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Verwaltung und Planungsbüro präsentieren Handlungskonzept

Neue Ideen für die Innenstadt

Rietberg (WB). »Man muss das Rad nicht immer neu erfinden«, ist ein von der Stadtspitze der Emskommune gerne verwendeter Satz. Eine praktische Demonstration dieser Worte bedeutet das neue »Integrierte Handlungskonzept«, das Bürgermeister Andreas Sunder und Diplom-Ingenieur Andreas Bachmann am Mittwochabend etwa 110 interessierten Bürgern in der Basilika im Bibeldorf präsentierten.

Petra Blöß

Etwa 110 interessierte Bürger verfolgen in der Basilika des Bibeldorfes die Ausführungen von Bürgermeister Andreas Sunder. Foto: Stadt Rietberg

Das vom Dortmunder Fachbüro Pesch und Partner entwickelte Papier, das als Basis für künftige Förderanträge an das Land dienen soll, beinhaltete viel Bekanntes, aber unter neuen Betrachtungsweisen.

2010 erst war ein Handlungskonzept erstellt worden, doch dieses ist mittlerweile ausgeschöpft, oder, wie die Verwaltung es nennt, »ausfinanziert«. Sprich: Vom Land gibt es dazu keine Zuschüsse mehr. Und die hätte man angesichts der anstehenden großen und teuren Bauvorhaben wie der Sanierung und des Ausbaus des Schulzentrums gerne. Immerhin bis zu 80 Prozent der Gesamtsumme einer Maßnahme könnten aus den Düsseldorfer Kassen fließen, wenn die Wunschvorstellungen in Sachen städtebaulicher Veränderungen und Verbesserungen auf dem Konzept basieren und als förderfähig anerkannt werden.

Kosten liegen in zweistelliger Millionenhöhe

All das, was Bachmann da am Mittwochabend teils im Detail servierte, verursacht Kosten »in zweistelliger Millionenhöhe«, so Andreas Sunder. Näher ließen sich Summen derzeit nicht beziffern, »auch wenn wir schon Projektskizzen mit Kostenübersichten haben: Aber haben Sie Verständnis dafür, dass wir diese jetzt noch nicht zeigen«, warb er nicht nur um Geduld, sondern auch um das Mittun der Kernstädter. Denn die sind demnächst  aufgerufen, sich intensiv bei speziellen Treffen mit dem Entwurf auseinanderzusetzen und ihre Wünsche und Ideen einzubringen.

Was also ist es, was Bachmann und die Verwaltung in dem umfangreichen Papier festgezurrt haben möchten? Eine neue Gestaltung am Nordtor, mittlerweile losgelöst von etwaigen Erweiterungsbauvorhaben des Lind-Hotels. Die dort vor über zehn Jahren erfolgte Abklemmung eines Straßenarms war stets nur ein Provisorium. Am Südtor soll es hübscher werden, sprich, die Offenlegung der Umflut bleibt ein Thema, der Ribérac-Platz ebenso und auch die Frage, wie an Nord- (Aldi-Grundstück) und Südtor (Superschnäppchen) attraktive Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden könnten, auch ohne City Outlet Center.

Unsensibler Umgang mit historischer Nachbarschaft

Bachmann dazu: »Das Knochenmodell schafft Möglichkeiten auch für die Rathausstraße.« Denn die soll bekanntlich im Kampf gegen Leerstände endlich wieder belebt werden. Wie? Seine Überlegungen dazu, beispielsweise über eine regionale bäuerliche Direktvermarktung, holte Sunder noch nicht aus der Schublade.

Nicht nur der historische Kern, auch die Flächen am Bibeldorf und an der Johanneskapelle sowie die Wegeverbindungen dazwischen werden im Konzept unter die Lupe genommen. Von einem hohen Denkmalanteil, aber unsensiblem Umgang mit historischer Nachbarschaft ist im Papier die Rede, von Gestaltungs- und Erhaltungsmängeln, die bildlich dargestellt sind. Die Instandsetzung maroder privater Gebäude ist ein Handlungsfeld, die Baulückenschließungen an der Mühlenstraße ein weiteres, die Freiraumgestaltung am südlichen Stadteingang, die langfristige Nachnutzung der Flächen der Maschinenbaufabrik Kuper, der Bau »ergänzender Einzelhandelseinrichtungen«, das alles und mehr werden als Einzelmaßnahmen aufgezählt.

Stadt will Gebäude an der Rathausstraße 27 kaufen

Dabei tritt auch die Absicht der Stadt zutage, das Gebäude Rathausstraße 27 zu kaufen. In einem Teil ist bereits die Finanzabteilung als Mieter untergebracht. Bürgermeister Sunder betonte gestern auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage, dass man bei einem Kauf aber nicht daran denke, den Betreiber des Restaurants Zara aus dem Erdgeschoss zu entfernen.

Der mögliche Jugendhausneubau, die Südtorschulennutzung, und sogar eine Sanierung und ein Umbau der Johanneskapelle stehen auf der Agenda für die, so Sunder, »nächsten sieben bis zehn Jahre«.

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