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Neuenkirchen: Eröffnung von Stadlers Garten mit viel Programm

Konzert im Dorfgraben

Rietberg-Neuenkirchen (WB). »Das ist ein wunderschönes Fleckchen Erde.« Mit diesen Worten beschrieb Bürgermeister Andreas Sunder, was die interessierten Bürger erstmals in großer Zahl in der neuen Form zu sehen bekamen: Stadlers Garten im Ortsteil Neuenkirchen hat eine umfassende Generalüberholung erfahren und präsentiert sich nun als ein Stadtpark von ungewohnt hoher Güte.

Petra Blöß

Das Dorfgraben-Septett an einem ungewöhnlichen Auftrittsort: Die Herren singen zur Eröffnung von Stadlers Garten im Rietberger Ortsteil Neuenkirchen. Foto: Petra Blöß

Das Interesse an der Maßnahme, die sich einfügt in eine ganze Reihe von Verschönerungen im Zuge des Dorfentwicklungskonzeptes, war riesig. Mehr als 300 Zuschauer drängten sich am Freitagabend auf den Wegen entlang des Dorfgrabens, um der offiziellen Eröffnung des Parks zwischen Gütersloher Straße, Stadlers Brennerei und der Turnhalle am Diekamp beizuwohnen. Gäste aus der Politik wie MdB Ralph Brinkhaus, MdL André Kuper und SPD-Landtagskandidat Jan Michael Goldberg sowie Vertreter fast aller im Stadtrat vertretenen Parteien, Vorstandsmitglieder der örtlichen Vereine und der an der Baumaßnahme beteiligten Firmen, der verantwortliche Landschaftsarchitekt Matthias Wolf und Anlieger verfolgten ein Zeremoniell, wie es Neuenkirchen wohl bisher noch nie in seiner langen Geschichte gesehen hat.

Da war zum einen die mystische Illumination, die effektvoll die Besonderheiten der kleinen Naherholungsfläche in Szene gesetzt hatte. Das Büro »Pro visuell« aus Bielefeld leuchtete für zwei Abende (Freitag und Samstag) den Bachlauf sowie markante Bäume und deren verwachsene Stammstrukturen in bunten Farben aus. Geheimnisvoll waberte immer wieder Nebel unter der Zugangsbrücke hervor.

Den Startknopf für die Mini-Nachtlichter drückte Andreas Sunder am Freitag pünktlich um 20 Uhr. Als es schließlich richtig dunkel geworden war, offenbarte sich die ganze Schönheit der Details im Garten dank gelber, roter, grüner und lilafarbener Scheinwerfer. Die Menschen strömten in Scharen herbei.

Illumination an zwei Abenden

Zum anderen, und auch das war für viele ein Höhepunkt des Abends, lieferte das Dorfgraben-Septett eine mitreißende Show ab. Die sieben Musikanten, bekannt aus ungezählten Auftritten in den Karnevalssitzungen der organisierten Kolping-Narren, taten tatsächlich das, was der Bürgermeister sich anlässlich des 55-jährigen Bestehens des Vereins in der vergangenen Session gewünscht hatte: Nach Fertigstellung des Abschnitts mögen die Sänger und Instrumentalisten doch einmal inmitten des Fließgewässers ihr Können zum Besten geben.

Nun, wer das Septett kennt, weiß, dass sich alle sieben solcherlei nicht nehmen lassen, und so bezog man(n) gut beschuht unter dem begeisterten Applaus der Besucher den Standort mitten im Bach. Von dort aus unterhielten Leiter Reiner Hammeran und seine sechs Mitstreiter wie gewohnt vortrefflich mit markigen Texten und flotten Rhythmen. Die Zugabe-Rufe waren entsprechend laut. Eines allerdings setzten die gestandenen Kerle nicht in die Tat um. Statt barfuß, wie Sunder es sich gewünscht hat, schützten Gummistiefel bei sechs Grad Außentemperatur die Füße der auftretenden Herren.

Rund 1,24 Millionen Euro kostete die Anlage, 70 Prozent des Geldes wurden aus Landes- und Bundesmitteln beigesteuert. Matthias Wolf und die Landschaftsbauer von Brühl und Rummel gestalteten die rund 2400 Quadratmeter große Fläche in einem Zeitraum von gut vier Monaten um. Der Dorfgraben wurde aus seinem Betonbett gelassen und mit Sandsteinquadern eingefasst. Die nächsten Projekte sind die Umgestaltung des Kirchplatzes rund um St. Margareta und ebenso die Dorfgrabenverschönerung hinter Volksbank und Kirche.

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