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Rheda-Wiedenbrück

Verkehr: Einfach mal Spieß umdrehen

Rheda-Wiedenbrück (eph) - Die Verkehrswende könnte in der Emsstadt so aussehen: Fahrradfahrer, Skater, Jogger und Spaziergänger, unterwegs auf dem Schnellradweg durch die Emsaue, kommen ab sofort am Ratsgymnasium nicht mehr zum minutenlangen Zwangsstopp vor einer roten Fußgängerampel. 

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Grün gibt es am Nordring in Wiedenbrück für Fußgänger und Fahrradfahrer nur auf Anforderung. Foto:

Sie gleiten vielmehr auf einer „grünen Welle“ über den stark frequentierten Nordring. Nur wenn sich ein Auto auf dem Nordring der Ampelanlage nähert, springt das Signal für Fußgänger, Radler und Co. auf Rot. Gegebenenfalls kann diese Vorrangregelung während der Stoßzeiten außer Kraft gesetzt werden.

Innovative Ideen

Es sind innovative Ideen wie diese, die die Lokale Agenda in diesen Tagen im Rahmen einer Bürgerbefragung zum Thema „Verkehrswende in Rheda-Wiedenbrück“ sammelt. „Wir setzen auf die so genannte Schwarmintelligenz. Sprich: Zahlreiche gute Beiträge und Anregungen von vielen Beteiligten“, sagt Lokale-Agenda-Sprecher Dr. Wolfgang Tietz, der das Projekt gemeinsam mit seinen Mitstreitern Erhard Stork, Katja Schröder, Antje Meinderts und Christine Brune auf den Weg gebracht hat.

„Es geht dabei schließlich um die Frage, wie wir in unserer Stadt leben wollen. Und dazu sollte sich jeder eine Meinung bilden können“, sagt Tietz. Große Themen der Zukunft etwa seien die zunehmende E-Mobilität, das autonome Fahren, die drohende Verödung von Innenstädten durch den wachsenden Onlinehandel und die Abschaffung von Zweitwagen aufgrund der Zunahme von Home-Office.

Alle Blickwinkel erfassen

Wichtig ist den Initiatoren, dass die Blickwinkel aller erfasst werden. Dr. Wolfgang Tietz betont: „Unsere Umfrage ist in keiner Weise ideologisch beeinflusst. Wir wollen die Verkehrsteilnehmer nicht gegeneinander ausspielen und weder ein Auto- noch ein Fahrradprojekt daraus machen.“

Eingeladen, sich an der Online-Umfrage zu beteiligen, sind alle Rheda-Wiedenbrücker. Der Zugang zu den 14 Fragen erfolgt über die Homepage der Lokalen Agenda oder einen QR-Code. Umfangreichere Meinungsäußerungen oder Verbesserungsvorschläge können auch per E-Mail an die Aktiven gerichtet werden (www.la21-rhwd.de und verkehr@la21-rhwd.de).

www.la21-rhwd.de

Umfrage bis Ende April

Der Zeitplan der Lokalen Agenda Rheda-Wiedenbrück sieht vor, den Fragebogen bis Ende April im Netz zu belassen. Aktuell liegt die Teilnehmerzahl bereits im dreistelligen Bereich. „Es sind bereits einige wertvolle Hinweise eingegangen“, sagt Erhard Stork. Als Gefahrenquellen seien mehrfach der Kreisverkehr am Bahnhof und die Neuenkirchener Straße genannt worden. Vornehmlich Fahrradfahrer beklagten zudem die nicht einheitliche und vielfach unklare Verkehrsführung.

Parkplätze fehlen

Autofahrer hätten den Wunsch nach Aufstockung der Parkdecks in Rheda, aber auch den nach mehr Geschwindigkeitskontrollen und Maßnahmen gegen Drängler geäußert. „Auch der interessante Vorschlag eines Fahrradschnellnetzes zwischen den einzelnen Ortsteilen wurde eingereicht“, ergänzt Christine Brune.

In den Monaten Mai bis Juli wollen sich die Agenda-Aktivisten Zeit nehmen, um das gesammelte Material zu sichten und zu ordnen. Danach will man mit Stadt- und Verkehrsplanern ins Gespräch kommen. „Spätestens im Herbst“, hofft Dr. Wolfgang Tietz, „planen wir mit unseren Themen zur politischen Beratung in die ersten Ausschüsse zu kommen.“

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