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Rheda

Treues Publikum genießt Klezmer

Rheda

Wiedenbrück (eph) - Auftakt für den Kultur-Sommer im Flora Westfalica-Park: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Flora-Klassik-Sommer“ gastierten am Sonntagnachmittag „Helmut Eisel & JEM“ mit ihrem Programm „KlezFiesta“ auf der Wiese vor dem Rhedaer Emshaus.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Flora-Klassik-Sommer“ gastierten am Sonntagnachmittag „Helmut Eisel & JEM“ mit ihrem Programm „KlezFiesta“ auf der Wiese vor dem Rhedaer Emshaus. Der Veranstaltungsort hatte durchaus Bezug zur Musikrichtung. Foto:

Obwohl eine halbe Stunde vor Beginn des Konzerts ein Dauerregen einsetzte und dieser auch bis zum Ende anhielt, ließen sich nur wenige der 150 angemeldeten Musikfreunde davon abschrecken. Die Konzertbesucher nahmen Platz auf den bereitgestellten Stühlen, spannten ihre Regenschirme auf und freuten sich auf das Bühnenprogamm. Ein Paar wollte die Atmosphäre im Park wohl besonders genießen. „Die beiden hatten Heißwürstchen in einem Thermogefäß und Kartoffelsalat mitgebracht. Wegen der besonderen Umstände verzichteten sie aber auf den Genuss“, berichtete Flora-Eventmanagerin Elke Leßmeier, die das Konzert organisiert hatte.

Tradition geht zurück bis auf das 15. Jahrhundert

Das Saarbrückener Trio mit Helmut Eisel (Klarinette und Bassettklarinette), Stefan Engelmann (Kontrabass) und Michael Marx (Gitarre und Gesang) zählt zu den namhafteren Interpreten der sogenannten Klezmer-Musik in Deutschland. Klezmer stammt ursprünglich aus dem osteuropäischen Judentum. Die Tradition dieser jüdischen Volksmusik geht zurück bis auf das 15. Jahrhundert. Gespielt wurde die Musik vorwiegend auf Hochzeiten und anderen Festen. Eine Renaissance erlebte der Musikstil in den 1970er Jahren in den USA. Seitdem gilt Klezmer als ein eigenständiges Genre.

Insgesamt 16 Stücke, darunter traditionelle Lieder, Eigenkompositionen und Werke bekannter Musiker, spielten „Helmut Eisel & JEM“ bei ihrem Regenkonzert in Rheda. Zum Repertoire zählten unter anderem „La Fiesta“ aus der Feder des US-Jazzrockers Chick Corea und die Mozart-Interpretation des traditionellen Stückes „The Klezmer’s Freilach“. Mit einem gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Lied verabschiedeten sich die drei Musiker nach 75 Minuten ununterbrochenem Spiel von der Bühne.

Veranstaltungsort hat einen lokalen Bezug zur Klezmer-Musik

Gewollt oder nicht gewollt: Der Veranstaltungsort auf der Wiese vor dem Emshaus hatte durchaus einen lokalen Bezug zur Klezmer-Musik. Immerhin stand bis zum 9. November 1938 nur wenige Steinwürfe entfernt am heutigen Beginn des Steinwegs die Synagoge der jüdischen Gemeinde von Rheda. Mit großer Wahrscheinlichkeit dürfte hier zu religiösen und weltlichen Festen auch Klezmer-Musik gespielt worden sein.

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