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Rietberg

Millionentopf für die Zentrenbelebung

Rietberg (kvs) - Der Wandel im Handel ist seit längerer Zeit im Gang: Statt im Fachgeschäft oder beim Dienstleister in der Innenstadt wird vieles online erledigt. Inhabergeführte Betriebe weichen mehr und mehr Filialisten, die das Warenangebot bestimmen. Andernorts verwaisen Ladenlokale.

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Dabei sind die zentralen Bereiche das Gesicht und das Herz der Städte und Gemeinden. Rietberg kann ein Lied davon singen: Seit vielen Jahren beschäftigt das Leerstandsproblem Bürger und Politik gleichermaßen, werden Ideen entwickelt, um insbesondere die Rathausstraße zu stärken. Von ihrer Qualität, von der Vielfalt und der baulichen Attraktivität hängt schließlich entscheidend die Wettbewerbsfähigkeit ab. Schon jetzt ist deutlich zu erkennen, dass die Kernstadt künftig anders aussehen wird, weil sich Angebote und Nachfrageverhalten verändern. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklungen beschleunigt.

Rietberg will Fördertopf anzapfen

Um dem entgegenzuwirken, will Rietberg Mittel aus dem Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren in NRW beantragen. Die Landesregierung stellt immerhin 70 Millionen Euro zur Verfügung, um von Leerstand und Schließungen im Handel und Gastronomie betroffenen Kommunen unter dem Dach der Initiative „Zukunft – Innenstadt – Nordrhein-Westfalen“ unterstützen zu können. Mit dem Geld solle es ermöglicht werden, rasch zu handeln, neue Wege zu gehen und Perspektiven zu entwickeln, heißt es in einer Beratungsvorlage zur Sitzung des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses am heutigen Dienstag ab 17 Uhr in der Mensa der Gesamtschule (Teichweg).

In Kooperation mit der Stadtmarketing-Rietberg-GmbH wird derzeit ein Förderantrag vorbereitet. Empfängerin ist die Bezirksregierung Detmold. Zielsetzung ist es, der Kommune in einem Zeitraum von zwei Jahren die Möglichkeit zu geben, neue Nutzungen in leerstehenden oder konkret von Leerständen bedrohten Ladenlokalen in den zentralen Lagen zu etablieren. „Hierbei geht es nicht um einzelne, ausgewählte Geschäftsräume, die mit Hilfe der Förderung belebt werden sollen, sondern um einen summarisch möglichst großen Belebungseffekt“, schreibt die Verwaltung.

Auch Abrisssfinanzierung denkbar

Unterstützungswürdig wäre auch, der Stadt einen Zwischenerwerb von Gebäuden zu ermöglichen, „um die Verfügungsgewalt über die Objekte zu erlangen“. Und wenn es nur dem Abriss dient. Denn: Leerstehende Einzelhandelsimmobilien werden oft Gegenstand von Immobilienspekulationen. Dabei besteht die Gefahr, dass insbesondere durch Zwangsversteigerungen Eigentümer auftreten, deren Interessen sich nicht mit denen der Stadt im Einklang befinden.

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