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Ein Wald für Bürger soll entstehen – CDU skeptisch

SPD will Baumschutz für das Stadtgebiet

Rietberg (WB). Die CDU nennt ihn Bürgerforst, die SPD spricht von einem Bürgerwald, und beinahe hätten sich beide Fraktionen zusammen getan, um diese Idee mit einem gemeinsamen Antrag voran zu treiben. Daraus wird jetzt aber nichts, wie Gerd Muhle, Fraktionschef der Sozialdemokraten, am Dienstag im Rahmen eines Pressegesprächs erläuterte: „Die Inhalte sind nicht kompatibel.“

Stefan Lind

Stellen verschiedene SPD-Anträge im Rahmen eines Pressegesprächs vor: (von links) Gerd Muhle, Ruth Schrewe, Walter Schrewe, Ulla Ecks, Christiane Schneiders und Friedrich Prill. Foto: Lind

Eigener Antrag zur nächsten Sitzung am 30. Januar

Auf lange Sicht möchte die SPD nämlich eine Baumschutzsatzung fürs Stadtgebiet erreichen, bei der CDU hält man nicht viel von dem Gedanken. Dieser und andere Gründe haben dazu geführt, dass die Sozialdemokraten zur nächsten Sitzung des Umwelt- und Klimaausschusses am Donnerstag, 30. Januar, einen eigenen Antrag verfasst haben. Wichtigster Satz darin: „Der Umwelt- und Klimaausschuss beauftragt die Verwaltung, Flächen vorzuschlagen, um die Waldsituation zu verbessern und einen Bürgerwald entstehen zu lassen.“ Im Rathaus stehe man dieser Anregung durchaus positiv gegenüber, hat Gerd Muhle bereits herausgefunden, „und wir hoffen, dass auch die CDU dabei mitmacht.“

Ein Wald von Bürgern für Bürger

Bei der SPD stellt man sich vor, dass ein Wald von Bürgern für Bürger entsteht: „Jeder Naturfreund kann die Möglichkeit bekommen, für sich oder jemand anders einen Baum zu pflanzen. Geburtstage, Hochzeitstage, Vereinsjubiläen oder weitere Anlässe bieten Gelegenheit dazu, Baumpate zu werden.“ Hauptgewinner dabei sei der Klima- und Umweltschutz: „Gerade in Rietberg könnte so ein Bürgerwald die Flächenbilanz des Waldes von nur 3,6 Prozent verbessern.“

Die Stadt Harsewinkel dient als Vorbild

Als Vorbild nehmen sich Gerd Muhle und Ulla Ecks, die den Antrag gemeinsam formuliert haben, die Stadt Harsewinkel. Dort gebe es bereits eine Fläche von 2500 Quadratmetern Größe, auf der bei einem Abstand von 6 mal 6 Metern 40 Bäume (Stückpreis 250 bis 300 Euro) gepflanzt werden können. Das Grundstück müsse erweiterbar sein, denn in Harsewinkel werde der Platz bereits knapp.

Für die Sozialdemokraten geht es um mehr Transparenz

In der Fraktion legt man aber Wert darauf, dass der Bürgerwald nicht als Kompensation für Baumfällaktionen oder andere Eingriffe in die Natur gedacht sei. Was diese Ersatzaufforstungen angehe, gebe es ohnehin Nachholbedarf. Damit beschäftigt sich ein weiterer SPD-Antrag. Darin wird gefordert, die Verwaltung möge bitte einen Bericht vorlegen über all jene Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die durch Bebauungspläne, Bauanträge und ähnliche Verfahren notwendig werden. Für die Sozialdemokraten geht es um mehr Transparenz, oder wie es Ulla Ecks formuliert: „Wo sind diese Flächen überhaupt?“ Wichtig sei es, den Mitgliedern des Umwelt- und Klimaausschusses regelmäßig die erfolgten Ersatzpflanzungen und deren Standorte in Listenform vorzulegen.

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