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Rheda-Wiedenbrück

Varenseller Straße wieder Sanierungsfall

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Auf dem erst kürzlich sanierten Teilstück der Varenseller Straße in Lintel ist seit einigen Wochen nur noch Tempo 50 zulässig. Über das Geschwindigkeitslimit wundern sich viele Verkehrsteilnehmer. Der Landesbetrieb Straßen NRW arbeitet an einer Lösung.

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Grund für die Reduzierung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 70 beziehungsweise 100 auf durchgängig 50 Stundenkilometer sind Beschädigungen an den Banketten. Zu den Schäden an den Seitenbereichen des erst im Herbst 2019 sanierten Teilstücks der Varenseller Straße war es offenbar durch zu schnelles Fahren gekommen.

Bei Gegenverkehr wird es eng

Denn einerseits verleitet die sanierte Asphaltdecke zwischen der Ampelkreuzung Kapellen-/Brockstraße und dem Kreisverkehr Gütersloher Straße auf Varenseller Gebiet zum Drücken aufs Gaspedal. Andererseits ist die nur etwa sechs Meter breite Fahrbahn aber denkbar knapp bemessen – vor allem dann, wenn beispielsweise ein 2,5 Meter breiter Lastwagen auf der Gegenspur unterwegs ist. Die Folge: Kommt es zum Begegnungsverkehr, weichen viele Fahrer auf die lediglich aus verdichtetem Schotter bestehenden Seitenstreifen aus. „Was bei geringen Geschwindigkeiten gut funktioniert, führt bei höherem Tempo zu eben jenen Beschädigungen, die wir jetzt festgestellt haben“, sagt ein Sprecher der Bielefelder Niederlassung des Landesbetriebs Straßen NRW.

Hintergrund

Die Varenseller Straße ist eine wichtige Landverbindung. Sie ist abgesehen von der Autobahn die schnellste Strecke, um von Verl nach Rheda-Wiedenbrück – oder umgekehrt – zu gelangen. Durch die rege Nutzung steht die Fahrbahnoberfläche unter einer besonderen Belastung. Deshalb hat der Landesbetrieb Straßen vor etwa einem Jahr die Sanierung des 3,3 Kilometer langen Teilstücks zwischen der Ampelkreuzung in Lintel und dem Kreisverkehr in Varensell in Auftrag gegeben. Kosten: fast 750.000 Euro. Zur Beseitigung der Schäden, die durch das Überfahren der Bankette mit hoher Geschwindigkeit entstanden sind, müssen in nächster Zeit erneut die Bauarbeiter anrücken. Ausdrücklich betont der Landesbetrieb Straßen NRW, dass der Baufirma, die den Sanierungsauftrag Ende vergangenen Jahres ausgeführt hatte, kein Vorwurf zu machen sei. Sie habe ordnungsgemäß gearbeitet. Holprig ist auch der Abschnitt zwischen der Einmündung Kornstraße und der Ortseinfahrt Wiedenbrück. Hier ist Besserung aber zunächst nicht in Sicht: Denn im Sanierungsplan taucht die Strecke bislang nicht auf.

Breitere Fahrbahn kommt nicht in Frage

Eine Vergrößerung der Fahrbahn scheidet nämlich aus, und eine Verstärkung der Bankette müsste mit Bedacht erfolgen. Grund dafür ist die Nähe der seitlich gepflanzten Birken und Linden zur Straße. Sie säumen auf einer Länge von zwei Kilometern die Verbindungsstrecke zwischen Lintel beziehungsweise Wiedenbrück und Varensell, stehen zumeist aber nur eineinhalb Meter vom Fahrbahnrand entfernt. Um Beschädigungen am Wurzelwerk zu vermeiden, habe man sich bei der Sanierung vor einem Jahr bewusst gegen eine Fahrbahnverbreiterung entschieden, sagt der Vertreter des Landesbetriebs.

Bagger rücken bald wieder an

Fest steht aber schon jetzt: In absehbarer Zeit müssen zur Bankettenreparatur erneut die Bagger anrollen. Wann genau, will die Behörde rechtzeitig kommunizieren – auch deshalb, weil damit zumindest einseitige Straßensperrungen einhergehen dürften.

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