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Regent Franz-Josef Sudahl arbeitet bei der Stadt – Bürgermeister gibt ihm frei

»Sunder-Urlaub« für den neuen König

Rietberg-Mastholte (WB). »Sunder-Urlaub« für den König? Das hat es in der Jahrhunderte alten Stadtgeschichte garantiert noch nie gegeben. Doch am Montag war es so weit: Weil Franz-Josef Sudahl neuer Regent der St.-Jakobus-Bruderschaft geworden ist und bei der Stadtverwaltung arbeitet, gewährte ihm sein Dienstherr Bürgermeister An­dreas Sunder (FWG) gerne diese neue Form der Freizeit. »Sunder-Urlaub« eben.

Petra Blöß

Triumphmarsch ins Festzelt: Franz-Josef Sudahl ist neuer Regent der St.-Jakobus-Schützenbruderschaft Mastholte. Der Jubel ist unüberhörbar am Montag exakt um 12.28 Uhr, denn eine große Zahl von Zuschauern verfolgt das Vogelschießen. Foto: Petra Blöß

Und den braucht der frisch gekrönte Regent sicherlich. Zu Erholungszwecken, denn nervenaufreibend war es, das Vogelschießen. Und anrührend war die Freude des Königs, dem fast eine halbe Stunde lang immer wieder die Freudentränen in die Augen schossen.

So sehr hatten er in seinem 50. Lebensjahr und seine gleichaltrige Gattin und Königin Angelika es sich gewünscht, die Königswürde von Martin und Gisela Niermann zu übernehmen, dass der Druck groß war – und die Erleichterung um 12.28 Uhr noch größer. Riesenjubel nicht nur beim König, sondern auf dem gesamten weitläufigen Platz. Tausende säumten den einem Triumphzug gleichen Einmarsch Sudahls ins Festzelt. Einmarsch? Ja, denn die Königsträger hatten ein wenig Mühe mit dem groß gewachsenen Kerl, und der genoss den Fußweg mindestens ebenso sehr wie andere auf den Schultern der Kameraden.

Zwischendurch wird geschunkelt

Heiß ging es her unter den Zeltplanen zur besten Mittagszeit. Die Begeisterung war es schlichtweg, die für Hitzewellen sorgte. Denn Franz-Josef Sudahl – seine Brüder unterstützten ihn am zweiten Gewehr beim Vogelschießen kräftig – ist in Mastholte nicht ganz unbekannt. Sein zweites Hobby neben dem Schützenwesen ist der Karneval, als AKC-Präsident sorgte er lange für die Proklamation der Prinzenpaare in der zentralen Sessions-Sitzung bei Adelmann. Ob sich wohl auch deshalb im Zelt die Grünröcke unterhakten und munter schunkelten, ja sogar vielhundertfach Rietbergs beliebtesten Karnevalsschlager anstimmten: »Die Gläser sind leer, leer, leer...«

Pünktlich wie die Maurer

»Pünktlich wie die Maurer« waren sie, die Jakobus-Aktiven, und über einen langen Zeitraum hinweg zog sich die Warteschlange all jener, die schießen wollten, quer über den Platz. An Günter Brinkhaus (Apfel), Marco Wilhelmstroop (Zepter) und Armin Schnippenkötter (Krone) waren die Insignien schnell vergeben, langweilig aber wurde es deshalb noch lange nicht. Binnen kürzester Zeit fielen die Flügel, entsprechendes Bier mussten Markus Wördekemper und Tobias Kleinewietfeld ausgeben, an eine Pause aber dachte keiner. Wohl auch, weil die beiden Moderatoren des Vogelschießens, Ralf Langenscheid und Hajo Ahrens, zu wahrer Genialität aufliefen. Was braucht es noch ein Schießen angesichts solcher frech-satirischer Dialoge? Sie garantierten feinste Unterhaltung, und was auch immer im Trinkwasser gewesen ist, das sollten alle Büttenredner im Rietberger Land einmal versuchen – großartig! »Hier wird Shake­speare gegeben«, kalauerte das Duo, als der Rumpf schon wackelte, »denn sie wissen nicht, was sie tun.« Sudahl wusste allerdings genau, was er tat, und wurde sichtlich nervös, als immer wieder andere nach der Königswürde griffen. Um 12.28 Uhr die Erleichterung, es ward vollbracht!

Die Flügel fielen binnen kürzester Zeit

Am Sonntag bestimmten vor allem Ehrungen den Programmablauf und hier insbesondere jene für Heinz Borgmeier vom Kirspelpfad. Ihm heftete Bezirksbundesmeister Mario Kleinemeier das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz an. Hohe Bruderschaftsorden gingen an Hans-Josef Ahrens, Manfred Göhlich, Hermann Kaiping und Johannes Röhr.

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