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Paderborner CDU-Politiker Koch widerruft »Sklaverei«-Vorwurf

Tönnies-Kritiker rudert zurück

Rheda-Wiedenbrück (WB/OH). Der Vorwurf gegen den Rheda-Wiedenbrücker Unternehmer Clemens Tönnies und die Fleischbranche wog schwer. Von »Sklaverei« hatte der Vorsitzende der Paderborner CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT), Friedhelm Koch, in einem TV-Interview mit Blick auf die Situation ausländischer Werkvertragsarbeiter gesprochen.

Clemens Tönnies hatte seinen Kritiker zu sich nach Rheda-Wiedenbrück eingeladen. Foto: dpa

Nach einem Besuch beim Fleischkonzern Tönnies und einem zweistündigen Gespräch mit dem Firmenchef rudert Koch am Montag zurück: »Mein Vorwurf der Sklaverei an die Werkvertragsbranche ist nicht haltbar«, teilt er in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Außerhalb seiner Kenntnis habe der Bundestag 2017 das Verhältnis zwischen Werkvertragsnehmern und Unternehmen neu geregelt und etwa die Generalunternehmungshaftung eingeführt und das Werkzeuggeld verboten, wodurch keine Abhängigkeit der Arbeitnehmer durch Verschuldung mehr bestehe.

Zudem sind Werkvertragsarbeiter inzwischen nach deutschem Arbeitsrecht zu beschäftigen und hierzulande auch in den Sozialkassen anzumelden.

Konzernsprecher André Vielstädte spricht von einem kontroversen und intensiven Austausch zwischen Koch und Tönnies. Dieser solle auch künftig mit der Mittelstandsvereinigung fortgesetzt werden. »Wir bieten jedem Kritiker den Dialog an und beantworten jede Frage«, betont Vielstädte. Tönnies stehe selbst in einem Wettbewerb um einheimische wie ausländische Arbeitskräfte und könne sich schlechte Arbeitsbedingungen gar nicht leisten.

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