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Repair-Café in Rheda-Wiedenbrück öffnet am Samstag zum 50. Mal

Unreparierbar? Von wegen!

Rheda-Wiedenbrück (WB). Ob es das wackelige Bein des Lieblingsteddys ist, das defekte Radio, das einen Menschen schon viele Jahrzehnte treu begleitet hat, der kaputte Wasserkocher oder der gelöste Saum an der Hose: Hubert Kohnert und sein 30-köpfiges Expertenteam versuchen immer, das defekte Teil zu reparieren. 1850 Reparaturen, davon mehr als 1150 mit dem Ergebnis „erfolgreich repariert“ – das ist die Bilanz, die das Repair-Café der Lokalen Agenda der Stadt Rheda-Wiedenbrück nach fünf Jahren mit Stolz ziehen kann.

Hubert Kohnert, Edeltraud Scholz und Wilfried Schwabe (von links) sind Mitbegründer des Repair-Cafés der Lokalen Agenda und freuen sich auf die 50. Auflage am 14. Dezember im Foyer der Osterrath-Realschule. Dort können die Experten die Räumlichkeiten und auch die Werkbänke nutzen. Foto:

Am Samstag, 14. Dezember, öffnen sich die Türen des Repair- Cafés im Foyer der Osterrath-Realschule zum 50. Mal. Hubert Kohnert, einer der Experten der ersten Stunde, freut sich schon jetzt darauf sagen zu können „Die Welt ist wieder in Ordnung“. Für viele Kunden ist das in der Tat so, wenn ein Teil, an dem sie hängen, noch einmal erfolgreich repariert werden konnte.

Was im Spätsommer 2014 mit einem ersten Versuch in der damaligen Heidbrinkschule begann, hat sich zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt. Umliegende Gemeinden schauen mit Neid nach Rheda-Wiedenbrück, weil dort das Projekt „Reparieren statt Wegwerfen“ mit großem Erfolg praktiziert wird. „Manchmal ist es nur das Tröpfchen Öl an der richtigen Stelle oder die gelöste Schraube, warum ein Gerät nicht mehrt geht. Manchmal schwitzen wir aber auch zu dritt über einer Reparatur, weil wir nicht gerne sagen, dass das Gerät unreparierbar ist“, betont Kohnert.

Nachhaltigkeit wird immer mehr Menschen wichtig

Für ihn seien es die Geschichten, die die Menschen ihm erzählen, wenn sie mit ihren Reparaturen kommen. Und auch das Mit­einander im Team sei toll. Der Gedanke der Nachhaltigkeit würde intensiv gelebt, und er habe in der letzten Zeit feststellen können, dass immer mehr Menschen so denken.

Immerhin sind es pro Repair-Café, das einmal im Monat samstags von 14 bis 17 Uhr stattfindet, rund 50 Kunden, die mit einem kleinen oder großen Problem vorbeischauen. Bei Kaffee und Kuchen können sie mit den anderen Wartenden ins Gespräch kommen, während die Experten für Holz und Metall, für Elektrik, für Nähmaschinen oder für Computer sich der Sache annehmen.

Kuchen aus dem Solar-Backofen

Manchmal hat Hubert Kohnert auch besondere Highlights dabei wie seinen selbst gebauten Solar-Backofen, in dem er mal kurzerhand einen Kuchen zum Erstaunen der Kunden backt. Oder es werden auch schon mal Bewerbungsunterlagen repariert – wie er es nett bezeichnet – für Menschen, die sich bewerben möchten, aber nicht mehr richtig wissen, wie man eine Bewerbung korrekt aufsetzt.

Beim 50. Mal gibt es zwar keine besonderen Aktionen, aber dennoch ist dieser Tag für alle vom Team der Lokalen Agenda ein besonderer Tag, an dem sie zufrieden auch das Erreichte zurückblicken können. Zu den Gratulanten wird Bürgermeister Theo Mettenborg gehören.

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