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Rietberg

Ein Schützenbruder im besten Sinn

Rietberg-Bokel (sud) - Die Bokeler St.-Hubertus-Schützen trauern um ihren Brudermeister. Hubert Röhr ist am Donnerstag im Alter von nur 55 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Er war erst 2018 zum Vereinsvorsitzenden gewählt worden. Er war ein Schützenbruder im besten Sinn.

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Die Bokeler St.-Hubertus-Schützen trauern um ihren Brudermeister. Hubert Röhr ist am Donnerstag im Alter von nur 55 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Foto:

Die grünen Ideale Glaube, Sitte und Heimat waren für ihn keine bloßen Floskeln, sondern Grundlage für sein Handeln an verantwortlicher Position im 1886 gegründeten Bokeler Schützenverein.

Füreinander einstehen

Gemeinsam feiern in guten Zeiten und füreinander einstehen in schwierigen Momenten: Dieser Leitgedanke prägte seine Amtszeit als Bokeler Brudermeister. Dabei war es vor allem die Kraft des Schützenvereins als Bindeglied der Dorfgemeinschaft, an die er glaubte und für die er sich einsetzte.

Seine tiefe Überzeugung, dass alle Menschen gleich sind, brachte Röhr in einer Rede anlässlich des Bokeler Schützenfests im Jahr 2019 zum Ausdruck. Die Ansprache des nun verstorbenen Brudermeisters gilt in Schützenkreisen als legendär und richtungsweisend. Röhr berichtete darin, wie er das Grab seines im Krieg gefallenen Großvaters in Frankreich gemeinsam mit einem Freund besuchte. Zugleich warb er in der vielbeachteten Rede am Ehrenmal im Schatten der Bokeler St.-Anna-Kirche für Aussöhnung, Vergebung und Völkerverständigung.

Immer zur Stelle

Als 17-Jähriger entschied sich Röhr 1982, der Bokeler Bruderschaft beizutreten. Daraus wurde eine Verbindung, die ein Leben lang halten sollte. Er engagierte sich in der dritten Vereinskompanie und war immer zur Stelle, wenn seine Hilfe - ganz gleich, welcher Art - gebraucht wurde.

Glanzvolles Königsjahr

In der Session 2014/15 regierte der jetzt Verstorbene den Schützenverein an der Seite seiner Ehefrau Susanne als König. Nach dem glanzvollen Jahr als oberster Repräsentant der Bruderschaft nahm Röhrs Karriere weiter Fahrt auf: 2015 wurde er zum Leutnant befördert, 2016 als Beisitzer in den Vorstand gewählt.

2017 übernahm er das Amt des stellvertretenden Brudermeisters. Im Jahr darauf wurde er zum Nachfolger des langjährigen Bokeler Vereinschefs Bernd Bücker gewählt. Auch in dieser Führungsposition hatte Röhr stets ein offenes Ohr für die Belange der Bruderschaft. Er lenkte den Verein mit seiner ruhigen, besonnenen Art und verschaffte sich damit schnell hohen Respekt.

Mehrfach ausgezeichnet

Für seinen Einsatz wurde Hubert Röhr mehrfach ausgezeichnet. 2005 erhielt er den Bruderschaftsorden, 2019 folgte der Bruderschaftsverdienstorden.

Der Unternehmer hinterlässt neben seiner Ehefrau zwei erwachsene Kinder. Die Trauerfeier findet im engsten Familienkreis statt.

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