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Rheda-Wiedenbrück

WC-Häuschen blockieren Parkplatz

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Mit ihrem publikumswirksamen Einsatz für die baldige Aufstellung einer Toilettenanlage vor dem Parkdeck am Doktorplatz (diese Zeitung berichtete) haben sich die Ratsrentner Klaus Bartscher und Peter Kliche offenbar nicht nur Freunde gemacht. 

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Kaum stehen die zwei WC-Kabinen auf der Stellfläche an der Schlossstraße in Rheda, werden kritische Stimmen laut. Manch einer empört sich darüber, dass die Kabinen auf einem Behindertenparkplatz positioniert sind und diesen blockieren. Ablehnung gegen die vierwöchige Aktion wird zum Beispiel aus den Reihen des Ortsverbands Rheda-Wiedenbrück im Sozialverband Deutschland (SOVD) laut. Dessen Vorsitzende Margareta Kohler äußert in einer Stellungnahme, dass sie die Angelegenheit „sehr erschüttert“.

Kritik aus dme Sozialverband

Sie führt dazu näher aus: „Als Vorsitzende des Ortsverbands Rheda-Wiedenbrück muss ich mich schon sehr wundern, dass zwei Ratsrentner lachenden Gesichts und Daumen hoch sich ablichten lassen, mit zwei Toiletten, auf einem Behindertenparkplatz. In Rheda-Wiedenbrück gibt es die Aktion die ,Nette Toilette‘ und einen Flyer dazu, wo man diese alle findet und an welchen Orten. Restaurants, Cafés und viele andere Einrichtungen machen bei dieser guten Sache mit und öffnen ihnen immer gern ihre Toilettenräume.“ Mit Blick auf die Politik merkt sie an: „Die beiden Ratsherren sind sich hoffentlich darüber einig, dass sie jetzt in Wahlzeiten ihren Parteifreunden keinen Gefallen getan haben. Wer wählt schon eine Partei, welche nicht weiß, wie man mit Menschen mit Behinderungen umgeht.“

Das Argument, der „Netten Toilette“ lässt Bartscher nicht gelten. Zum einen hätten die Gastronomen am Doktorplatz nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, erklärt er auf Nachfrage dieser Zeitung Zum anderen seien die räumlichen Gegebenheiten zum Teil alles andere als behindertenfreundlich: „Im Carpe Diem führt eine enge Treppe zu den WCs in den Keller, und im Restaurant Delphi muss man die Treppe hochgehen, um zur Toilette zu gelangen.“ Bartscher betont, dass es sich nur um ein vierwöchiges Provisorium handele, um den Druck auf die Verwaltung zu erhöhen, die bereits politisch beschlossene Errichtung einer Toilettenanlage endlich umzusetzen.

Genehmigung aus dem Rathaus eingeholt

Sie hätten auf ihre Aktion auch schon positive Rückmeldungen erhalten, berichtet Klaus Bartscher. Was die Genehmigung für das Aufstellen der beiden Häuschen angeht, betont er, dass man im Vorfeld selbstverständlich im Rathaus die Erlaubnis dafür eingeholt habe. Dazu gebe es Schriftverkehr. Wenn auch zögerlich habe die Verwaltung nach mehrmaligen Nachfragen zugestimmt, informiert er. Die örtliche Verkehrsbehörde hat der vorübergehenden Nutzung des Behindertenparkplatzes für die Dauer der Testphase zugestimmt.

Während Testphase Ersatzfläche ausgewiesen

Die Stadtpressestelle teilt auf Nachfrage der Zeitung mit: „Die örtliche Verkehrsbehörde hat der vorübergehenden Nutzung des Behindertenparkplatzes für die Dauer der Testphase zugestimmt. Ein zweiter Ersatzparkplatz für Behinderte ist in unmittelbarer Nähe ausgewiesen worden.“ Das heißt, dass zusätzlich zu den zwei bereits bestehenden Behindertenstellflächen, von denen nun eine vorübergehend durch die WC-Kabinen blockiert ist, zusätzlich gegenüber eine weitere eingerichtet wurde. „Wir haben uns schon Gedanken gemacht“, unterstreicht Bartscher, warum dieser Standort den Ratsrentnern als sinnvoll erscheint. Von dort aus könnten – ausgehend von Parkdeck und Bushaltestelle – Besucher der Stadt fußläufig das Areal erreichen, um das es ihnen gehe, nämlich den Rosengarten, den Schlosspark und den Doktorplatz.

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