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Judith Wulfs Amtszeit bereits beendet – Nachfolger wird gesucht

Ortsvorsteherin tritt zurück

Rietberg-Bokel (WB). Judith Wulf hat ihr Amt als Ortsvorsteherin von Bokel niedergelegt. In einer sehr persönlichen Rede am Dienstagabend im voll besetzten Brunnenzimmer des Gasthofes Zum Doppe schilderte sie ihre Beweggründe und bat die Dorfgemeinschaft um Verständnis für diese Entscheidung. Bereits am 6. Dezember hatte sie Bürgermeister Andreas Sunder den Entschluss mitgeteilt, zum 31. Dezember endete ihre Amtszeit.

Petra Blöß

Judith Wulf hat ihren Job als Bokels Ortsvorsteherin gekündigt. Bürgermeister Andreas Sunder verabschiedete Wulf gebührend und sucht nun nach einem neuen Ortsvorsteher. Foto: Petra Blöß

Wulf lässt siebeneinhalb Jahre Revue passieren

Judith Wulf ließ in ihrer Ansprache an die Bürgerinnen und Bürger die Entwicklung Bokels während der siebeneinhalb Jahre ihres Wirkens in dem Amt Revue passieren. Zwei neue Baugebiete seien entstanden, zwei weitere derzeit in Planung. Der Breitbandausbau im Ortskern, die Verkehrsinsel Lannerstraße, die Sicherung des Grundschul-Standortes und ebenso die neue BokelWebsite im Internet waren weitere Beispiele.

Vom runden Tisch Asyl über die Unterstützung des Graswinkel zur Anlegung eines Radweges bis hin zur Übernahme des Pfarrhauses und der Gründung des Dorfhauses e.V. reichte der Rückblick, und zu all diesen Themenbereichen seien ungezählte Stunden notwendig gewesen.

Verschiedene familiäre Schicksalsschläge

Hinzu kämen die vielen weiteren Termine bei Vereinsversammlungen und bei Jubilarbesuchen. „Das ist nur sehr schwer mit der Arbeit und der Familie zu vereinbaren. Und 2019 hat vieles verändert.“ Sie schilderte, dass verschiedene familiäre Schicksalsschläge, so auch der Tod naher Verwandter, sowie eine Erkrankung ihres Sohnes ihre Entscheidung geprägt hätten.

Das Amt des Ortsvorstehers sei ein sehr zeitintensives, das für sie nicht mehr leistbar sei, zumal sie auch beruflich als Inhaberin zweier Modegeschäfte sehr eingespannt sei. „Ich möchte das meiner Familie nicht länger zumuten”, machte sie deutlich.

Bürgermeister Andreas Sunder findet persönliche Worte

Bürgermeister Andreas Sunder richtete ebenso persönliche Worte an sie. Nun ist die Dorfgemeinschaft gefragt, Vorschläge zu machen, diese sollen in einer weiteren Versammlung nach der Karnevalszeit diskutiert werden. Ihr Ratsmandat, dass sie innerhalb der Reihen der FWG ausübt, wird Judith Wulf ebenso wie weitere ehrenamtliche Funktionen im Ort behalten.

Deutlich machte sie: „Es braucht kein Parteibuch, sondern die Lust, Bokel weiter als liebenswertes Dorf zu erhalten.” Judith Wulf war bei ihrem Amtsantritt ebenso keiner politischen Partei angeschlossen, erst später kam sie zur FWG.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler betonte am Dienstagabend deutlich: „Wir sind offen für jede Personalie, und beharren nicht darauf, dass wir weiter als FWG den oder die Ortsvorsteherin stellen.”

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