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Martin Lück betreibt in Rietberg eine Auffangstation für Kaninchen

O’Malley hat Glück gehabt

Rietberg (WB). Kaninchen O’Malley verbringt seine Tage am liebsten gemütlich vor seiner Holzhütte. Doch dem Deutschen Riesen ging es in der Vergangenheit nicht immer so gut – er gehört zu den Kleintieren, die von Martin Lück gerettet wurden.

Sara Mattana

Martin Lück rettet in seiner Auffangstation in Rietberg Kleintiere wie den Deutschen Riesen O’Malley. Foto: Sara Mattana

Denn das blinde und fast taube Kaninchen O’Malley konnte im Tierheim nicht vermittelt werden und bekam vor einigen Jahren eine zweite Chance. „Er ist das einzige Tier aus dem Tierheim, alle anderen wurden aus sehr schlechter Haltung geholt“, sagt Martin Lück, der sein Projekt aus eigener Tasche finanziert. Nachdem er die Auffangstation vor einiger Zeit in Düsseldorf ins Leben rief, gibt der NRW-Landesvorsitzende der Partei Mensch Umwelt Tierschutz nun seit zwei Jahren in Rietberg vernachlässigten Tieren ein Zuhause.

Auf etwa 250 Quadratmetern leben derzeit 15 Hasen und Kaninchen, zwölf Meerschweinchen und sechs Nymphensittiche in großen Gehegen. Und dort haben sie nicht nur geräumige Unterschlupfmöglichkeiten, die größtenteils gespendet wurden, sondern dürfen auch nach Herzenslust buddeln und sich Obst und Gemüse schmecken lassen.

„Mein Engagement für Tiere und die Umwelt begann schon mit neun Jahren, als mein Vater sagte, er wolle keine Tiere mehr schlachten. Mit 15 Jahren war ich dann auf meiner ersten Demonstration gegen Atomkraft“, erinnert sich Martin Lück, der lange Zeit als Aktivist bei den Organisationen Greenpeace und Sea-Shepard für das Wohl der Tiere gekämpft hat.

Lange als Aktivist unterwegs

„Als Aktivist stößt man schnell an die Grenzen dessen, was man erreichen kann. Aus diesem Grund bin ich auch politisch tätig geworden“, sagt Martin Lück. Er wird deshalb bei den diesjährigen Kommunalwahlen als Kandidat der Partei Mensch Umwelt Tierschutz in der Stadt Rietberg und im Kreis Gütersloh antreten. „Ich möchte auch die Jugend mit ins Boot holen, denn es sind die Kinder und Jugendlichen, die später mit unseren Entscheidungen leben müssen“, sagt Martin Lück, der hofft, mit seinem Engagement für ein Umdenken zu sorgen.

„Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber jeder kann einen kleinen Teil dazu beitragen. Denn letztendlich entscheiden die Verbraucher, wie viel Fleisch gegessen wird und wie viel Geld ihnen das Produkt wert ist“, sagt Martin Lück, dem vor allem der enge Kontakt zu Bürgern wichtig ist. So wird er bald vor dem Gemüsehandel Könighaus ein umgebautes Fledermaushäuschen als Bürgerbriefkasten aufstellen und vor der Kommunalwahl regelmäßig auf dem Marktplatz Gespräche suchen.

Um aber auch die Jüngsten schon ein wenig auf das Thema Tierschutz aufmerksam zu machen, möchte Martin Lück Kindergärten und Grundschulen die Möglichkeit bieten, die Tiere in seiner Auffangstation zu besuchen. „Das ist kein Streichelzoo, aber die Kinder können sehen, wie die Tiere artgerecht leben“, sagt Martin Lück, der sich auf Anmeldungen oder Anmerkungen per E-Mail an martin-lueck@tierschutzpartei.de freut.

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