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Versammlung der Grafschaftler: Viele verdiente Karnevalisten erhalten Auszeichnungen

Jecken mit Durchhaltevermögen

Rietberg (WB). Wer kennt ihn nicht, den TV-Werbespot mit den nervigen Kindern, die beim Kaufmannsladen-Spiel lauthals krähen: »Dann geh doch zu Netto!« Eine Abwandlung davon ist nun das neue Motto der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft für die Session 2019/2020.

Petra Blöß

Für 55 Jahre Mitgliedschaft in der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft zeichnen Prinzessin Dagmar Verkersting und Prinz Marco Rüschkamp (rechts) die verdienten Karnevalisten Ferdi Schniedertöns (links) und Günter Stücker aus. Foto: Petra Blöß

»Dann geh doch zum Karneval!« – so lautet das Sprüchlein, das sich zu vorgerückter Stunde in der Generalversammlung der Jecken gegen reichlich zuvor eingereichte Mitbewerberverslein durchsetzen konnte. Wie oft bereits in heimischen Wohnstuben in der Vergangenheit der Ausspruch erklang, wenn einer zum Fasching gehen will und der Partner nicht – das allerdings kam nicht zur Sprache.

Besondere Auszeichnung für Gerd Muhle

Allerdings dürfte ein genervtes »Dann geh doch zum Karneval« in der neuen Session vor allem jene närrischen Kerle treffen, die ohne Frauen, weil nicht zugelassen, des sonntags morgens zur Herrensitzung schlüren möchten. Die Spruchauswahl war groß und durchaus vielseitig. Dieses Mal kombinierten die anonymen Kreativköpfe der GKGR – bekannt wird immer nur der Name desjenigen, auf dessen Spruch die Mehrheitswahl fällt – sogar das heimische Platt mit der Weltpolitik: »Fastohmt un dat rausa Schwein, de maket Rebbach great again.«

Zu den knapp 40 Vorschlägen zählten zudem »Das Herz auf der Zunge, den Verstand in der Hand, der Rietberger Karneval – außer Rand und Band«; »Ob Freund ob Feind ist hier egal, gemeinsam feiern wir Karneval« und auch »Uns in Rietberg kriegt nix klein, die Narrenfreiheit, die muss sein.«

Zum Programm der Jahresversammlung der Mitglieder in der Bibeldorf-Basilika zählte ganz überraschend auch die Auszeichnung für Ehrenpräsident Gerd Muhle mit dem großen Goldorden des Bundes Deutscher Karneval. Der Rietberger SPD-Chef, an diesem Abend in der Basilika wahrlich in rotes Licht getaucht, war 1988 Prinz Karneval und verlor sein Herz an den heimischen Fasching. Er trat dem Elferrat bei, war von 1991 bis 1998 dessen Präsident, in der Folge Vizepräsident und 2006 bis 2012 auch Präsident des großen Karnevalsvereins.

Seit 55 Jahren dem GKGR treu

»Weiter so, noch viele, viele Jahre«, das ist ein Wahlspruch der Grafschaftler Karnevalisten. Und genau der findet sich auch auf den großen Ehrenurkunden, die langjährige Mitglieder zum runden Jubiläum erhalten. Im Rahmen der Generalversammlung wurden zahlreiche »treue« GKGRler ausgezeichnet. Zwei von ihnen sind sogar schon seit 55 Jahren im traditionsreichen Kernstadt-Jeckenzusammenschluss. Ferdi Schniedertöns und Günter Stücker war der Beifall der zahlreichen Anwesenden gewiss.

So wie auch Schatzmeister Helmut »Stocki« Stockmeier. Für ihn gab es gar stehende Ovationen aller. Stocki tat konsequent das, was er schon vor zwei Jahren signalisiert hatte. Er gab sein Vorstandsamt in jüngere Hände ab, versprach aber zur Erleichterung nicht nur seiner jungen Nachfolgerin Stefanie Hanswillemenke, dass er weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen werde, unter anderem im neuen Finanzausschuss des Vereins.

»Stocki« ist jetzt Ehrenkassierer

Drei Jahrzehnte lang hatte der frühere Mitarbeiter der Sparkasse Rietberg die Kasse der Grafschaftler verwaltet – erfolgreich, denn die Gemeinschaft steht auf sehr soliden Füßen, hat ein gutes Plus auf der hohen Kante und kann problemlos ihre Vielzahl an Veranstaltungen von den großen Sitzungen bis hin zum Straßenkarneval finanziell managen. Für den Schatzmeister, immerhin ein Ehrenamt, bedeutet das ein umfangreiches Betätigungsfeld, denn mittlerweile gilt es, ein Kassenvolumen von einer Viertelmillion Euro zu bewältigen. In Anerkennung seiner Leistung wurde Stockmeier zum »Ehrenkassierer« des Vereins ernannt.

Zahlreiche weitere Themen bestimmten die mehrstündige Zusammenkunft, so unter anderem der Ausblick auf die neue Session, die Berichte aller Abteilungen, Informationen zur logistischen Umstrukturierung und ebensolche zur Einbindung von mehr Kräften in deren jeweiligen individuellen Schwerpunktinteressen. Gerd Muhle (Mitte) erhält den großen Goldorden von Bernd Bartels-Trautmann und Claudia Jüttemeier vom Präsidium des Bundes Westfälischer Karneval.

Gerd Muhle (Mitte) erhält den großen Goldorden von Bernd Bartels-Trautmann und Claudia Jüttemeier vom Präsidium des Bundes Westfälischer Karneval. Foto: Petra Blöß
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