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Biotop auf Flächen der Familien Gödecke-Westhus für gefährdeten Kammmolch optimiert

»Wasserdrache« sitzt auf dem Trockenen

Rheda-Wiedenbrück (WB). Der Kammmolch macht seinem landläufigen Namen als »Wasserdrachen« alle Ehre: Zur Fortpflanzungszeit tragen die Männchen einen beeindruckenden Rückenkamm, um den Weibchen zu imponieren. Die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld hat zur Förderung des gefährdeten, kleinen Drachens ein Artenschutzprojekt ins Leben gerufen.

Waltraud Leskovsek

Auf der Hand von Conny Oberwelland, Mitarbeiterin der Biologischen Station, hat es sich ein kleiner Molch bequem gemacht. Schon bald, so hoffen alle Beteiligten, werden der Kammmolch sowie auch andere Arten das optimierte Biotop für sich entdecken. Foto: privat

Der Kammmolch ist in Nordrhein-Westfalen die seltenste heimische Molchart und wird in der roten Liste als gefährdet eingestuft. Amphibien leben durchaus gefährlich. Auf ihren Wanderungen zwischen Laichgewässer und Winterquartier werden sie häufig überfahren und die zunehmende Intensivierung der Landnutzung macht den Amphibien zu schaffen. Und letztendlich hat auch der Klimawandel einen gravierenden Einfluss auf den Bestand der Molche, Frösche und Kröten. Vielerorts sind die Gewässer im Sommer völlig ausgetrocknet.

Im Ortsteil Batenhorst kommt der Kammmolch noch vor

In Rheda-Wiedenbrück, speziell im Ortsteil Batenhorst kommt der Kammmolch noch vor. An einem kleinen Biotop wurde er bereits entdeckt. Mittelfristig könne die kleine Population nur mit Hilfe von gezielten Naturschutzmaßnahmen gehalten werden, erklärt Conny Oberwelland von der Biostation. Deshalb wurde auf Initiative der Biologischen Station ein Biotop auf den Flächen der Familien Gödecke-Westhus für den Kammmolch optimiert.

Das U-förmige Gewässer war einst Laichgewässer für den gefährdeten Laubfrosch. Über die Jahre ist das Gewässer immer mehr verlandet und führte im Sommer 2018 und 2019 kein Wasser mehr und war somit als Laichplatz für die Amphibien nicht mehr zu nutzen. Die Biologische Station hat den Uferbereich freigeschnitten und die Schlammschicht ausgebaggert. Die Ufer wurden im Zuge der Baggerarbeiten flach auslaufend modelliert. Mit der Schaffung dieser Warmwasserzonen finden die Amphibien optimale Bedingungen zur Reproduktion vor. Inzwischen hat der ausgebaggerte Teich sich schon wieder ganz gut mit Wasser gefüllt und schon bald, so hoffen alle Beteiligten, werden der Kammmolch sowie auch andere Arten den attraktiven Laichort für sich entdecken.

Stiftung der Kreissparkasse hat 25.000 Euro zugesagt

Dank der Stiftung der Kreissparkasse, die ein wichtiger Partner bei dem Projekt ist, sind solche Maßnahmen überhaupt möglich. Sie hat eine Unterstützung für fünf Jahre von insgesamt 25.000 Euro für die Naturschutzmaßnahme zugesagt. Derzeit findet die Förderung im dritten Jahr statt. Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehören zu den Stiftungszwecken. Werner Twent vom Vorstand der Stiftung Kreissparkasse, der sich das ausgebaggerte Biotop auf dem Land zwischen Batenhorst und Langenberg persönlich angesehen hat, bedankte sich insbesondere bei Stefanie Gödecke-Westhus für die Bereitstellung der Fläche. »So etwas funktioniert nur mit guten Partnern, denen die Natur und die Erhaltung der Artenvielfalt wichtig ist«, betonte Twent.

Conny Oberwelland bittet die Bevölkerung darum, bekannte Vorkommnisse von Kammmolchen der Biologischen Station unter Info@biostation-gt-bi.de zu melden. Es werden Erfassungen vorgenommen um zu belegen, wo genau sich der seltene Molch niedergelassen hat.

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