1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Rietberg
  6. >
  7. Glasfaser: Neuenkirchen geht leer aus

  8. >

Obwohl ein Drittel der Bevölkerung Interesse hat, sind die Ausbaupläne gescheitert

Glasfaser: Neuenkirchen geht leer aus

Rietberg-Neuenkirchen (WB). Der Flickenteppich im Rietberger Stadtgebiet, was den Ausbau der Breitbandverkabelung angeht, vergrößert sich. Grund dafür: Die Firma Helinet wird nicht, wie erhofft, den Ausbau im Ortsteil Neuenkirchen in Angriff nehmen. Das erfuhren die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses am Dienstag.

Stefan Lind

Diese bunten Kabel legen die Grundlage für das Internet der Zukunft. Die Firma Helinet wird aber nun doch kein Glasfasernetz im Ortsteil Neuenkirchen verlegen. Die zu erwartende Rendite wird als zu niedrig eingestuft. Foto: dpa

Dabei hatte im Juli alles noch so gut ausgesehen. In der Vermarktungsphase war die nötige Marke von 40 Prozent in Neuenkirchen zwar nicht erreicht worden, immerhin hatten sich aber 34 Prozent der Haushalte dafür entschieden, einen Glasfaseranschluss zu beantragen. »Es ist jetzt intern entschieden worden, eine Netzfeinplanung auf den Weg zu bringen«, sagte Martin Köster, Sprecher des Telekommunikationsunternehmens Helinet, damals dem WESTFALEN-BLATT. Das sei ein gutes Zeichen, denn das zeige, dass man das millionenschwere Projekt angehen wolle.

Eine Einschränkung machte er aber damals schon: Man müsse sehr genau auf die Wirtschaftlichkeit schauen, deshalb könne es sein, dass gewisse Bereiche Neuenkirchens, in denen nur wenige Aufträge vorliegen, ausgespart werden müssten und keinen Glasfaseranschluss bekämen.

Jetzt aber ist der schlimmste Fall eingetreten: Helinet hat entschieden, sich von einem eigenwirtschaftlichen Ausbau zurückzuziehen. Die Renditeerwartungen könnten nicht erfüllt werden, so die Begründung.

Springt die Stadt ein?

Im Rathaus hat man bereits reagiert und das Thema auf die Tagesordnung der Ratssitzung am Dienstag, 1. Oktober, gesetzt. Die »unerfreuliche Entwicklung«, so Bürgermeister Andreas Sunder, werfe die Frage auf, ob und wie die Stadt Rietberg auf diese neue Situation reagieren könne und solle. Er stellt den Vorschlag in den Raum, dass eine finanzielle Unterstützung des Breitbandausbaus durch die Stadt Rietberg in Betracht kommen könne: »Wenn man einem solchen Engagement grundsätzlich positiv gegenübersteht, sind hier verschiedene Gestaltungs- und Beteiligungsmodelle denkbar.« Diese müssten jedoch noch näher geprüft und auf die Rietberger Situation angepasst werden. Da die angesprochenen Möglichkeiten komplex seien, schlägt Sunder vor, sich externe Unterstützung durch ein Beratungsbüro zu holen. Den hierdurch entstehende Kostenaufwand schätzt man im Rathaus auf zunächst 50.000 Euro.

In Mastholte läuft’s

Was den Ausbau durch die Helinet in anderen Ortsteilen angeht, gibt es dagegen Positives. In Mastholte-Süd sei ein Großteil der Kunden bereits am Netz und könne den Glasfaser-Anschluss nutzen, heißt es aus der Verwaltung; der Rest komme spätestens Ende des Jahres. In Mastholte ist der Ausbau durch den Tiefbauer Anfang September beendet worden. Die ersten Kunden sind bereits angeschlossen. Die Kernstadt Rietberg ist, wie berichtet, in die Bereiche Nord und Süd aufgeteilt. Der Ausbau hat insgesamt im Mai begonnen, die Fertigstellung ist für Dezember 2019 (Süd) und Juni 2020 (Nord) geplant.

Startseite