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Rundgang über die Möbelmeile

Schlafzimmer mit »Gimmicks«

Rietberg (WB). Wie viele Ideen im Möbelbau stecken, zeigen 17 Unternehmen, die sich in der Region zur »Möbelmeile« zusammengeschlossen haben. Derzeit empfangen sie zu ihren Hausmessen die Einkaufsverbände. Blick auf drei Firmen.

Edgar Fels

Schlafzimmer im Programm: RMW-Chef Rudolf Eikenkötter zeigt, wie Hosen in dem neuen Kleiderschrank aufbewahrt werden. 23 weitere Farben sind möglich. Foto: Oliver Schwabe

Rietberger Möbelwerke

Die Rietberger Möbelwerke (RMW) können auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken. 2003 mit 60 Mitarbeitern von den beiden Geschäftsführern Rudolf Eikenkötter und Ulrich Thiele gegründet, zählt das Unternehmen heute 500 Beschäftigte. Um noch weiter zu wachsen, hat RMW sein Sortiment nun um den Bereich Schlafmöbel erweitert. »Bis auf Küche und Bad bieten wir jetzt alle Einrichtungen«, sagt Eikenkötter (54).

Wertiger und wohnlicher – diesen Anspruch hat das Unternehmen mit seinem preislich oberhalb der Mitte angesiedelten Sortiment für sich formuliert. Der in 24 Farben erhältliche Kleiderschrank im Schlafzimmer etwa zeigt, wie viele »Gimmicks« in einem klassischen Möbel stecken können – das reicht vom ausziehbaren Hosenfach bis zum manuellen Kleiderlift, um an höher hängende Blusen zu kommen. Kostenpunkt: etwa 2500 Euro. Auch Betten fertigten die RMW, nicht aber Matratzen und Lattenroste.

Ein Allroundtisch gehört ebenso zum Angebot wie bei größeren Räumen der begehbare Kleiderschrank. Neu seien die Einrichtungsideen auf kleinem Wohnraum oder die Lösungen für das frei gewordene Kinderzimmer. Pfiffig ist auch der Raumteiler mit drehbarem Fernseher. Eikenkötter ist zufrieden: »Das Feedback der Einkäufer ist absolut positiv.« Der Umsatz sei 2016 im einstelligen Prozentbereich gewachsen.

Sudbrock

Farben und hochwertige Qualität – dafür steht in der Branche die Rietberger Firma Sudbrock. Das von Johannes (55) und Theres Sudbrock (45) geführte Familienunternehmen mit 100 Beschäftigten fertigt zu 40 Prozent Garderoben und zu 60 Prozent Möbel für Wohn- und Esszimmer sowie für das Büro zu Hause und das Schlafzimmer. Spezialität und Qualitätsmerkmal der Firma sei die Verarbeitung, betont Theres Sudbrock. Der Korpus eines Regalsystems ist auf Gehrung gefertigt, so dass eine filigrane vertikale oder horizontale Linie entsteht.

80 neue Möbel zeigt Sudbrock in seiner Hausausstellung. Vor allem die Farben sind ein Hingucker. Ziegelrot, Salbeigrün, Antikrosa, Moosgrün und viele weitere mehr – sie finden sich je nach Kundenwunsch auf Sideboards oder Wohnwänden wieder. Im Trend liegen vor allem puderige Farbtöne und Grün, sagt Theres Sudbrock.

Immer wichtiger werde es zudem, Einrichtungslösungen für kleine Appartements zu bieten. »Hier können wir zeigen, was wir können.« Die Möbel sind preislich in der gehobenen Mitte angesiedelt. So kostet etwa ein Tisch aus massivem Nussholz, der sich mit einem ausziehbaren Element aus satiniertem Glas von zwei auf drei Meter verlängern lässt, um die 3500 Euro. Ein Sideboard liegt bei etwa 3000 bis 4000 Euro.

Musterring

Die Musterring-Gruppe (Rietberg) nimmt in der Branche eine Sonderstellung ein: Das 1938 gegründete Unternehmen (110 Mitarbeiter) entwickelt seine Möbel zwar selbst, die Produktion aber erfolgt mit lizenzierten Partnern. »Etwa 60 Unternehmen, viele davon aus der Region, fertigen für uns«, sagt Alexander Höner (45), der das Unternehmen mit seinen Brüdern Oliver (55) und Hendrik (52) führt. Zur Gruppe gehören WK-Wohnen (seit 2012), Musterring, Set One (seit 2007) und von Oktober an als vierte Marke Galery M. »Der Markt verändert sich durch das Online-Geschäft«, sagt Oliver Höner.

Daher wolle man preislich unterhalb von WK-Wohnen und Musterring vor allem jüngere Leute als zusätzliche Zielgruppe gewinnen. Die Vermarktung erfolge auch über das Internet (Otto). Dabei sei die Musterring-Gruppe eine Kooperation mit der TV-Sendergruppe Pro 7/Sat 1 eingegangen: Vom 26. Oktober an werden dort Werbespots für Galery M gezeigt. Kostenpunkt: ein zweistelliger Millionenbetrag, verteilt auf drei Jahre. Eine Wohnwand wird zum Preis von 1300 Euro angeboten. Die Gruppe ist 2016 um zwölf Prozent gewachsen, Musterring selbst um 8,1 Prozent, Set One um etwa 24 Prozent.

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