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Rietberg

Gildevorstand stellt sich neu auf

Rietberg (bit)

Mit durchgreifenden Veränderungen im geschäftsführenden Vorstand geht die St.-Hubertus-Schützengilde von 1634 nach einem eher freudlosen Corona-Jahr 2020 in die Zukunft. Derweil wirft das 2024 in Rietberg stattfindende Bundesschützenfest bereits seine Schatten voraus.

Die drei Neuen im Vorstand der Schützengilde Rietberg sind (v. l.) Arno Schnippenkötter, Markus Kauffeld und Fabian Reinkemeier. Foto:

Während der Hauptversammlung unter freiem Himmel auf dem Schützenplatz wählten die Mitglieder Markus Kauffeld, Fabian Reinkemeier und Arno Schnippenkötter in das Führungsgremium. Zuvor verabschiedete Vorsitzender Stefan Kay besonders verdienstvolle Schützenbrüder, die nicht erneut kandidierten. Nach 30 Jahren in Spitzenämtern trat Wolfgang Rieländer ab, der sich seinerzeit wesentlich für die Verlagerung des Schützenplatzes von der Bokeler Straße an die Teichwiesen eingesetzt hatte. Die Versammlung dankte ihm mit stehendem Applaus. Nach der Amtsniederlegung von Dirk Ehlers sei noch offen, wer künftig die Position des Vizevorsitzenden übernehme, merkte Kay an. 

1139 Mitglieder halten Bruderschaft die Treue

Nach 16 Jahren verlas Hebert Eusterbrock am Sonntag seinen letzten Jahresbericht und wurde mit dem Silbernen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Auch Protokollführer Heiner Rasche trat ins Glied zurück. Wolfgang Rieländer, der zuletzt Zeremonienmeister war, meinte, er habe viele Gründe, der Gilde zu danken und die schönste Aufgabe im Verein gehabt, nämlich 150 Orden verleihen zu können. Am Sonntagmorgen durfte er einen besonderen Jubilar hervorheben: Johannes Lefeld, der 56-mal das Goldene Sportabzeichen absolviert hat und mit 85 Jahren noch topfit ist, gehört der Gilde seit sieben Dekaden an. Als er 1951 mit 15 Lenzen eintrat, wurde gerade das dritte Schützenfest nach dem Zweiten Weltkrieg gefeiert. 

Christian Stücker nahm als zweiter Kassierer die Finanzlage locker: 2019 war die Stimmung hervorragend und der Saldo im Minus, 2020 dann coronabedingt ohne Schützenfest die Stimmung im Keller, aber die Kasse im Plus. 1139 Mitglieder halten der Bruderschaft die Treue. Eine Hutsammlung für die durch den Wegfall von Auftritten gebeutelten drei befreundeten Musikkapellen brachte 1486 Euro ein, die der Verein auf 1800 Euro aufrundete. Michael Aufderstroth verwaltet eine finanziell solide Sterbekasse. Nach dem Bericht von Kassenprüfer Werner Hartkamp folgte die einstimmige Entlastung für die Vermögensverwalter. Eine personelle Änderung gibt es beim Gildenachwuchs: Jungschützenmeister ist jetzt Markus Kraft. Er folgte Johannes Grusdas. Als Jungkönig regiert Jannik Wallenstein.

Pfarrer Andreas Zander weiht Fahne

Wenn die Rietberger „Lobet den Herren“ singen, hört es auf zu regnen, wie am Sonntagmorgen beim Gottesdienst auf dem Schützenplatz unter Beweis gestellt. Er stand ganz im Zeichen der St.-Hubertus-Schützengilde – mehr Tradition geht nicht. Präses Pfarrer Andreas Zander, der die Liturgie in Konzelebration mit Diakon Heinz Kaupenjohann gestaltete, weihte zunächst die restaurierte Fahne des Vereins. Er blickte dafür in die Geschichte, auf das Labarum des römischen Kaisers Konstantin, die große Hauptheeresfahne mit dem Zeichen Christi. Es habe der Feldzeichen bedurft, damit aus der Horde eine kampffähige Truppe wurde, für die es sich einzusetzen Sinn ergebe. Es sei immer wichtig, dass es Zeitgenossen gebe, welche die Fahne hochhalten. Das gelte ebenfalls für die Gilde als Trägerin der Hoffnung und Gestalterin der Zukunft, betonte Pfarrer Zander. Auch der murrende Prophet im Evangelium – „heute hätte er getwittert“ – habe sich auf Gott eingelassen. 

Das seit 2019 amtierende Königspaar André und Kirsten Nordmann sprach die Fürbitten während des Gottesdiensts, in dem auch die Namen der verstorbenen Schützenbrüder aufgerufen wurden. Die Blaskapelle der Rietberger Jäger unter Leitung von Benedikt Altehülshorst begleitete die Messfeier musikalisch. Zu den Ehrengästen zählten der NRW-Landtagspräsident und frühere Bürgermeister der Emsstadt, André Kuper, sowie der jetzige Verwaltungschef Andreas Sunder. Vorsitzender Stefan Kay erinnerte an das besonders gelungene Schützenfest 2019, dem die lange quälende Zeit – ausgelöst durch das Coronavirus – gefolgt sei, das noch immer das Vereinsleben fessele. Durch die Tagesordnung der sich an die Messe anschließenden Hauptversammlung führte zweiter Vorsitzender Dirk Ehlers. Zum Auftakt schmetterte der Grafschaftler Fanfarenzug unter Stabführung von Jürgen Descher „Jenseits des Tales“ – diesmal der Ems.

Langjährige Jubilare geehrt

Jubilare sind die Stützen eines Vereins. Sie zeichnen sich aus durch Treue und Beharrlichkeit – auch in der Corona-Flaute. Die Rietberger Schützengilde ehrte während ihrer Hauptversammlung langjährige Mitglieder. 70 Jahre: Johannes Leifeld. 50 Jahre: Herbert Eusterbrock, Franz Kaup, Clemens Meyer, Michael Orlob, Gerhard Reinkemeier, Heinz-Bernhard Richter, Heinz-Peter Speit, Manfred Vogt, Bernhard Buschsieweke, Willi Hartkämper, Hubert Kremer und Walter Blomberg. 40 Jahre: Raimund Drescher, Herbert Ewers, Ludger Lilienbecker, Ralf Moss, Klaus Münster, Ralf Peterhanwahr, Andreas Rath und Heinz-Josef Merschmann. 25 Jahre: Michael Aufderstoth, Thomas Bongenberg, Michael Brüggenolte, Werner Hartkamp, Norbert Krause, Rainer Peitz, Ralf Peitzmeier, Günter Schneider, Jörg Schiffner, Thea Peitz, Ulrich Isenberg und Matthias Harmann.

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