie der Jury-Vorsitzende Roland Nachtigäller vom Museum Marta in Herford in seiner Laudatio anmerkte. Ihren Preis nahm Nico Joana Weber in der Stadthalle an der Hauptstraße von Bürgermeister Theo Mettenborg und Michael Deitert, Vorstand der Regionalen Kulturstiftung, entgegen.

Nico Joana Weber arbeitet mit Videos und Fotografie

Die von der Volksbank ins Leben gerufene Stiftung ist Unterstützerin des Preises. Nachdem sich der erste Brachum-Preisträger Christian Odzuck, jetzt übrigens Jury-Mitglied, mit einer Skulptur („Odzuck-Pavillon“) im Flora-Westfalica verewigt und Nachfolgerin Frauke Dannert der Stadt eine Lichtinstallation des Rhedaer Rathauses gewidmet hatte, darf man auf Webers Beitrag gespannt sein. Das Thema der begabten und bereits mit etlichen Preisen ausgezeichneten Künstlerin ist in jedem Fall die Architektur. Als Techniken verwendet sie für Kunst im öffentlichen Raum vorrangig Videodrehs und die Fotografie. So erregte sie im vergangenen Jahr mit einer 8-Kanal-Video- und Soundinstallation in einem Tunnel am Messebahnhof Hamburg-Dammtor Aufmerksamkeit.

„Auch in Rheda-Wiedenbrück haben wir einige Unterführungen, die man künstlerisch gestalten kann“, gab Michael Deitert der Künstlerin mit einem Augenzwinkern mit auf den Weg. Bevor sich Weber an die Arbeit begibt, wird sie sich in dem für sie noch unbekannten Ort intensiv umschauen. „Nico Joana Weber arbeitet mit der Methode der artistischen Recherche“, erläuterte Barbara J. Scheuermann, Kuratorin des Kunstmuseums Bonn, die in das Werk der jungen Preisträgerin einführte. Für Weber, so Scheuermann, sei der Mensch das Maß. Körperlichkeit scheine zum Greifen nahe. Dabei treibe sie eine unstete Suche an. Einen ersten Eindruck von der Stadt ihres künftigen Wirkens wird sich Weber Ende Oktober verschaffen. Dann will ihr Bürgermeister Theo Mettenborg, vorausgesetzt, er ist dann noch im Amt, „sein“ Rheda-Wiedenbrück zeigen. Weitere Einladungen liegen von dritter Seite vor.

Laudator Nachtigäller ist auf Projekt gespannt

Nico Joana Weber freut sich, dass sie die Stadt noch mit unbefleckten Augen kennenlernen kann. Dass Rheda-Wiedenbrück über zwei Zentren verfügt, findet sie „ausgesprochen interessant“. Zur Region, verriet sie in ihren Dankesworten, gebe es schon einen gewissen familiären Bezug. So berichtete die gebürtige Bonnerin, dass ihr Vater seine Ausbildung zum Landwirt in Ahlen absolvierte hatte. Ob sie sich bei der Realisierung ihres Projekts für ein Video, eine Installation, die Fotografie oder einen architektonischen Eingriff entscheidet, ließ die Künstlerin offen. Die Umsetzung werde aber auf jeden Fall im kommenden Jahr erfolgen. Der Brachum-Preis, sagte Bürgermeister Theo Mettenborg, sei ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Rheda-Wiedenbrücker Kunstgeschichte. Er habe einen hohen Stellenwert. Die Stadt freue sich über die Teilhabe an dem Projekt von Nico Joana Weber. Gespannt auf die Realisierung des Vorhabens ist auch Laudator Roland Nachtigäller. „In ihren Werken nimmt Nico Joana Weber die Architektur als Spiegel“, erläuterte der Herforder. Seine abschließende Erwartung an Weber: „Was kann sie aus dem geschichtsträchtigen Ort Rheda-Wiedenbrück schöpfen und in die Gesellschaft transportieren?“.

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