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Rheda

VHS will zügig zurück zur Präsenz

Rheda

Wiedenbrück (kvs) - Die Verantwortlichen in der Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems brennen darauf, endlich wieder so mit ihren Kursusteilnehmern in Interaktion treten können, wie es vor Ausbruch der Pandemie üblich gewesen ist.

Mehrere tausend Exemplare des Programms zum Wintersemester der Volkshochschule (VHS) Reckenberg Ems, das André Mannke und Kirsten Klute präsentieren, sind bereits an den bekannten Stellen im öffentlichen Raum ausgelegt worden. Foto:

Voller Optimismus setzt man also beim druckfrischen Programm zum Wintersemester auf Präsenzunterricht und -veranstaltungen. Mehr denn je bildet die Institution überdies aber auch Online-Formate ab.

Mannke sieht Licht am Ende des Tunnels

VHS-Chef André Mannke sieht „am Ende einer langen Durststrecke Licht am Ende des Tunnels“. Er und sein Team setzen auf Präsenz, auf einen lebendigen Kursus- und Seminarbetrieb. Das sei ihre Rückkehr zur Normalität. 8000 Unterrichtsstunden sind in den kommenden Monaten geplant, 115 Veranstaltungen werden ins Internet verlagert. Aus Vorsicht, aber auch aus Gründen der Praktikabilität, wie Fachbereichsleiterin Kirsten Klute am Dienstag erläuterte. So lasse sich beispielsweise bei bestimmten Vorträgen ein weitaus größerer Teilnehmerkreis erreichen, wenn sie gestreamt würden.

Inzwischen gibt es überdies Hybridvarianten. Dazu ist am VHS-Campus in Rheda eigens ein Raum mit den erforderlichen technischen Voraussetzungen geschaffen worden. Teilnehmer haben die Wahl: Sie können persönlich die Kursustermine wahrnehmen, sich allerdings auch von jedem anderen Ort der Welt übers Internet einklinken. Das mache insbesondere dann Sinn, wenn das Seminar eher einen kleinen Nutzerkreis anspreche: In Absprache mit anderen Weiterbildungsstätten wird es in dem Fall gemeinsam beworben, um eine größere Gruppe dafür begeistern und wirtschaftlich arbeiten zu können, erläuterte André Mannke, der seit nunmehr einem Jahr an Bord ist, im Rahmen eines Pressegesprächs.

Kochkursusteilnehmerin aus Spanien

Die Pandemie hat gezeigt, dass die Volkshochschule damit auf einem richtigen Weg ist, meinen Kirsten Klute und André Mannke. Dessen Vorgänger Dr. Rüdiger Krüger habe beispielsweise unlängst in einer seiner Literaturveranstaltungen einen aus den USA zugeschalteten Gast begrüßen können, an einem Kochkursus habe eine Frau aus Spanien teilgenommen. „Das Internet entzerrt Raumprobleme“, berichtet der VHS-Chef.

Gleichwohl sind bei einigen Angeboten die Gebühren gestiegen. Das ist zum einen dem Umstand geschuldet, dass die Weiterbildungsstätte mit Blick auf Abstands- und Hygieneregeln die Gruppengrößen reduziert hat, zum anderen die Honorarmindestsätze für Dozenten angehoben wurden. Klute will jedoch nicht ausschließen, dass es wieder günstiger wird, wenn bestimmte pandemiebedingte Einschränkungen wegfallen.

Programm druckfrisch erschienen

Mehrere tausend Exemplare des Programms zum Wintersemester der Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems sind bereits an den bekannten Stellen im öffentlichen Raum ausgelegt worden, andere folgen noch. Außerdem sind die Kurse in Gänze auf der Internetseite der Weiterbildungsstätte zu finden, darüber hinaus einige Angebote, die aus Zeitgründen nicht mehr den Weg ins Printprodukt gefunden haben. Anmeldungen werden ab dem heutigen Mittwoch in der VHS-Geschäftsstelle unter Tel. 05242/90300 und per E-Mail an briefkasten@vhs-re.de entgegengenommen, außerdem im Internet.

„Wir müssen alle einladen, zu Gast an der Volkshochschule zu sein“, setzt VHS-Chef André Mannke wieder auf mehr Präsenz, möchte aber auch denen ein Angebot unterbreiten, die angesichts der Virusgefahr lieber erstmal weiter auf Abstand gehen. Den Lehrbetrieb erachtet er als „völlig unkritisch“, die Institution gewährleiste ein Höchstmaß an Sicherheit. Grundsätzlich gilt die 3G-Regel: Teilnehmer, die persönlich anwesend sind, müssen nachweislich geimpft, genesen oder negativ auf Covid-19 getestet sein.

Jüdisches Leben bildet Schwerpunkt

Verändert hat sich die Optik des gedruckten Programms zum Wintersemester, das in Kürze beginnt und für das ab heute, Mittwoch, Anmeldungen möglich sind. Erstmals erscheint es durchgängig in Farbe und einer luftigeren Aufmachung. Das Cover ziert eine Glasarbeit von Willi Repke mit dem Titel „Begegnung“, der im Übrigen zu diesem Thema in den kommenden Wochen gleich zwei Veranstaltungen anbietet. Vielleicht lasse sich mit dem frischeren Erscheinungsbild auch die jüngere Generation mehr erreichen, hofft André Mannke, der das Durchschnittsalter der Teilnehmer auf Mitte 40 schätzt. Schließlich solle sich die gesamte Gesellschaft angesprochen fühlen. Angebote für Heranwachsende sind erneut in einer eigenen Broschüre gebündelt worden – das erleichtert die Suche.

Das Schwerpunktthema des Fachbereichs Politik und Gesellschaft lautet in diesem Semester „Jüdisches Leben in Deutschland“, das 1700 Jahre zurückreicht. Ihm widmet die Volkshochschule Reckenberg-Ems ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm. So ist im November die Wanderausstellung aus dem Jüdischen Museum Westfalen zu Gast in der VHS. Am Freitag, 12. November, steht das Leben von deutschen jüdischen Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt eines Vortrags im Stadthaus. Das jüdische Landleben in Westfalen und seine Vernichtung während der NS-Zeit werden am Mittwoch, 26. Januar, beleuchtet. Dabei wird an Tradition und Geschichte, an die Vielfalt und Besonderheiten zwischen Rhein und Weser erinnert.

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