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Tipps für Pflegefamilien in Rheda-Wiedenbrück

Rheda

Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen kommen, sehnen sich nach Geborgenheit. Pflegefamilien können das bieten.

Hilfe beim Start ins Leben: Geborgenheit und Sicherheit erfahren und sich wohlfühlen, das wünschen sich Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen kommen, ganz besonders. Doch die Zahl der Pflegefamilien im Kreis Gütersloh könnte höher sein.

Rheda-Wiedenbrück (wl) - Silke Altemeier und Anette Distelhoff gehören zum Team des Fachdiensts Pflegekinder der Jugendhilfe Gütersloh, ein Bereich der von Bodelschwingschen Stiftungen Bethel. In Rheda-Wiedenbrück laden die beiden Frauen zu einem informativen Abend ein, bei dem es rund um das Thema Pflegefamilie geht.

Angebot richtet sich auch an Paare und Einzelpersonen

Die Teilnahme an dem Abend ist völlig unverbindlich. Alle sollen sich angesprochen fühlen, die mit dem Gedanken spielen, ein Kind für längere Zeit aufzunehmen, ihm ein Zuhause geben und es auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleiten möchten.

„Das Angebot richtet sich an Familien, aber auch kinderlose Paare, Alleinstehende und gleichgeschlechtliche Paare“, unterstreicht Silke Altemeier. Und Anette Distelhoff ergänzt: „Wichtig ist nur, dass alle Familienmitglieder diesen Schritt mitgehen und genügend Zeit vorhanden ist, um sich intensiv um das Pflegekind zu kümmern.“

Familie Post ist bereits seit vielen Jahren Pflegefamilie. „Unsere Pflegetochter ist ein fester Teil unserer Familie geworden. Niemand kann sich das Leben noch ohne sie vorstellen. Sie bereichert uns alle durch ihr liebenswertes und freundliches Wesen und beeindruckt uns trotz ihrer nicht so einfachen Vergangenheit mit ihrer Lebensfreude, ihrer Kreativität und Zuverlässigkeit. Es ist sehr schön mit anzusehen, wie sie mit zunehmendem Alter selbstständiger wird und wir als ihre Familie dennoch wichtig bleiben“, berichten die Pflegeeltern.

Niemand soll ins kalte Wasser geworfen werden

Anette Distelhoff und Silke Altemeier gehören zum Team des Fachdiensts Pflegekinder. Sie begleiten Pflegeeltern durch eine regelmäßige Beratung in allen pädagogischen Belangen und individuellen Entwicklungen des Kinds. „Im Mittelpunkt stehen das Kind in seiner Gesamtheit, seine Geschichte und die Entwicklung“, erklärt Silke Altemeier. „Wir unterstützen die gegenseitige Annäherung von Kind und Pflegefamilie und helfen bei der Übersetzung von Verhaltensweisen und Bedürfnissen in seinem neuen Umfeld.“

Jede Pflegefamilie oder Pflegeperson erhält eine umfassende Qualifizierung rund um das Thema „Leben mit einem Pflegekind“. Ein Prozess, auf den sich die Pflegeeltern einlassen sollen. Niemand solle ins kalte Wasser geworfen werden, sondern langsam und begleitend in die neue Situation hineinwachsen“, sagt Anette Distelhoff.

Hat Pandemie die Situation verschärft?

Ob der Bedarf an Pflegefamilien bedingt durch die Corona-Pandemie größer geworden ist, sei zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation. Richtig sei jedoch, dass man während der zurückliegenden beide Jahre keine Akquise betreiben konnte und somit weniger Pflegeeltern gefunden werden konnten, unterstreicht Silke Altemeier.

Derzeit werden 32 Kinder bis zu 16 Jahren in 29 Familien betreut. Um die Zahl zu erhöhen, gibt es nun Informationsveranstaltungen im gesamten Kreisgebiet. Werther und Gütersloh machten den Anfang, jetzt ist Rheda-Wiedenbrück an der Reihe. Am Montag, 8. August, findet der Infoabend ab 19 Uhr im Küsterhaus St. Vit, Am Lattenbusch, statt. Eine Anmeldung dazu kann erfolgen unter [email protected] Kurzentschlossene dürfen aber auch spontan an dem Abend teilnehmen, betonen Silke Altemeier und Anette Distelhoff.

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