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Akkordeonorchester und Posaunenchor treten erstmals gemeinsam auf

Ja, sie können auch anders

Rietberg (WB). Es gibt Experimente, die sind von vornherein zum Scheitern verurteilt – und es gibt solche, die machen ausnahmslos allen Beteiligten Spaß und dürfen am Ende als wahrlich gelungen bezeichnet werden. Am Samstag war ein solcher Fall.

Petra Blöß

Es klingt richtig gut, wenn Blech und Quetschkommoden zusammen kommen, so wie hier in der Basilika des Bibeldorfes. Fotos: Petra Blöß

Den erfolgreichen Versuch unternahmen zwei musikalische Formationen, die sonst, wenn überhaupt im Laufe von Jahrzehnten überhaupt einmal, vielleicht nacheinander an einem Veranstaltungsort aktiv sind – aber bestimmt nicht zusammen. Dieses Mal aber taten sich die Aktiven des heimischen Akkordeonensembles Concordia und des Posaunenchores der evangelischen Kirchengemeinde zusammen. Und nicht nur der geneigte Betrachter dachte sich am Ende des Zusammenwirkens kommentierend: »Mehr davon«.

Ja, es klingt, und es klingt richtig gut, wenn Blech und Quetschkommoden zusammen kommen, zumindest, wenn es diese beiden Gruppierungen sind, die da ganz neue Freude am gemeinsamen Tun bekommen haben. Herrlichstes Sommerwetter? Kein Open Air! Aber die Basilika im Bibeldorf war so richtig gut besucht und gefüllt mit erwartungsfrohen Verwandten, Freunden, Bekannten der Aktiven und mit Musikliebhabern, die hier auf ungewöhnliche Weise auf ihre Kosten gekommen sind.

Es gab einiges auf die Ohren

Denn das Solospiel der jeweiligen Formationen nahm nicht den breitesten Raum ein. Es war vielmehr das Zusammenwirken mit einer durchaus anspruchsvollen und sicher auch ungewöhnlichen Auswahl an Titeln, die allerfeinste Unterhaltung beinhaltete. Ja, der Posaunenchor kann auch anders, nicht nur kirchlich-getragene Weisen. Und ja, die Concordia kann auch anders, nicht nur typisch seefahrt- und küstenromantische oder alpenländische Folklore am Schifferklavier. Von wegen!

Es gab, um es despektierlich zu formulieren, beim Konzert »Tasten und Blech« so einiges auf die Ohren, was vorher gar nicht erwartbar gewesen wäre. »Eye Of The Tiger« beispielsweise, das Lied der Boxer aus »Rocky III«, Motivationshilfe für Dariusz Michalczewski und Arthur Abraham bei großen Fights, und hier ganz neu dargeboten von den Virtuosen am Akkordeon. Da wechselten langsame Songs wie »My Heart Will Go On« mit dem »Teufelstanz« und einem »Czardas«. Melodiereigen aus dem »rosaroten Panther« erklangen ebenso wie ein wahrlich klangvolles Medley aus »Fluch der Karibik«. Für Romantiker gab es »What A Wonderful World«, einst bekannt geworden durch Louis »Satchmo« Armstrong.

Als am Schluss in einem speziellen Arrangement der Abba-Erfolgshit »Thank You For The Music« erklang, dürften alle Besucher auch gedacht haben: »Danke, Concordia, danke Posaunenchor, für diese wundervolle Musik in einem außergewöhnlichen Konzert.« Der Applaus jedenfalls machte deutlich: Es hat allen richtig gut gefallen!

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