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Nach corona-bedingter Zwangspause von zwei Jahren

Tradition der Wiedenbrücker Kreuztracht lebt fort

Rheda

Erstmalig findet an diesem Karfreitag die Wiedenbrücker Kreuztracht unter der Aegide des Pastoralverbunds Reckenberg statt. 

Ein starkes Echo fand die Kreuztracht 2019 in Wiedenbrück. Unser Bild zeigt den Kniefall vor dem Aufgang zum Reckenberg. Neben dem Kreuz Guardian Bruder Korbinian Klinger ofm.

Nach einer coronabedingten Zwangspause von zwei Jahren geht sie wieder am Karfreitag ab 13 Uhr – die traditionelle Kreuztracht durch die Wiedenbrücker Altstadt. „Es ist uns als Verantwortliche des Pastoralverbunds Reckenberg eine große Ehre und Aufgabe zugleich. Und es war uns eine Selbstverständlichkeit, die seit 1663 bestehende Tradition fortzuführen“ , schreibt Pfarrdechant Reinhard Edeler in seinem Pfarrbrief. Rückblickend betont er, dass fast 360 Jahre die Franziskaner die Stadt mit dieser tiefen, der Volksfrömmigkeit entsprungenen Andachtsform beschenkt hätten.

Franziskaner seit 2020 nicht mehr vor Ort

Den Konvent gibt es seit 2020 nicht mehr. Er hatte die Wiedenbrücker Kreuztracht gehütet. Sie ist längst ein ökumenisches Bekenntnis des Glaubens. Eingebettet in das Triduum sacrum, die heiligen drei Tage vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis zum Ostersonntag, dokumentiert die Prozession alljährlich aufs Neue die Hoffnung auf die Auferstehung. Die Schar Gläubiger reiht sich hinter dem Passionskreuz und dem vermummten Kreuzträger mit seinem Helfer Simon von Cyrene in die Prozession ein. Die überlieferten Wechselgesänge wie „Vater vor dem Himmelsthron, sieh auf uns erbarme dich“ stimmen die Chöre vom St. Aegidius und St. Pius an. 

In der Marienkirche intonieren zuvor die Sänger des Männerchors Liedertafel Eintracht den alles überlagernden Choral „Crux ave spes unica“ (Kreuz, einzige Hoffnung, sei gegrüßt.) Es folgten die Lesungen und das Johannes-Evangelium. Der Bibeltext wird traditionell mit verteilten Rollen vorgetragen, wenn er von dem Verhör Jesus durch den römischen Statthalter Pontius Pilatus berichtet, die Verspottung des Sohns Jesu durch römische Soldaten, seine Geißelung und Krönung mit der Dornenkrone sowie den Weg zur Kreuzigung auf Golgatha. Genau diesen Kreuzweg soll die Wiedenbrück Kreuztracht am Karfreitag nachempfinden: mit Jesus-Darsteller unter schwerem Holzkreuz.

Geänderter Weg durch die Innenstadt

Am Karfreitag verlässt die Wiedenbrücker Kreuztracht um 13.30 Uhr die Marienkirche und zieht links durch den Klosterbogen bis zum ersten Kniefall an der Ecke Lange Straße beim Hotel Wartburg. Es geht in Fahrtrichtung der Langen Straße weiter bis zur Kreuzung mit Lichte Straße/Rektoratsstraße und Kniefall vor dem früheren Restaurant Paradies. Die Lange Straße wird beim Haus Ottens mit Abzweig auf den Rathausplatz verlassen. Der dortige dritte Kniefall vor der Brasserie Lamäng ist neu. Die Wichernstraße führt zur nächsten traditionellen Station vor der alteingesessenen Wiedenbrücker Gaststätte Fuchshöhle. Der fünfte Kniefall erfolgt an bekannter Stelle an der Kreuzung Zum Neuen Werk/Drostenweg/Reckenberg. Drostenweg und Ostenstraße setzen den Weg der Kreuztracht fort über die Wasserstraße hinweg bis zum Kniefall beim ehemaligen Geschäft Schmalhorst (Im Düstern). Dort angekommen, liegt vor den Teilnehmern der Wiedenbrücker Kreuztracht der letzte Abschnitt durch die Marienstraße bis zum siebten Kniefall am Kirchplatz und Einzug in die St.-Aegidius-Kirche durch das vordere Portal am Stein.

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