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Rietberg

FDP hält Präsenz-Ortsparteitag ab

Rietberg (ssn) - Seit Samstag greift bundesweit einheitlich überall dort die Corona-Notbremse, wo der Inzidenzwert die 100er-Grenze an drei Tagen in Folge überschritten hat. Im Kreis Gütersloh liegt dieser Wert bereits seit Donnerstag über 200.

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Für Mittwoch, 28. April, lädt die FDP Rietberg zu ihrem Ortsparteitag in den Ratsaal ein.

Während das für privat heißt: Treffen im öffentlichen und privaten Raum sind nur erlaubt für Angehörige des eigenen Haushalts plus eine Person eines weiteren Haushalts, lädt die FDP Rietberg für den morgigen Mittwoch zum Präsenz-Ortsparteitag in den Ratssaal ein. Wahlen, die die Anwesenheit der Mitglieder erforderlich machen würden, stehen nicht auf der Agenda. Stattdessen informiert Fraktionsvorsitzender Professor Dr. Manfred Niewiarra aus dem Stadtparlament und der FDP-Kreisvorsitzende sowie Kandidat zur Bundestagswahl, Patrick Büker, über seine Wahlkampfpläne.

„Wir halten sämtliche Schutzmaßnahmen strikt ein“

„Wir erwarten maximal 20 Teilnehmer, wahrscheinlich werden es weniger sein. Für diese Personenanzahl ist der Ratssaal groß genug. Außerdem halten wir sämtliche Corona-Schutzmaßnahmen strikt ein“, rechtfertigt Ortsvorsitzender Ralph Böwingloh auf Nachfrage dieser Zeitung die bereits vor Wochen gefällte Entscheidung der Rietberger Liberalen für eine Präsenz- und gegen eine digitale Durchführung der Veranstaltung. So sei durchgängig, also auch am Platz, ein geeigneter Mund-Nase-Schutz zu tragen. Der Mindestabstand müsse vor, während und nach der Zusammenkunft beachtet werden.

„Die Tische in den Veranstaltungsräumen sind so angeordnet, dass zwischen den Sitzplätzen mindestens eineinhalb Meter Abstand ist, ein Verrücken der Tische ist nicht zulässig. Pro Tisch beziehungsweise Tischelement ist nur eine Person erlaubt“, heißt es überdies in der Einladung zum Ortsparteitag. Die Teilnehmer müssen sich unmittelbar nach Betreten des Ratssaals die Hände desinfizieren. Auch werde ausreichend gelüftet – „stellen Sie sich auf eventuelle Zugluft oder ein mögliches Kälteempfinden ein“.

Um etwaigen Infektionsketten keine Chance zu geben, habe er am Montag auch noch Corona-Selbsttests besorgt, sagt Böwingloh. Sie sind für alle Teilnehmer verpflichtend und werden vor Ort durchgeführt. Wenn es das Wetter zulässt, wolle man dafür ins Freie gehen. Nur, wer ein negatives Ergebnis vorweisen kann, darf anschließend den Ratssaal betreten. Natürlich sei die Entscheidung pro Präsenz eine Abwägung gewesen, „und es gab in meiner Fraktion auch Bedenken“, räumt der Ortsvorsitzende ein. Ihm sei es jedoch wichtig, die Mitglieder nach bereits durchgeführten digitalen Formaten auch wieder persönlich ansprechen zu können.

Stadt: Der Vorbildfunktion bewusst sein

Nicht vergessen dürfe man außerdem, dass sich die Situation im Vergleich zum Beginn der Pandemie verändert habe. „Ein Großteil der vulnerablen Gruppen ist mittlerweile geimpft“, macht Böwingloh deutlich. Zudem stünden ausreichend Schnell- und Selbsttests zur Verfügung. „Der starre Blick auf den Inzidenzwert ist daher aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß.“

Den Ratssaal stellt die Stadt Rietberg den örtlichen Parteien regulär nur für deren Fraktionssitzungen zur Verfügung. Dass die FDP dort am Mittwoch ihren Ortsparteitag abhalten darf, bezeichnet Stadtsprecherin Nina Ackfeld als absolute Ausnahme, da alternative Räumlichkeiten – etwa in Gaststätten – pandemiebedingt zurzeit nicht auf dem Markt seien. Auf die Frage, wie die Kommune dazu steht, dass dort ohne zwingende Notwendigkeit eine Zusammenkunft in Präsenz stattfindet, teilt sie mit: „Bürgermeister Andreas Sunder empfiehlt grundsätzlich, alle Veranstaltungen digital durchzuführen, sofern dies möglich ist.“ Als Partei solle man sich zudem seiner Vorbildfunktion bewusst sein.

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