1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Rietberg
  6. >
  7. Rietberger Ortsumgehung: FWG sieht Gesprächsbedarf

  8. >

Rietberg

Rietberger Ortsumgehung: FWG sieht Gesprächsbedarf

Rietberg (gl)

Was bringt die geplante Entlastungsstraße insbesondere für den Ortsteil Neuenkirchen? Darüber möchten die Freien Wähler reden.

Über diese Wiesen und Felder könnte die geplante Rietberger Westumgehung in Richtung Gewerbegebiet Konrad-Adenauer-Straße verlaufen. Die genaue Trassenführung ist noch unklar. Eine öffentliche Bürgerversammlung zu der umstrittenen Ortsumgehung wünscht sich die FWG möglichst noch im Februar. Das Bild entstand am Dienstag an der Steinbrede unweit der Rottwiesen-Kreuzung.

Rietberg (gl) - Die geplante Westumgehung beschäftigt zurzeit viele Rietberger. Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) fordert daher eine Bürgerversammlung zu dem Thema, sobald es die Pandemiesituation wieder zulässt. Es gebe reichlich Gesprächsbedarf, sind sich die Freien Wähler, die die zweitgrößte Fraktion im Rat stellen, einig.

„Wir brauchen ein Stimmungsbild“

Auch innerhalb der FWG werde die Ortsumgehung Rietberg – besser bekannt als „Westumgehung“ oder „Entlastungsstraße“ – derzeit intensiv diskutiert, heißt es in einer Mitteilung. „Wir möchten dazu so schnell wie möglich eine öffentliche Bürgerversammlung durchführen“, erklären die Fraktionsvorsitzenden Josef Beermann und Ute Buchheim und betonen: „Wir brauchen die Meinung und ein Stimmungsbild vor allem der Neuenkirchener, Rietberger und Druffeler.“

Sobald die Pandemiesituation es zulasse und es zu verantworten sei, dass auch größere Versammlungen wieder stattfinden können, möchte die FWG einen festen Termin setzen, bei dem Bürger nicht nur die Gelegenheit haben, sich umfassend über die Straßenbaumaßnahme zu informieren, sondern vor allem ihre Bedenken und Einwände vorbringen können. Beermann: „Uns ist es wichtig zu hören, wo den Bürgern – und insbesondere den Neuenkirchenern, die durch den Bau dieses Streckenabschnitts zunächst einmal verkehrlich nicht entlastet werden, – der Schuh drückt.“

Zugleich sei es der FWG wichtig, mögliche Vorteile des Straßenbaus in den Blick zu nehmen. Denn insbesondere auf der Rietberger Bahnhofstraße und in weiteren Bereichen der Kernstadt dürfte eine Entlastung zu spüren sein, vermutet die Wählergemeinschaft. Zudem bedeute der Bau des Straßenabschnitts auch eine Möglichkeit zur Erschließung von weiteren Wohn- und Gewerbeflächen entlang der neuen Trasse.

Noch kein grünes Licht vom Land für zweiten Bauabschnitt

Es ist geplant, die Trassenführung ausgehend von der Straße Rottwiese über die Wiedenbrücker Straße weiter über Druffeler Gemarkung bis in den Bereich der Langen Straße in ungefährer Höhe der Einmündung zur Konrad-Adenauer-Straße zu führen. Dieses Streckenstück stellt allerdings nur einen Teil der Westumgehung dar, die schon seit fast vier Jahrzehnten als Planung auf dem Papier besteht, bislang aber aufgrund fehlender Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen nicht realisiert werden konnte. Für den Abschnitt zwischen Wiedenbrücker Straße und Konrad-Adenauer-Straße hat das Land inzwischen grünes Licht gegeben. Für den Teil rund um Neuenkirchen gilt das aber nicht.

„Wir wollen nicht wieder 40 Jahre warten“

Genau hier liegt aus Sicht vieler Beteiligter der Hase im Pfeffer. Denn um auch Neuenkirchen vom Durchgangsverkehr zu entlasten, wäre der Weiterbau der Westumgehung von der Konrad-Adenauer-Straße bis zur Gütersloher Straße in Neuenkirchen zwingende Voraussetzung. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist aber nicht absehbar, ob und wann das Land NRW auch dem zweiten Bauabschnitt zustimmt. Aus Sicht Josef Beermanns ist das eine unbefriedigende Situation: „Wir wollen nicht wieder 40 Jahre warten.“

Ob, wie und wann überhaupt der aktuell diskutierte erste Bauabschnitt der Entlastungsstraße in die Ausführung gehen kann, steht nach Auskunft der FWG noch gar nicht fest. Ursprünglich war ein Realisierungszeitraum bis 2025 geschätzt. Doch noch hat das Bauleitplanverfahren nicht begonnen. Der dafür erforderliche Ratsbeschluss fehlt noch.

Freie Wähler prüfen Möglichkeit eines Ratsbürgerentscheids

Außerdem befinden sich benötigte Grundstücke in Privatbesitz. Zudem hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die sich gegen den Bau ausspricht und jüngst eine Unterschriftenaktion angekündigt hat, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen (diese Zeitung berichtete).

In den Reihen der FWG werde zurzeit darüber diskutiert, ob man einen möglichen Ratsbürgerentscheid zum Bau der Entlastungsstraße herbeiführen wolle, erläutert Beermann. Bei einem Ratsbürgerentscheid würde das Kommunalparlament seine Entscheidungskompetenz in der Frage abgeben. Die Bürger hätten das Wort. Anders als bei einem Bürgerentscheid müssten im Vorfeld keine Unterschriften – wie jetzt von der Initiative – gesammelt werden, sofern der Rat mit Zweidrittelmehrheit den Weg für einen Ratsbürgerentscheid frei macht.

Fragen und Anregungen zur Ortsumgehung nimmt die FWG per E-Mail entgegen: westumgehung@ fwg-rietberg.de

Startseite
ANZEIGE