1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Rietberg
  6. >
  7. Klimaschutz kann 3,9 Millionen Euro kosten

  8. >

Stadt Rietberg beteiligt sich an NRW-weitem Wettbewerb und hofft auf Fördermittel

Klimaschutz kann 3,9 Millionen Euro kosten

Rietberg (WB/pkb). Spektakuläre Themen hatte und hat die Stadt Rietberg schon seit längerem in der Bearbeitungsschleife. Was dabei fast in öffentliche Vergessenheit geraten könnte, das sind die Bemühungen zum Klimaschutz.

Volles Haus im Klimapark – das gibt es mittlerweile nur noch selten in der bundesweit einmaligen Informationsanlage am Rande des Gartenschauparks. Die Stadt unternimmt zahlreiche Anstrengungen zum Klimaschutz. Foto: Petra Blöß

Die haben bekanntlich in der Emsstadt angefangen, lange bevor andere Kommunen die Problematik in den Fokus gerückt haben. Und nun, in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses, legten externe Fachberater und die Experten aus dem Rathaus dar, was sich schon wieder Neues getan hat, was sich noch tun soll und auch, dass man sich an einem Projektwettbewerb unter dem Motto »Kommunaler Klimaschutz NRW« beteiligt hat und hier auf den Eintritt in die endgültige Förderphase hofft.

»Goldkommune« hat schon viel geschafft

Die mehrfache Goldkommune in Sachen »European Energy Award« – zuletzt wurde bereits eine bundesweit noch seltene Erfüllungsquote von 85 Prozent erreicht – plant weiter für das Ziel »klimaneutrale Stadtverwaltung 2022«. Und hat dafür ein Maßnahmenbündel ins Auge gefasst, das verschiedenste Aspekte berücksichtigt und auch einiges an Investitionskosten nach sich zieht. Bis zu 3,9 Millionen Euro könnten für Vorhaben notwendig werden, will man in Sachen Klimaschutz lokal besonders aktiv sein.

Und man vertraut darauf, dass bei einer endgültigen Anerkennung im Wettbewerb 80 Prozent der Summe gefördert werden. Auf die Stadt entfielen dann noch rund 760.000 Euro. Vergleichsweise preiswert käme man damit an eine Heizzentrale samt Wärmenetz, an einen teilweise CO2-neutralen Fuhrpark, an energetische Sanierungen und an ein Steuerungs- und Monitoring-System.

Heizzentrale am Sportplatz des Schulzentrums

Teuerste Maßnahme ist die Errichtung einer Heizzentrale am Sportplatz des Schulzentrums. Wesentliche Komponenten werden der Holzhackschnitzkessel, das Blockheizkraftwerk, die Brennstoffzelle, ein Spitzenlastkessel und eine so genannte Power-to-Heat-Anlage sein. Die Zentrale soll jährlich rund 3200 Megawattstunden Wärme erzeugen und an das Wärmenetz, das auch die Ems queren würde, angeschlossen werden.

Mit der regenerativen Wärme versorgt werden könnten dann das Schulzentrum, die Cultura, mehrere Verwaltungsgebäude, das historische Rathaus und das Freibad. Die Leitungslänge beträgt nach Angaben der Berater vom Büro »Energielenker« – sie stellten diese Überlegungen im Ausschuss vor – rund 1,4 Kilometer.

Fünf Elektrofahrzeuge für den Fuhrpark

Der Fuhrpark der Verwaltung erfährt eine Teilerneuerung durch fünf Elektrofahrzeuge, zwei davon für die Baubetriebsabteilung sowie drei für Einsatzfahrten der Rathausabteilungen. Post Streetscooter, Kia Soul, VW E-up und ein Renault Kangoo sind vorgesehen.

Für die Cultura sehen die Experten den Austausch der Lüftungsanlage und den Anschluss an das Wärmenetz, eine Begrünung der »Dose« soll der Klimaanpassung dienen. Für die Überwachung des Wärmenetzes wird ein Steuerungssystem notwendig, das bis ins Detail Daten erfasst und bei Störungen schnelles Eingreifen sichert.

Startseite
ANZEIGE