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SPD in Rietberg will Heft des Handelns nicht abgeben

Rietberg

Die Rietberger SPD warnt davor, dass die Politik bei der Entwicklung eines interkommunales Gewerbegebiets in Varensell übergangen wird.

Expansionspläne: (von links) Ludger Martinschledde (Geschäftsführer Schirmer), Rietberges Bürgermeister Andreas Sunder, Hans Beckhoff (Geschäftsführer Beckhoff Automation), Verls Bürgermeister Michael Esken und Michael Schlegel (Geschäftsführer Smyczek) auf einem Acker in Varensell. Das Areal hat Beckhoff erworben.

Rietberg-Varensell (sud) - Auf Varenseller Grund wollen die Städte Verl und Rietberg ein interkommunales Gewerbegebiet entwickeln. Bauen wird dort die Unternehmensgruppe Beckhoff Automation aus Verl – und bis zu 1000 neue Jobs schaffen. Die Rietberger SPD begrüßt das Vorhaben zwar grundsätzlich, warnt aber zugleich davor, „dass sich die Politik das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lassen darf“.

Großartige Chance auf lukrative Arbeitsplätze

Nicht ein privater Investor und die Verwaltungsspitzen der Nachbarstädte Rietberg und Verl müssten federführend in der Angelegenheit sein, sondern die zuständigen Fachausschüsse der jeweiligen Stadträte. In Rietberg sei dies der Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss, betont Gerd Muhle im Namen der SPD-Fraktion. Trotzdem werde man das Vorhaben bei den anstehenden Entscheidungen im Stadtrat am Donnerstag nicht torpedieren, sagt Muhle. „Denn in dem Projekt liegt eine großartige Chance, lukrative und qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, die Rietberg dringend braucht.“ 

Die Emsstadt sei die Kommune im Kreis mit den meisten geringqualifizierten Jobs, belege bei den Stellen mit dem größten Zukunftspotenzial aber nur den vorletzten Platz. Muhle betont, dass die SPD bereits in den Kommunalwahlkämpfen 1999 und 2004 ein interkommunales Gewerbegebiet mit Verl genau an der Stelle gefordert habe, wo es nun verwirklicht wird. „Uns wäre lieber gewesen, die Stadt hätte schon damals alles daran gesetzt, um die Flächen zu kaufen und das notwendige Bauleitplanverfahren einzuleiten“, unterstreicht Gerd Muhle. „Dann hätten wir als Stadt die Planungshoheit ausgeübt und nicht ein privater Investor.“ 

CDU befürchtete ausufernde Preisvorstellungen

Vor rund 20 Jahren sei vor allem die CDU gegen das Vorhaben gewesen: „Man befürchtete, dass wegen des hohen Preisniveaus für Gewerbeflächen in Verl auch die Preisvorstellungen der Rietberger Grundstücksbesitzer ausufern würden“, sagt der Ratsherr.

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