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Rietberg

Mittelalterfest in Rietberg begeistert Jung und Alt

Rietberg (gg)

Spannende Ritterturniere, Musik und mehr lockte Scharen in den Rietberger Gartenschaupark.

Hoch her ging es bei den Ritterturnieren. Die Akteure vom Showteam Kaiser präsentierten mit der Geschichte „Die schwarze Krönung“ ihr neustes Reiterspektakel.

Rietberg (gg) - Rüpelhafte Stänkerer, vornehme Stinker, nette Söldner, unterhaltsame Musiker und gewiefte Zauberer haben am Wochenende Scharen von Familien mit Kindern beim zweiten Mittelalterspektakel im Gartenschaupark unterhalten. Ritter, Hofnarren, Gaukler, Musikanten, aber auch ET und der Sensenmann haben den Nordteil des ehemaligen Rietberger Landesgartenschaugeländes von Freitag bis Sonntag belagert. In einem Zeitsprung war die wilde Horde aus dem 13. Jahrhundert in die Gegenwart gereist. So zumindest die Version für alle Kinder, die von dem unterhaltsamen bunten Treiben im Ritterlager sichtlich angetan waren.

Spektakulärer Kampf zwischen Gut und Böse  

Mächtig spannend wurde es allerdings bei den Ritterturnieren, ein ultimativer Kampf zwischen Gut und Böse. Dabei war der Buhmann schnell ausgemacht, denn der schwarze Ritter Ademar von Hohenfels erhob Anspruch auf das Schwert und die Krone von Prinz Wilhelm von Rietberg. In Unterstützung von Ritter Arthur von Lichtenstein, Graf Leopold von Löwenberg und der wilden Kriegerin Morgana nahm die Allianz in einer einstündigen Liveshow im Rahmen eines Turniers den Kampf gegen den üblen Stänkerer auf. Insgesamt fünf Ritterturniere mit zehn Akteuren und sechs Pferden des Showteams Kaiser aus Mastholte standen für das Wochenende auf dem Programm. Unter der Leitung von Stefan Kaiser senior, der seit Jahrzehnten Pferde und Stuntreiter für Zirkusdarbietungen und Shows ausbildet, erlebten die großen und kleinen Zuschauer, unter dem Motto „Die schwarze Krönung“, wie am Ende das Gute über das Böse siegte. 

Zuvor hatten sich die tollkühnen Reiter mit ihren speziell ausgebildeten Pferden in verschiedenen Aufgaben gemessen, wie zum Beispiel mit dem waghalsigen Ritt durchs Feuer, beim schnellen Reiten mit der Lanze in der Stechbahn, beim Trinkbechersammeln und Erlegen einer Holz-Sau sowie am Eisernen Roland. Um ein möglichst authentisches Flair zu vermitteln, war die Arena mit Wappen, Schildern, Fahnen und Barrieren ausstaffiert. Zwischendurch duellierten sich der schwarze Ritter und Prinz Wilhelm von Rietberg mit lustigen Unflätigkeiten, wobei Ademar von Hohenfels auch das Publikum einbezog und als Stinker bezeichnete. Als im Finale schließlich der Kampf Mann gegen Mann ausgetragen wurde, waren vor allem die Mädchen und Jungen völlig aus dem Häuschen und belohnten das Spektakel mit anerkennendem Handgeklapper, heutzutage besser bekannt als Applaus. Lautstark warnten sie Prinz Wilhelm von Rietberg während des Schwertkampfs vor den fiesen Intrigen des schwarzen Ritters und strahlten überglücklich als am Ende das Königreich gerettet war.

Speziell trainierte Pferde

„Wir haben diese Show, mit der wir seit Jahresbeginn auftreten, während der Coronapandemie komplett neu geschrieben“, informiert Stefan Kaiser junior. Zusammen mit seinem Cousin Jeffrey Kaiser betreibt er das familiengeführte Showteam in der bereits achten Generation. Wichtig war ihm auch, im Gespräch mit dieser Zeitung zu betonen, dass die Pferde, denen während der Show wilde Sprints und schnelle Stopps abgefordert werden, speziell dafür trainiert sind. „Wir leben von und mit unseren Pferden und deshalb achten wir sehr auf ein vertrauensvolles Training, damit die Tiere, beispielsweise während des Ritts durch das Feuer, nicht scheuen und auch allen anderen reiterlichen Anforderungen gewachsen sind“, sagte Stefan Kaiser junior der „Glocke“. 

Marktbuden und Unterhaltung für die Kinder

Zu Kurzweil und Unterhaltung trugen zwischen den Ritterturnieren auch ein Kinderkarussell, ein Schiffsparcours, Marktbuden und Ritterkaufläden bei sowie eine Bogenbahn, wo die Besucher ihre Fähigkeiten im Umgang mit Pfeil und Bogen erproben konnten. Im Familienlager „Schwerter Söldner“ waren „Jannis“ und „Jargo“ Hingucker – deutsche Edelziegen. Diese Tiere wurden im 19. Jahrhundert als Bergmannskühe betitelt, weil sie Bergleuten und ihren Familien eine Versorgung mit Milch und Fleisch garantierten. Mittendrin im Getümmel fühlte sich auch der Sensenmann sehr wohl, war die Filmfigur ET zu entdecken und stellten sich Ritter für Erinnerungsfotos mit großen und kleinen Besuchern zur Verfügung.

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