1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Rietberg
  6. >
  7. Bernd Stelter begeistert Fans in Rietberger Cultura

  8. >

Rietberg

Bernd Stelter begeistert Fans in Rietberger Cultura

Rietberg (gdd)

Der Sympathie-Komiker aus Unna glänzt, nicht ungewöhnlich, mit seiner besonderen Sichtung des Alltags.

„In Rente gehe ich nicht“: Die Ankündigung Bernd Stelters hörten seine Fans in der Rietberger Cultura gern.

Rietberg (gdd) - In zwei Vorstellungen sammelt Bernd Stelter seine Fans um sich herum, die Rietberger Cultura ist gut gefüllt. Der Mann, den man als „gemütlichen Dicken“ verehrt, hat zu Beginn der siebten Lebensdekade sichtlich abgespeckt. Die Hose sitzt straff, das Programm bietet indessen Fülle, und eine solche mit Qualität.

„Elefantenhaut“ macht sich breit

Der Sympathie-Komiker aus Unna glänzt, nicht ungewöhnlich, mit seiner besonderen Sichtung des Alltags. Immer mal wieder lässt die fröhliche Quasselstrippe, die den Begriff „Comedian“ für sich konsequent nicht beansprucht, stattdessen betont, als Alleinunterhalter in die Komiker-Annalen eingehen zu wollen, gewisse Altersquerelen durchblicken. So findet Stelter, der gerade das 60. Lebensjahr bewältigt und das Schnapszahl-Jubiläum „33 Jahre auf der Bühne“ nicht ohne Stolz vermerkt hat, sein Konterfei habe sich verändert. 

„Elefantenhaut“ mache sich breit, auch am Arm. Die „Epidermis am Ellenbogen“ („Auf Westfälisch heißt das nur schrumplig“), klagt er, sei symptomatisch zwar hinlänglich bekannt. Aber im Spiegel entdecke er an jedem Morgen das Phänomen auch „an Körperstellen, wo es überhaupt keine Ellenbogen gibt“. Und dass er 29 Jahre als Fahnenträger im Schützenverein wirkte, habe ebenfalls Spuren hinterlassen – der Nabel hänge ihm heute ziemlich weit unten. „Genauso“, stimmt ihm ein Chor im Publikum zu, „genauso isses.“ 

„Erst wenn das Lachen stirbt, sind wir verloren“

Was Stelter behauptet, wird geglaubt, das meiste jedenfalls. Jene, die darüber lachen, nämlich die Altersklasse zwischen 40 und 70 Jahren, will nach all dem Corona-Ärger endlich wieder ausgiebig lachen dürfen. Für diese Stelter-Fans ist es ein Ohrenschmaus, als „Bernd, der Clown“ wie er sich nennt („Ich will gar nix anderes sein!“), in eine weiße Jacke mit Goldbordüren schlüpft, sich eine Kapitänsmütze aufsetzt und als Kreuzfahrtschiffchef präsentiert. 

Mit Kurzeinspielungen von Schlagerschnulzen aus den 1960er-Jahren werden Mittelmeer-Idyllen anhand persönlicher „Schicksale“ in Erinnerung gebracht – so das Verliebtsein im Urlaub und seine süßen Folgen, Motto „Vivat Canaria“. Die Lieder, die der Spaßmacher mit Gitarre und am E-Piano trällert, sind einfach gestrickte Versmaße, so auch der Song „Ich hab’ drei Haare auf der Brust – ich bin ein Bär“. Zwischendurch sein Bekenntnis, es ist unüberhörbar und unmissverständlich: „In Rente gehe ich nicht!“ „Der macht Gott sei Dank weiter“, freute sich eine Zuhörerin. „Ich lache ja so gerne.“ Dazu Philosoph Bernd: „Erst wenn das Lachen stirbt, sind wir verloren.“

Startseite
ANZEIGE