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Rheda-Wiedenbrück

Überwältigt von der großen Solidarität

Rheda-Wiedenbrück (akl) - Im Zuge des Corona-Ausbruchs im Fleischkonzern Tönnies hat eine Gruppe von Gewerkschaften dazu aufgerufen, als Zeichen der Solidarität Geschenkpakete für die in Quarantäne ausharrenden Mitarbeiter zu packen. Die Unterstützung durch die Bürger ist groß.

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Szabolcs Sepsi von der Beratungsstelle Faire Mobilität fordert mehr Respekt für die harte Arbeit der Tönnies-Beschäftigten: „Sie trifft keine Schuld an der aktuellen Situation, aber sie haben sehr unter dieser zu leiden.“ Es habe bereits Rückmeldungen von Anfeindungen und Ausgrenzungen gegeben. „Rumänen und Bulgaren haben uns berichtet, dass ihnen der Zutritt zu Geschäften verwehrt wird“, sagt der 32-Jährige. „Wir haben bereits seit vergangener Woche überlegt, wie wir etwas für die Beschäftigten tun und die Öffentlichkeit mit einbeziehen können“, berichtet Sepsi.

Zeichen der Solidarität

Da die Menschen in ihren Wohnungen festsitzen und mit Lebensmitteln bereits versorgt werden, entstand beim Deutschen Gewerkschaftsbund die Idee, die Paketaktion ins Leben zu rufen. „Als der Lockdown verkündet wurde, wollten wir das Projekt so zügig wie möglich auf die Beine stellen“, berichtet Helferin Nicole Panek von Pro Arbeit. Weitere Unterstützer der Aktion sind die Interessensgemeinschaft Werkfairträge, die Gewerkschaft Nahrung und Genuss, die IG Metall, Verdi und Annelie Buntenbach, ehemaliges Mitglied im DGB-Bundesvorstand.

Viele Bürger folgen am Freitag dem Aufruf. Nach zweieinhalb Stunden waren bereits 200 Pakete eingetroffen. „Das ist deutlich mehr, als wir erwartet haben“, sagt Nicole Panek. Sie berichtet, dass viele der Spender sehr mitfühlend seien, und habe bereits viel Zuspruch für die Aktion bekommen. „Die Spender betonen immer wieder, dass so etwas das Mindeste sei, was man jetzt tun müsse“, sagt die 27-Jährige.

Hilfsbereitschaft ist groß

Die gebotene Hilfsbereitschaft ist in der Tat groß. Einige laufen die Treppen zum Büro von Faire Mobilität mehrmals hoch, um all ihre Pakete abzugeben. Andere bieten spontan an, am kommenden Tag als Fahrer auszuhelfen. Die Pakete sind vollgepackt mit allerlei Nützlichem für die Tönnies-Beschäftigten. Nahrungsmittel, Spiele, Fußbälle, Bücher, Hygieneartikel, alles ist dabei. Auch ein Paket mit Mundschutz für die Helfer wurde gespendet.

Besonders viel Spielzeug dabei

Besonders viele Pakete treffen für Kinder ein. „Ein Spender brachte alleine 17 Planschbecken“, berichtet Helferin Panek. Viele hätten außerdem Karten geschrieben, um den Betroffenen ihr Mitgefühl auszudrücken: „Alles Gute“, „Bleibt gesund“, „Wir denken an euch“, steht darauf.

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