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Rietberger Kernstadt soll Platz mit hoher Aufenthaltsqualität bekommen

»Neue Mitte« in neuem Gewand

Rietberg (WB). Es trägt den Arbeitstitel »Neue Mitte« und ist ein Projekt, das schon seit Jahren in den Köpfern von Verwaltung und Politik umherspukt. Zwischenzeitlich auf Eis gelegt, kommt das Ganze nun in neuem Gewand daher.

Petra Blöß

Der Bereich zwischen dem Historischen Rathaus, dem Verwaltungs­gebäude Rügenstraße 1, der katholischen Kirche St. Johannes Baptist und dem Marktplatz in Rietberg soll – wenn alles glatt läuft – im Jahr 2019 neu gestaltet werden. Grafik: Stadt Rietberg Foto:

Die Kernstadt soll eine Art Marktplatz mit hoher Aufenthaltsqualität bekommen. Der liegt an der Ecke Bolzenmarkt/Rathausstraße/Rügenstraße und bringt so einige Veränderungen im Straßenverkehr mit sich. Am Dienstagabend machten Bürgermeister Andreas Sunder und Landschaftsarchitekt Jürgen Edenfeld die ersten Entwürfe im Rahmen der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses öffentlich. Von der Ursprungsidee einer solchen Anlage unterscheidet sich das neue Papier wesentlich in der Standortfrage.

Als es um die Sanierung und den Umbau des Erdgeschosses des historischen Rathauses ging, da war die Idee schon einmal gereift. Seinerzeit allerdings sollte die Platzgestaltung sich auf die Flächen zwischen Verwaltungsgebäude und Kirchplatz ausdehnen, dort, wo auch die Totenleuchte steht. Jetzt aber geht man ein Stück weiter und damit vor das derzeit in der Renovierung befindliche Rathaus Rügenstraße.

Vogelbrunnen soll nicht versetzt werden

Dort befindet sich bekanntlich auch der Vogelbrunnen, ein Werk des heimischen Bildhauers Johannes Niemeier. Diesen wollte Edenfeld in die Mitte des kommenden Platzes gesetzt wissen, was auch schon mit dem Schöpfer des Kunstwerkes besprochen worden ist. Eine Maßnahme, die durchaus 40.000 Euro kosten könnte. »Nicht die beste Überlegung«, befanden die Ausschussvertreter quer durch die Fraktionen, denn einerseits sei das ein kostspieliges Unterfangen, und andererseits stünde der Brunnen angesichts einer multifunktionalen Nutzungsmöglichkeit der Fläche schlichtweg im Wege.

Da beispielsweise auch kleinere Open-Air-Theaterveranstaltungen oder Großkinoabende auf dem künftigen Geläuf am Bolzenmarkt möglich sein sollen, sich dorthin auch der Adventsmarkt ausdehnt und zudem noch freie Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge aller Größenordnungen gewährleistet bleiben muss, wollen die Politiker das Kunstwerk an seinem Standort belassen. Zudem: Sie alle wünschen sich eine komplette Abbindung des Fahrzeugverkehrs an dieser Stelle.

Auf dem Platz sieht der Planer Gastronomie vor

Edenfeld hatte in einer zweiten Variante die Möglichkeit vorgestellt, aus der Rügenstraße kommend künftig zwischen Rathaus und Kindermodengeschäft den engen Durchlass in Richtung Rathausstraße offen zu lassen. Derzeit läuft die Einbahnstraßenregelung genau anders herum.

Die Abbindung sollte mittels entfernbarer oder versenkbarer Poller erfolgen, um für Rettungsfahrzeuge noch eine schnelle Anfahrtmöglichkeit zu gewähren. Auf dem Platz selbst sieht Edenfeld Gastronomie vor, gediegene, einheitliche Möblierung in dezenten Farben, auch die Sonnenschirme sollen »nicht allzu bunt« sein.

Wer die Gastronomie übernimmt, das war noch kein Thema. Auch genaue Kosten sind noch nicht beziffert. Für den damaligen Entwurf war mit etwa 390.000 Euro gerechnet worden, Zuschüsse aus der Städtebauförderung des Landes gibt es. Was da genau auf den kommunalen Haushalt zukommen wird, das soll kurzfristig im Detail ermittelt und in der nächsten Sitzung erläutert werden.

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