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Hilfsgüter füllen sechs Auflieger

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Bokel (ei/ssn) - Mit sechs vollgepackten Aufliegern haben sich am Samstagnachmittag die Aktiven der Gemeinschaft „Bokel hilft“ auf den Weg in die Eifel gemacht, um den Betroffenen der Hochwasserkatastrophe Hilfsgüter zu überreichen.

Die Ladefläche dieses Aufliegers füllte sich am Samstagnachmittag im Rahmen der Aktion „Bokel hilft“ schnell. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hatten alle Hände voll zu tun. Foto:

Besen, Schippen, Eimer: Damit der Unrat, den die Fluten herbeigeschwemmt haben, aus den Häusern entfernt werden kann, waren diese Produkte besonders gefragt. Aber auch Trinkwasser und Hygieneartikel sind in der Eifel momentan Mangelware, so dass diese unentgeltlich zur Verfügung gestellten Güter sicher ebenfalls dankbare Abnehmer finden. Bereits seit Mittwoch wurden im Rahmen der Aktion jeweils zwei Stunden täglich Spenden an der Feierscheune des Gasthofs Bökamp entgegengenommen. Am Samstag hieß es dann Szenenwechsel: Nun empfingen die Aktiven die Helfer mit ihren Materialien auf dem Dorfplatz.

Mineralwasser für Helfer vor Ort mitgebracht

Durch das Entzerren der Sammlung über mehrere Tage hinweg wurde die Aktion für die rund zwei Dutzend Helferinnen und Helfer um die Organisatoren Ute Sommer und Sebastian Schnusenberg zu einer gut beherrschbaren Aufgabe. Unproblematisch konnten die Spender vorfahren, ihre Gegenstände abgeben, und wieder wegfahren. So wie Carsten Hurlbrink aus Rheda-Wiedenbrück, der mehrere Koffer dabei hatte. Diese hatte er mit Hygieneartikeln gefüllt, aber auch Mineralwasser für die Helfenden vor Ort hatte er mitgebracht. 

Sabine Haferkemper war durch ihren Neffen auf die Bokeler Aktion aufmerksam geworden, nachdem sie vorige Woche bereits in Mastholte spenden wollte, jedoch aufgrund des enormen Andrangs (diese Zeitung berichtete) abgewiesen wurde. Diesmal hatte sie mehr Glück: Die ehrenamtlich Aktiven nahmen ihre Stühle entgegen und verstauten sie wenig später in dem von der Firma Hünemeier bereitgestellten Auflieger. Die Sitzkissen und Auflagen musste sie indessen wieder mitnehmen – dafür gebe es momentan keine Verwendung, erklärte man ihr. Die Helfenden sortierten die Ware vor, die schließlich ordentlich verpackt auf dem Lastzug verstaut wurde. Gegen 16 Uhr startete der Konvoi Richtung Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis), wo man in den Abendstunden eintraf und die Auflieger leerte.

Hochdruckreiniger dringend benötigt

Hilfe für die so hart getroffenen Menschen in der Eifel kommt aus vielen Richtungen: Der Vorsitzende von Germania Westerwiehe, Robert Oesterschlink, hatte dem Rietberger Verein „Familien in Not“ spontan den Vereinsbulli samt Fahrer und Anhänger für den Transport von Gütern sowie Personen angeboten. „Eigentlich sollte der Transport am Freitag starten, die Helfenden wurden dann aber letztlich mit anderen Fahrzeugen befördert“, berichtet Oesterschlink im Gespräch mit dieser Zeitung am Sonntag. 

Der Vorsitzende von „Familien in Not“, Georg Winkler, habe ihn jedoch gebeten, unter anderem 35 Matratzen sowie einige Lattenroste von der Firma Otterpol in den von Willi Klaas zur Verfügung gestellten Anhänger zu packen. Zusätzlich organisierte Oesterschlink noch gebrauchte Eimer vom hiesigen Salat-Hersteller Kuhlmann sowie dringend benötigte Muffen vom Installateur.

Hochdruckreiniger werden benötigt 

Der Sportchef dankt allen Spendern: „Egal wo ich angerufen habe, niemand hat nach Geld oder einer Spendenquittung gefragt“, freut er sich über die riesige Hilfsbereitschaft. Oft habe er nur als Antwort auf seine Anfrage bekommen: „Kannst du in 30 Minuten abholen.“ 

Gute Nachrichten gibt es auch von Georg Winkler: Wie er am Sonntag per Telefon aus dem Krisengebiet mitteilte, haben sich mittlerweile zahlreiche Helfer eingefunden, die den Arbeitseinsatz in Swisttal-Odendorf unterstützen. „Am Samstag waren wir 45 Leute, heute sind es 50“, berichtet der „Familien-in-Not“-Aktive. Während dieses Problem also gelöst ist, werden nun noch händeringend Hochdruckreiniger benötigt, um die Häuser von dem angespülten Schlamm zu befreien. Wer ein Gerät zur Verfügung stellen kann, meldet sich bei Waltraud Zwick, Telefon 0157/52328469.

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