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16 Mitarbeiter der Verwaltung ziehen in Gebäude an der Rathausstraße ein

Arztpraxis unten, Büros oben

Rietberg (WB). Die Rathausstraße ist in wenigen Monaten um ein Schmuckstück reicher. Die Bauarbeiten an den Häusern 41 und 43 sind in vollem Gange, schon bald sollen dort die ersten Mieter einziehen. Mittlerweile steht fest, wer alles in den beiden Gebäuden zu finden sein wird.

Stefan Lind

Tom und Leon Meyer (von links) vor der Rückseite des Gebäudes Rathausstraße 41. Die Sanierungsarbeiten sind in vollem Gange, dort entsteht im Erdgeschoss eine Arztpraxis. In den ersten Stock zu Büros der Stadtverwaltung führt ein neuer Aufzug. Fotos: Stefan Lind Foto:

In den Räumen der früheren Musikkneipe Galerie möchte die Allgemeinmedizinerin Dr. Petra Kemper ihre Praxis eröffnen. Sie praktiziert bisher an der Bahnhofstraße. »Wir liegen mit dem Umbau im Zeitplan, Mitte des Jahres wird sie ihre Arbeit aufnehmen«, sagte Eigentümer und Bauherr Leon Meyer am Donnerstag bei einem Besuch der Baustelle im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Mindestens ebenso interessant ist die Nutzung der beiden Obergeschosse in Nummer 41 und 43; sie sind miteinander verbunden. Dort wird die Stadtverwaltung Arbeitsplätze für insgesamt 16 Mitarbeiter einrichten, auch einen Besprechungsraum soll es geben. »Ein Vorteil ist, dass wir künftig die Finanzverwaltung und die zentrale Vergabestelle in einem Gebäude zusammenführen können«, erläutert Bürgermeister Andreas Sunder gegenüber dem WB.

Bislang sind die Büros über zwei Standorte verteilt, die relativ weit ausein­ander liegen. Es handelt sich um ein Gebäude an der Rathausstraße 27 (über dem türkischen Restaurant Mangal) und um das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Kuper an der Heinrich-Kuper-Straße. Nochmal An­dreas Sunder: »Wir haben die Option auf die bisherige Nutzung nicht verlängert und werden im September die neuen Räume beziehen.« Leon Meyer ergänzt: »Im Haus Nummer 41 nutzt die Stadtverwaltung den ersten Stock und das Dachgeschoss, in Nummer 43 nur den ersten Stock. Die Dachgeschosswohnung bleibt weiter vermietet.«

Mieter ziehen im Sommer ein

Ein weiteres Plus aus der Sicht des Bürgermeisters: »Die Bürger können die Finanzverwaltung behindertengerecht per Aufzug erreichen. Das ist zurzeit nicht gewährleistet.« Der Lift entsteht gerade an der rückwärtigen Seite des Gebäudes, dort wird es auch die notwendigen Parkplätze geben. Die neue Unterbringung werde nicht zu höheren Betriebskosten führen, betont Sunder, es werde eher günstiger, »ganz abgesehen von den innerbetrieblichen Abläufen, die sich wesentlich verbessern.« Bleibt noch das leer stehende Geschäft im Erdgeschoss der Nummer 43, ehemals Glennemeier. Da, so erläutert Leon Meyer, sei man noch auf der Suche nach Interessenten.

Das Gebäude, in dem zuletzt die Gaststätte Galerie untergebracht war, stand seit Anfang 2014 leer. Es spielte in der Entwicklung der City-Outlet-Pläne von Tom und Leon Meyer eine entscheidende Rolle. Leon Meyer: »Das war der Ausgangspunkt all unserer Überlegungen. Denn es stellte sich damals heraus, dass wir die Räume nicht vermieten konnten. Es gab keine Resonanz. Also haben wir beschlossen, großflächiger zu denken.« Das führte zu der Idee eines innerstädtischen Outlets mit Bad Münstereifel als Vorbild. Leon und Tom Meyer stellten ihre Pläne zusammen mit Bürgermeister An­dreas Sunder erstmals im August 2015 der Öffentlichkeit vor. Von Seiten der Politik gab es breite Unterstützung, allerdings wuchs mit der Zeit die Skepsis in der Bevölkerung, so dass das Projekt im Mai 2018 mit Hilfe eines Bürgerentscheids gekippt wurde. Seitdem gibt es verschiedene Initiativen, wie die Innenstadt belebt werden könne. Aber es tut sich auch so eine Menge, wie das ehrgeizige Projekt der Meyers beweist.

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