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60 Gräber auf Neuenkirchener Friedhof geschändet

Rietberg

Das Ausmaß der Zerstörung schockiert nicht nur Angehörige. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe.

Auf dem Friedhof in Neuenkirchen wurden in der Nacht auf Mittwoch mehr als 60 Grabstätten zerstört oder beschädigt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Rietberg-Neuenkirchen (gl) - Mindestens 60 Grabstätten auf dem Neuenkirchener Friedhof sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch geschändet worden. Nicht nur die Angehörigen sind entsetzt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Blinde Zerstörungswut

Ein Bild der Verwüstung bietet am Morgen nach der Tat der Gottesacker an der Friedenstraße in Neuenkirchen: Grabplatten wurden zerstört, Dekorationen wie Blumenschmuck, Grabkerzen und Heiligenfiguren umgestoßen und mutwillig beschädigt.

Mehr als 60 Grabstätten sind nach Auskunft der Stadt Rietberg, die seit Kurzem für die Bewirtschaftung des Friedhofs zuständig ist, betroffen. Die Kreispolizeibehörde Gütersloh berichtet von ganzen Abschnitten, in denen letzte Ruhestätten reihenweise zerstört wurden.

Polizeisprecher Mark Kohnert betont, dass die Ermittlungen noch am Anfang stehen. Federführend in der Sache sei das Kriminalkommissariat in Rheda-Wiedenbrück. Sachbeschädigungen auf Friedhöfen kämen zwar immer wieder vor, das Ausmaß der Zerstörungen in Neuenkirchen sei jedoch besonders erschreckend und zumindest in jüngerer Vergangenheit im Kreis Gütersloh ein Einzelfall.

Sunder: „Es macht mich wütend“

Bürgermeister Andreas Sunder zeigt sich betroffen ob der blinden Zerstörungswut. „Es macht mich wütend, dass es offenbar Menschen gibt, denen nicht einmal die Totenruhe etwas bedeutet. Das ist widerlich und unbegreiflich. Es tut mir für alle Angehörigen, deren Gräber betroffen sind, unglaublich leid. Hier sind die Täter rücksichtslos und ohne eine Spur von Anstand in die intimste Privatsphäre von Trauernden eingedrungen“, sagte das Stadtoberhaupt in einer ersten Stellungnahme.

Stadt richtet Hotline für betroffene Angehörige ein

Die Stadt Rietberg hat Anzeige erstattet - wegen Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe. Am Mittwoch war die Polizei vor Ort, um Spuren zu sichern und die Ermittlungen aufzunehmen. Die Abteilung Öffentliches Grün der Stadt Rietberg hat derweil damit begonnen, alle betroffenen Angehörigen persönlich über den Vandalismusvorfall zu informieren. Betroffene können sich aber auch direkt unter Tel. 05244/986237 an die Stadtverwaltung wenden.

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