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Neues Fahrzeug an Löschzug Neuenkirchen übergeben

Rietberg

Im Rahmen eines zünftigen Fests ist das HLF 20 in den Fuhrpark der Feuerwehr im Wapeldorf übergegangen.

Ob der überdimensionierte Holzschlüssel wohl wirklich ins Zündschloss des neuen Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug 20 (Kurzbezeichnung HLF 20) passt? Wohl eher nicht. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe ging das Fahrzeug aber offiziell in den Fuhrpark des Feuerwehrlöschzugs Neuenkirchen über. Dirk Settertobulte, Vikar Christoph zu Bentheim, Bürgermeister Andreas Sunder, Benedikt Dorn, Matthias Setter und Jonas Pauleikhoff (v. l.) hatten am Sonntagnachmittag beim Neuenkirchener Feuerwehrfest allen Grund zur Freude.

Rietberg-Neuenkirchen (ei) - Endlich wieder Feuerwehrfest in Neuenkirchen – und ein neues Fahrzeug gab es gleich dazu. Nach der Pandemie-Pause haben sich die Brandbekämpfer am Wochenende eindrucksvoll in der Öffentlichkeit zurückgemeldet.

Bis tief in die Nacht wird gefeiert

Die Neuenkirchener Feuerwehrleute unter Löschzugführer Michael Schnatmann garantieren die Sicherheit von 12 764 Menschen in ihrem Löschbezirk, der die Ortschaften Druffel (1157 Einwohner), Neuenkirchen (5901), Varensell (3218) und Westerwiehe (2488) umfasst. Zum Vergleich: Im Löschbezirk Rietberg (mit Bokel) leben 11 759 Menschen, im Bezirk Mastholte 6567. Und die Einwohner aus den vier Ortsteilen des Feuerwehrbezirks Neuenkirchen kamen am Wochenende in Scharen zum Fest. Los ging es am Samstag mit einem zünftigen Festabend. Die Tore des Feuerwehrhauses an der Varenseller Straße wurden weit geöffnet, hinein wollte aber aufgrund der tropischen Temperaturen niemand. 

Heiß ging es aber allemal auch auf dem Vorplatz zu, die passende Musik lieferte DJ Rainer. Endlich mal wieder Bekannte oder Nachbarn treffen, ein bisschen quatschen oder das Tanzbein schwingen – den Möglichkeiten waren kaum Grenzen gesetzt. So ging es bis tief in die Nacht. Zu später Stunde zogen viele dann doch lieber in die Halle, wo ohnehin die Longdrink-Bar und das DJ-Pult untergebracht waren. Wie gewohnt wurde eine Tombola organisiert. Als Hauptpreise standen ein Wellness-Wochenende für zwei Personen und ein Gasgrill auf dem Spiel. Nach dem nächtlichen Aufräumen öffneten die Wehrleute am Sonntag die Tore des Gerätehauses für die Besucher. Nach einem Platzkonzert des Spielmannszugs der Feuerwehr wurde das neue Fahrzeug eingeweiht, das seit April im Dienst ist und nun jeweils als Erstes ausrückt. 

Programm auch für die Kleinsten

Bei der Gestaltung des Festprogramms dachten die Organisatoren insbesondere an die jüngeren Besucher – ein bisschen auch aus Eigeninteresse. Denn schließlich suchen die Feuerwehrleute in Neuenkirchen ebenso wie andernorts auch stets neue Mitstreiter. Die Jungen und Mädchen konnten sich an der Spritzwand probieren und ein Strahlrohr in die Hand nehmen. Höhenflüge versprach die Hüpfburg, in der Malecke wurde Kreativität großgeschrieben. 

Für die Kleinsten war ein Sandberg mit Spielzeug vorbereitet worden. Wer sich für die vielfältigen Aufgaben und Einsätze der Wehr interessierte, hatte darüber hinaus die Möglichkeit, die Fahrzeuge zu besichtigen und einen Einblick in die Ausrüstung zu bekommen. Die Feuerwehrleute öffneten bereitwillig alle Türen und beantworteten aufkommende Fragen. Kuchentheke sowie Grill- und Eisstand ließen keine Hungergefühle aufkommen.

Löschfahrzeug hat 2500 Liter Wasser an Bord

Am Sonntagmittag übergab Bürgermeister Andreas Sunder einen überdimensionalen Holzschlüssel an Rietbergs Feuerwehrchef Matthias Setter. Damit ging das neue Einsatzfahrzeug offiziell in den Fuhrpark des Löschzugs Neuenkirchen über. Das im April in Dienst gestellte Fahrzeug auf einem MAN-Fahrgestell mit einer zugelassenen Gesamtmasse von 13 Tonnen wird von 290 Pferdestärken angetrieben. Der Aufbau wurde von der Firma Lentner gefertigt, die auch schon das vor fünf Jahren eingeweihte Löschgruppenfahrzeug ausgestattet hatte. In den sieben Geräteräumen ist alles untergebracht, was die in der Fahrerkabine mitfahrende Gruppe von neun Feuerwehrleuten im Ernstfall für die schnelle und effektive Hilfe benötigt: ein Löschwassertank samt Pumpe im Heckbereich, hydraulische Rettungswerkzeuge und Stempel, um eingeklemmte Personen zu befreien, Schläuche und andere Utensilien. 

Ein 2500-Liter-Wassertank sowie ein Behälter mit 200 Litern Schaum gewährleisten, dass sofort mit der Brandbekämpfung begonnen werden kann. „Wir haben jetzt auch eine automatische Zumischanlage“, freute sich Löschzugführer Michael Schnatmann. Das Schaummittel aus den gelben Behältern muss nicht mehr erst mühsam mit dem Löschwasser vermischt werden. Die siebenköpfige Arbeitsgruppe freut sich zudem, dass die Steckleitern mit einer hydraulischen Einrichtung weitestgehend automatisiert vom Dach entnommen werden können. 382 400 Euro wurde für das Fahrzeug ausgegeben. Es ersetzt den Vorgänger aus dem Jahr 1994. Wenn im kommenden Jahr auch das andere Löschgruppenfahrzeug ausgetauscht wird, steht den Aktiven wieder ein moderner Fuhrpark zur Erledigung der umfangreichen Aufgaben zur Verfügung.

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