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Rietberg

An Heiligabend wird im Stall diniert

Rietberg-Mastholte (ssn) - Der viel beschworene Weihnachtsfrieden, er wird wohl erst am Heiligabend auf dem Hof Sol Luna einkehren. Dann soll gekocht und an einer langen Tafel gemeinsam gespeist werden - mitten unter den Tieren, die zum festlichen Abschluss noch das eine oder andere Geschenke erhalten.

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Vertrauen: Die beiden Hängebauchschweine Herzbert und Wilbur fühlen sich in ihrem neuen Stall sauwohl. Sol-Luna-Vorsitzende Irmgard Gubitz schaut regelmäßig bei den Grunzern nach dem Rechten. Foto:

Mit dem Dinner im Pferdestall endet eine Umzugsaktion, die den Beteiligen einiges abverlangt hat. Seit Mitte Oktober ist das ehrenamtliche Tierschutzteam damit beschäftigt, das neue Domizil des Vereins an der Katthagenstraße 66 für die befellten vier- und die gefiederten Zweibeiner bezugsfertig herzurichten. Was zugleich bedeutet, dass am alten Standort an der fünf Kilometer entfernten Weststraße die Pflege, Versorgung und ausreichende Bewegung der dort noch befindlichen Tiere weiterhin sichergestellt werden musste.

Alle Tiere sind nun umgezogen

Am Wochenende sind nun auch die letzten der insgesamt 69 Schützlinge an der Katthagenstraße eingezogen. Die Erleichterung, zumindest die wichtigsten Dinge rechtzeitig vor dem Jahreswechsel geschafft zu haben, ist der Vorsitzenden Irmgard Gubitz ins Gesicht geschrieben. Dass dafür die gesamte Sol-Luna-Familie in der Woche vor dem Umzugsfinale noch einmal bis tief in die Nacht hinein Pfähle eingerammt, Zäune gezogen und Ställe vorbereitet hat, erfüllt sie mit Dankbarkeit.

„Ohne diesen enormen Einsatz aller wären wir niemals so weit gekommen“, stellt sie heraus. Fachmännische Unterstützung erhielten die Aktiven von Schnittker-Tiefbau aus Herzebrock, der Lücke-Bauunternehmung aus Benteler sowie von Garten- und Landschaftsbauer Sascha Dickhut aus Verl, die ihre Arbeitskraft und das Material in großen Teilen unentgeltlich zur Verfügung stellten und so den Umzug maßgeblieblich vorantrieben. „Gemeinsam haben wir praktisch den ganzen Hof umgekrempelt, um ihn an die Bedürfnisse der Tiere anzupassen“, sagt Gubitz.

Wo einst Schweine auf Spaltenböden ihr Dasein fristeten, residieren nun die Pferde in großzügigen Paddocks mit Weidelandzugang – Komplettsanierung der Räumlichkeit inklusive. Sol Lunas eigene Schweine sind komfortabel in der ehemaligen Scheune untergebracht. Im Frühjahr wird für sie noch ein Außengehege gebaut. In einem solchen haben bereits die Hühner und Gänse Quartier bezogen, romantisch umstanden von alten Eichen. „Wenn der Regen die natürliche Senke mit Wasser füllt, genießen sie ihr Bad in vollen Zügen“, hat die Vorsitzende bereits beobachten können. Beschaulicher geht es bei den Kaninchen zu: Sie lieben es trocken und warm. Die frühere Sauna, umgewandelt in ein Paradies für Langohren, bietet ihnen da optimale Bedingungen.

Lehrer packen in ihrer Freizeit mit an

In Zeiten der Viruspandemie lässt sich Teamarbeit bekanntlich ungleich schwieriger organisieren. Das gilt insbesondere dann, wenn kooperierende Einrichtungen – namentlich das Gütersloher Förderzentrum zur individuellen Lebensgestaltung und Berufsbildung (Filb) – geschlossen haben. Die Lehrer hielt dies indessen nicht davon ab, sich tatkräftig an der Katthagenstraße einzubringen: Obgleich kein Werkunterricht stattfand, engagierten sie sich beim Errichten von Weidezäunen.

Bauchschmerzen hatte Irmgard Gubitz im Vorfeld der Umzug der elf Pferde und fünf Ponys bereitet. „Die meisten von ihnen waren in ihrem Leben vielleicht ein- oder zweimal in einem Hänger. Bei uns mussten sie schließlich nicht transportiert werden“, erklärt sie. Beim Verladen half deshalb eine ausgebildete Gelassenheitstrainerin, der es gelang, auch bei der blinden Cleo keine Hektik aufkommen zu lassen.

Café soll alte Deele beleben

Auch für die alte Deele existieren bereits Zukunftspläne. Cedric Sträter, der für Sol Luna die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernommen hat, schwebt ein Café vor, das obendrein den passenden Raum für Vorträge und Expertentreffen bieten könnte. Bis es so weit ist, werden allerdings noch einige Monate ins Land ziehen. Schließlich gibt es an der neuen Adresse noch viel zu tun. „Das Grundgerüst steht. Jetzt kommt die Feinarbeit“, sagt Irmgard Gubitz.

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