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Neujahrskonzert: Dirigent Markus Huber plaudert gern – auch über Andreas Sunder

Für einen Abend Oberbürgermeister

Rietberg(WB). Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder hat in seiner Ansprache während des Neujahrskonzertes der Stadt in der Cultura deutliche Worte zur aktuellen politischen Lage gefunden. „Angesichts der Entwicklungen in vielen Ländern, auch bei uns in Deutschland, bin ich froh und glücklich darüber, dass wir es in Rietberg nicht mit extremen Parteien wie der AfD zu tun haben“, sagte er.

Stefan Lind

Markus Huber und die Nordwestdeutsche Philharmonie gestalten den musikalischen Teil des Neujahrskonzerts in der Cultura. Der Dirigent erweist sich zudem als charmanter Plauderer, der viel zum Programm erzählen kann. Foto: Stefan Lind

„CDU, FWG, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die FDP – das sind die großen Parteien, auf die Sie sich im Stadtrat verlassen können“, so Sunder weiter. Es seien Gruppierungen, „die sich nicht von alternativen Fakten, nicht von Populisten und nicht von extremen Strömungen beeinflussen lassen.“ Der Hinweis kam nicht von ungefähr: „.2020 ist ein besonderes Jahr – es sind Kommunalwahlen. Geben Sie bitte den Parteien Ihre Stimme, gehen Sie wählen.“

Neujahrskonzert war schon Monate vorher ausverkauft

Das Neujahrskonzert mit der Nordwestdeutschen Philharmonie ist zu einem Selbstläufer geworden, schon Monate vorher war es ausverkauft. Die Bürger schätzen den angenehmen Rahmen, die Musik, das Glas Sekt zwischendurch – und die Schnittchen, wie Markus Huber, Dirigent des Orchesters, in seiner Moderation feststellte. Das sei ja alles schön und gut, „aber warum gibt es das Essen erst nach dem Konzert?“ Seine Musikerkollegen seien nach intensiver Probenarbeit ausgesprochen hungrig, fügte er augenzwinkernd hinzu.

Überhaupt erwies sich der Orchesterchef beim dritten Gastspiel erneut als fröhlicher Plauderer. Andreas Sunder hatte in seiner Rede erwähnt, er sei im Jahr zuvor von Huber mal eben zum Oberbürgermeister befördert worden („auf meine Gehaltsabrechnung hat sich das leider nicht ausgewirkt“). Der Dirigent setzte kurzerhand noch eins drauf und erwähnte im Laufe des Abends einen gewissen „Herrn Oberbürgermeister Professor Dr. Sunder“, den er zwischendurch von der Bühne herab auch mal spontan nach seinen Urlaubsplänen befragte.

Nordwestdeutsche Philharmonie bietet bunte Musikmelange

Eine bunte Musikmelange hatte die Nordwestdeutsche Philharmonie natürlich auch im Gepäck, als Solistin war die Sopranistin Leonor Amaral mitgekommen. Ein bisschen wenig Strauß stand im Programm (einmal Johann, einmal Bruder Josef und natürlich Vater Johann mit dem „Radetzky-Marsch“ als letzte Zugabe). Stattdessen ließ der Programmtitel „Crazy Girl“ schon erahnen, dass die amerikanische Unterhaltungsmusik einer der Schwerpunkte sein würde, heißt doch ein Musical von George und Ira Gershwin „Girl Crazy“. Daraus gab’s „I Got Rhythm“, dazu weitere Genre-Evergreens wie „I Could Have Danced All Night“ aus „My Fair Lady“, „Willkommen, Bienvenue, Welcome“ aus „Cabaret“ sowie gleich zwei Songs aus „Mary Poppins“. Leonor Amaral brauchte zwar in den meisten Fällen ein Mikrofon, um in der Cultura gegen das Orchester durchdringen zu können, dieses kleine Manko machte sie aber mit einer furiosen Bühnenshow und regelmäßigen Kostümwechseln wieder wett.

Von zwei besonderen Jahreszahlen ist noch zu berichten. Die Nordwestdeutsche Philharmonie war jetzt zum zehnten Mal in Folge in Rietberg zu Gast, wie Markus Huber betonte. Bürgermeister Andreas Sunder hob ein anderes Datum hervor: „Wir feiern einen runden Geburtstag.“ Hinter dem sperrigen Begriff „Kommunale Gebietsreform“ verberge sich eine umfangreiche Neuordnung, die 1970 in Kraft getreten ist. Aus dem Amt Rietberg wurde die Stadt Rietberg. Er kündigte an, den Jahrestag mit einer Sonderratssitzung feiern zu wollen, „zu der wir unter anderem alle ehemaligen Ratsmitglieder einladen.“

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