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Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Stukenbrock-Senne siegt im Kreis Gütersloh

Rheda

Die Entscheidung ist gefallen. Als Sieger des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ und somit als Teilnehmer am NRW-Landeswettbewerb 2022 hat die stellvertretende Landrätin Christine Disselkamp den Ort Stukenbrock-Senne in einer schlichten Feierstunde im Kreishaus Wiedenbrück gekürt.

Von ew

Die beiden Rheda-Wiedenbrücker Ortsteile Lintel und St. Vit haben am aktuellen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen und jeweils einen Sonderpreis erhalten. Das Foto zeigt nach der Preisverleihung (v. l.) Ludger Vollenkemper, Gerd Siede, Dieter Linnenbrink und Hermann Josef Budde (alle St. Vit), die stellvertretende Landrätin Dr. Christine Disselkamp sowie Elisabeth Frenser, Herbert Ewers, Karin Wortmann und Gerd Stiens (alle Lintel).

St. Vit und Lintel, die zu den acht teilnehmenden Dörfern zählen, erhielten jeweils einen Sonderpreis. Dr. Disselkamp lobte die acht Dorfgemeinschaften: „Sie alle haben sich in schwieriger Zeit trotz Corona auf den Weg gemacht, sich gemeinsam für ihr Dorf großartig und beispielhaft engagiert sowie dem kritischen Blick der Bewertungskommission gestellt.“

Die Teilnahme am aktuellen Wettbewerb bedeute einen erheblichen Gewinn für die Menschen im Ort, habe sich doch die Gemeinschaft durch die Teilnahme auf ihre Stärken besonnen. „Ich danke Ihnen allen, dass Sie sich für Ihr Dorf einsetzen und somit unsere Zukunft sowie die unserer Kinder mitgestalten“, sagte Dr. Disselkamp anerkennend. Anfang Mai dieses Jahres hatte sich die Bewertungskommission an zwei Tagen auf den Weg gemacht und die aktuellen Projekte um die Themenbereiche „Mobilität“, „Nahversorgung“ sowie „Umwelt- und Naturschutz“ in den teilnehmenden Orten kritisch in den Blick genommen.

Im Rahmen der Preisverleihung rückte die stellvertretende Landrätin die positiven Beurteilungen der Kommission für jedes der teilnehmenden Dörfer in den Mittelpunkt und übergab Ehrenurkunden sowie finanzielle Sonderpreise des Kreises Gütersloh und der Volksbanken. Die Kommission stellte für Lintel fest, dass dem Ort die Mobilitätswende ein wichtiges Anliegen ist. Es gebe ein E-Dorfauto mit sozialem Fahrdienst, eine Fahrrad-Ladestation und ein Bike-Sharing. Zudem solle ein Lastenfahrrad erworben werden. Die Jury lobte, dass sich die Dorfgemeinschaft für die Umnutzung der Antonius-Kapelle in ein Dorfgemeinschaftshaus einsetze und Lintel ein klimaneutrales Quartier mit dem Baugebiet „Waldsiedlung Ost“ mit 40 Grundstücken erhalte.

Beispielhaft sei der Einsatz regenerativer Energien durch eine PV-Anlage am Feuerwehrgerätehaus ebenso wie ein vielfältiges Vereinsleben. Zudem engagiere sich die Jugend als „Macher mit Verantwortung“ für ihr Dorf. Eine Bienenweide bilde eine Oase. Der Ortsbereich sei grün mit Wald, Wiesen und Heckenstrukturen. Kiebitze und ein Brachvogelpaar seien in Lintel beheimatet. In die Waagschale fielen zudem Patenschaften für Flüchtlinge – auch Kinder würden geflüchteten Kindern gerne helfen. Lintel erhielt vom Kreis einen Sonderpreis von 500 Euro für die innovative Idee zur Umnutzung der Kapelle in ein Gemeinschaftshaus und die daraus entwickelten Impulse. Weitere 500 Euro überreichte die Volksbank Bielefeld-Gütersloh.

Auch St. Vit als weiterer am Wettbewerb beteiligter Ortsteil der Doppelstadt an der Ems hat, wie die Kommission feststellte, viel Gutes aufzuweisen. Da sei zunächst der Sportplatz des SV Rot-Weiß mit dem Neubau eines Vereinsheims. Mit lobenswerter Eigenleistung entstünden ein Sportheim mit Umkleide- und Sozialräumen sowie Clubraum. 

Die PV-Anlage spare Jahr für Jahr viele Tonnen CO² ein und werde über die Bürgergenossenschaft refinanziert. Seit 2017 seien bereits zwei E-Dorfautos im Einsatz. Als ganzen Stolz der St. Viter Menschen erkannte die Kommission das von 2018 bis 2020 komplett renovierte Küster- und Dorfgemeinschaftshaus mit seiner einladenden Deele. 

Eine Ferienwohnung mit vier Betten im Küsterhaus werde ebenso gern genutzt wie der neugestaltete Außenbereich. Der Parkplatz, das Küsterhaus mit Garten und seine Heckenstrukturen würden ein stimmiges Gesamtbild schaffen und eine neue und gelungene Dorfmitte bilden. Bänke und eine Streuobstwiese rundeten das Projekt Küsterhaus ab. Zudem solle dort ein Dorf-Archiv mit den Schriften von Dr. Flaskamp zum Ort geschaffen werden. Es sei geplant, den Kindergarten um ein neues Stockwerk für unter dreijährige Kinder zu erweitern sowie eine Remise mit Backofen zu bauen. 

St. Vit engagiere sich beispielhaft seit 2015 für Flüchtlinge: Patenschaften mit syrischen Menschen seien gegründet worden und bestünden aktuell auch mit ukrainischen Flüchtlingen. Weitere Pluspunkte sieht die Bewertungskommission im „Green Team“, das sich seit zehn Jahren im Ehrenamt um die Grünanlagen kümmere. Die biologische Vielfalt im Ort zeige sich im Wildbienenhotel, in Kästen für Schleiereulen und Fledermäusen sowie in einer Wildbienenwiese. St. Vit erhielt vom Kreis Gütersloh einen Sonderpreis von 500 Euro für die beispielhafte Sanierung und das Nutzungskonzept des Küsterhauses. Weitere 500 Euro stellte die Volksbank Bielefeld-Gütersloh für St. Vit bereit.

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