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Rheda-Wiedenbrück

Viele Infektionen bei Daut

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Viel Kritik einstecken musste die Verwaltungsspitze in den vergangenen Tagen ob ihres Umgangs mit der Pandemie und der Öffentlichkeit. Nun ist es offiziell: Der hohe Inzidenzwert ist auf ein „erhebliches Infektionsgeschehen“ bei der Paul-Daut-GmbH zurückzuführen.

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Der hohe Inzidenzwert ist auf ein „erhebliches Infektionsgeschehen“ bei der Paul-Daut-GmbH zurückzuführen.

Damit ist öffentlich, was die Spatzen längst von den Dächern pfiffen. Während die Inzidenz im Kreis Gütersloh am Donnerstag bei 69,9 gelegen hat, betrug sie in Rheda-Wiedenbrück 207,6. Die hohen Werte begründen sich laut Verwaltung im Wesentlichen auf eine bemerkenswerte Zahl an positiv auf das Coronavirus getesteten Beschäftigten des fleischverarbeitenden Mittelständlers. Der Betrieb steht nach einer Anordnung der Stadt bis Ende Mai. „Alle notwendigen Maßnahmen sind mit Beteiligung der Geschäftsführung und in Abstimmung aller Aufsichtsbehörden durch die Kommune ordnungsbehördlich ergriffen worden“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

Unbekümmerter Umgang

Das allein erklärt die hohen Inzidenzwerte aber offenbar nicht. So soll ein weiterer Faktor innerhalb jener Bevölkerungsgruppe zu finden sein, „die dem Hintergrund der Arbeitsmigration zuzurechnen ist“, wie man es im Rathaus nennt. Ein erhöhtes Corona-Geschehen lasse sich in Teilen mit der Lebens-, Wohn- und Arbeitssituation sowie „dem unbekümmerteren Umgang mit der Covid-Infektion“ begründen.

Die Verwaltung weist explizit darauf hin, das es bei der Firma Tönnies keine solchen Probleme gebe. Vielmehr zeige sich dort, dass die festgelegten Maßnahmen wie beispielsweise die umfangreichen Testungen der Mitarbeiter greifen.

Frage der Wahrnehmbarkeit

In dem Zusammenhang reagierte die Verwaltung zudem auf den zuletzt vielfach geäußerten Vorwurf, sie würde die Kontrollen auf Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen in der Öffentlichkeit vernachlässigen. Das weisen die Verantwortlichen entschieden von sich. Vielmehr ist es offenbar eine Frage der Wahrnehmbarkeit: Die Bewertung der täglich vorliegenden Quarantänedaten zeigt Pollklas zufolge nämlich, „dass sich bisher das Infektionsgeschehen nicht im Flora-Park, am Konrad-Adenauer-Platz oder anderen für jedermann zugänglichen Plätzen vollzieht“. Also richtet das Ordnungsamt laut Pressesprecher seinen Fokus schwerpunktmäßig auf die Betrachtung von Unternehmen sowie das Lebensumfeld der Arbeitsmigranten und der in Quarantäne befindlichen Personen.

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