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Bei der Altweibersitzung in Neuenkirchen sind Männer gern gesehen (als Diener)

Kampf mit der Schreibmaschine

Rietberg-Neuenkirchen (WB). Die Altweiber im Wapeldorf sind in Sachen Männer tolerant. Oder raffiniert? Die Kerle durften nämlich zur närrischen Sitzung der Damen kommen – um vor Ort diverse Dienste zu verrichten.

Petra Blöß

Das F hakt: Nicole Wördekemper als ungeduldige Beraterin in Sachen kaputter Schreibmaschine Foto: Petra Blöß

So flitzten Kellner durch den voll besetzten Saal im Kolpinghaus, hinterm Technikpult standen Männer, die Medien durften männliche Berichterstatter entsenden. Und für den Auf- und Abbau der Bühne waren die Herren auch bestens geeignet. So konnte die Damenwelt in Ruhe dem frönen, wozu sie Lust hatte.

Genügend Kraft für tosenden Applaus

Die darstellerischen Fähigkeit und der Humor der unter dem Dach der Kolping-Karnevalsgesellschaft Neuenkirchen organisierten Altweiber sind bekannt. Die besondere Atmosphäre im Saal auch. Fantasievoll kostümiert waren sie erschienen, die Weiber. Kesse Cowgirls, finstere Spinnen, Cordula Grüns sowieso, Clowns, Hexen und Fabelwesen hakten sich unter und schunkelten. Und knabberten, während das Programm lief, lauter »lecker Zeug« wie Mini-Berliner, Salzgebäck, und Energieriegel. So gestärkt war genügend Kraft da für tosenden Applaus. Und den gab es dann satt. Verdientermaßen, denn die Altweiber hatten tief in die Kiste lustiger Sketchvorlagen gegriffen.

Die knapp zwei dutzend Akteurinnen starteten einen Angriff nach dem nächsten auf die Lachmuskeln. Ausnahmslos alle waren in feinster Spiellaune. Dazu galt es, Prinzessin Dagmar Freitäger und die neue Dr. humoris causa, Dr. med Hildegard Humann zu würdigen.

Beide stellten sich in eigenen Reden vor. Dagmar I. gab zudem tiefe Einblicke in das Jahr ihrer Amtszeit an der Seite von Prinz Thomas II. »Ich bin ja davon ausgegangen, dass ich eingeladen bin zur Herrensitzung«, schmunzelte die Tollität, »so wie bei uns der Prinz zu Gast sein kann. Aber die wollten doch lieber nur leicht bekleidete Frauen sehen.«

Absolute Hochform

Genau die gab es, logisch, nicht in der Weibersitzung, wohl aber eine Maria Fischer, die als Mia »F« Grün darstellerisch zu absoluter Hochform auflief. »Essen ist der Sex des Alters«, grinste sie ins Rund, und berichtete von den Problemen mit der »figurformenden Unterwäsche«. Marlies Wolke legte Hand an und dann hatte Mia tatsächlich einen Fetzen an, der sechs Nummern zu klein erschien.

Das »F« hängt hieß es bei Edith van Pels und Nicole Wördekemper. Wer braucht schon einen modernen Computer, wenn er eine alte Kofferschreibmaschine hat? Indes, wenn das »F hängt«, wird das Briefeschreiben schwierig.

Ihre »Ehekrise« lebten Nathalie Mertensotto und Karo Limeabel so aus, dass manche sich an den heimischen Stubentisch versetzt sah. Woran merkt sich der Hausherr den Hochzeitstag? Natürlich an jenem denkwürdigen Ereignis eines 12:1 Sieges der Neuenkirchener Fußballer gegen die Lieblingsfeinde aus Rietberg.

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