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Rheda-Wiedenbrück

Wohnbaugebiet an Kernekampstraße geplant

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Vor dem Hintergrund großer Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken in Rheda-Wiedenbrück will die Stadt ein entsprechendes Areal zwischen der Varenseller Straße und der Kernekampstraße entwickeln. Etwa 110 bis 140 Wohneinheiten könnten dort entstehen.

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Diese Größenordnung sieht der jüngst im Bau-, Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss vorgestellte städtebauliche Entwurf vor. Einstimmig votierten dessen Mitglieder dafür, dass dieser als Grundlage für die weitere Erarbeitung eines Planentwurfs dienen soll. Auch die Kommune möchte auf dem Gebiet, das im Osten von der Straße „Am Nonenplatz“ begrenzt wird und in dessen Westen der Kleigraben verläuft, „erhebliche Flächen entwickeln“, erläuterte der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer während der Sitzung in der Stadthalle. Der nun vorgelegte Entwurf zeichnet sich laut Pfeffer unter anderem dadurch aus, dass er eine in der Mitte des Gebiets liegende Kindertagesstätte und einen Spielplatz vorsieht.

Von Einfamilien- bis hin zu Mehrfamilienhäusern

Eine deutlicher begrünte Erschließungsachse sowie eine Mischung diverser Bautypen – unter anderem könnte man über Mehrgenerationenwohnen nachdenken – prägten den jetzigen Vorschlag gegenüber dem vorherigen Ursprungsentwurf aus dem Jahr 2016, der nach dem Beteiligungsverfahren und diversen Gesprächen sowie Abstimmungen grundlegend überarbeitet wurde. Die Bandbreite der Wohnformen soll von Einfamilien- und Doppelhäusern bis hin zu Mehrfamilienhäusern reichen und geneigte Dächer sollen ebenso möglich sein wie flache. Eine andere Struktur und größere Qualität gegenüber dem Vorgänger zeichne das jetzige Konzept aus, erläuterte Michael Brunsiek, Fachbereichsleiter für Stadtplanung und Bauordnung. Das machte er unter anderem an der nun geringeren Anzahl an Wohneinheiten fest: Ursprünglich sei mit 160 bis 200 gerechnet worden. Zudem seien mit Blick auf die Lärmaspekte bei den gleichwohl knappen Flächen mehr Grün und mehr Abstand zur Varenseller Straße eingeplant worden als zuvor.

Der Entwurf, auf dessen Grundlage nun der Offenlageplan weiterentwickelt werden soll, sieht vor, dass die Erschließung über den Kreuzungsbereich Varenseller Straße (L791)/ „Am Nonenplatz“ erfolgt. Der Landesbetrieb Straßen NRW als Baulastträger der L791 zieht es vor, dass der Knotenpunkt als Kreisverkehr ausgebaut wird. Anstelle des ursprünglich angedachten Regenrückhaltebeckens favorisiert die Verwaltung nun straßenbegleitend angelegte Muldenstreifen, in denen das Regenwasser versickern soll. Michael Brunsiek kann sich vorstellen, dass, sofern alles planmäßig verläuft, der Satzungsbeschluss für das Baugebiet im April 2021 herbeigeführt werden könnte.

Berenbrinck kritisiert geplante Lage der Kita

Kritik an dem Entwurf äußerte Peter Berenbrinck (SPD). Die Kindertagesstätte sei ein „verkehrliches Ärgernis“, bemängelte er die anvisierte zentrale Lage wegen des Bringens und Abholens der Steppkes mit dem Auto. „Die Kita liegt falsch, sie muss an den Rand, nicht in die Mitte, so dass Verkehr gar nicht erst ins Wohngebiet kommt“, sagte er. Hinsichtlich der Realisierung sozialen Wohnungsbaus – die Kommune strebt in dem Areal einen Anteil von 20 Prozent an –, drängte Berenbrinck: „Die Verfügbarkeit der Grundstücke muss geklärt werden.“ Die Stadt habe nur auf 50 Prozent der Flächen Zugriff, die andere Hälfte sei in privater Hand. Gegenwärtig sei die Kommune nicht im Besitz des östlichen Teils, wo laut Entwurf insbesondere die Mehrfamilienhäuser Platz finden könnten. Darüber, „wo die 20 Prozent verortet werden können“, könne man noch frei verfügen, unterstrich Baudezernent Pfeffer vor dem Hintergrund, dass das grobe Konzept nun weiter entwickelt werde.

Rücksicht auf die Umwelt

Unter anderem laufe auch noch ein Umlegungsverfahren. Dieses dient etwa dazu, Grundstücke und deren Grenzen neu zu ordnen. „Wir von der CDU begrüßen, dass das Wohngebiet vorangeht“, sagte Peter Heinz Woste. Er merkte an: „Wir haben schon viel Geld für den Kleigraben in die Hand genommen.“ Er begrüßte, dass für das Gebiet die Machbarkeit für die Nutzung von Kraft-Wärmekopplung in Form eines Blockheizkraftwerks überprüft werden soll und dass bei der Ausrichtung der Dächer auch darauf geachtet werde, dass Photovoltaik zum Einsatz kommen kann.

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