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Rietberg

Tenniscenter soll im September öffnen

Rietberg (ssn)

Fast ein Jahr nach dem verheerenden Brand, bei dem das Tenniscenter am Fischhausweg in Rietberg in Schutt und Asche gelegt wurde, blicken die Brüder Werner und Rainer Löher optimistisch in die Zukunft. Im September wird in der Halle wieder gespielt, sind sich beide sicher.

„Vor vier Wochen war hier noch gar nichts“: Die Brüder Werner (l.) und Rainer Löher stehen vor dem Tenniscenter am Fischhausweg, das am 23. Juli 2020 niedergebrannt ist. Der Wiederaufbau ist in vollem Gang. Foto:

Bis dahin liegt freilich noch jede Menge Arbeit vor den Betreibern. „Vor vier Wochen war hier noch gar nichts“, macht Werner Löher deutlich und weist mit ausladender Geste durch das schummrige Innere der neu errichteten Halle. Der Boden ist bereits gegossen, das imposante Holzskelett, das gleichsam Decke und Wände bildet, verkleidet. Jetzt müsse man nur noch das Wasser herausbekommen, das der Regen der vergangenen Tage gebracht hat, sagt Rainer Löher. Denn erst, wenn alles trocken ist, kann der Schwingboden verlegt werden. 

Dank Schwingboden kann künftig noch komfortabler Tennis gespielt werden

Auf die Neuanschaffung sind die Brüder nicht wenig stolz. Mit ihm sei der Kraftabbau pro Quadratzentimeter deutlich höher, als dies der vorige Untergrund habe leisten können, sagt Werner Löher. So könne künftig noch komfortabler Tennis gespielt werden. Und: „Dieser Standard ist dann einzigartig in einem Umkreis von 100 Kilometern“, betont er. 

Komfortabler gelingt mit der Premierensaison nach dem Brand auch die Temperierung der Halle. Möglich machen es Deckenstrahlplatten, die das althergebrachte Gebläse ersetzen und die Wärme punktgenau dorthin bringen, wo sie benötigt wird. Den Eingangsbereich des Tenniscenters wollen die Betreiber nun großzügiger gestalten und werden dafür den Shop etwas verlagern. „Die restlichen Räumlichkeiten bleiben in der Aufteilung so, wie sie vorher waren“, verrät Werner Löher. 

Statt auf Heizkörper setzen sein Bruder und er nun auf eine platzsparende Fußbodenheizung. In der kommenden Woche soll mit der Elektro-, Sanitär- und Lüftungsinstallation begonnen werden. Auch die Trainerwohnung, die bei dem Feuer im vergangenen Jahr stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, wird wieder hergerichtet. Gleiches gilt für das an das Tenniscenter angrenzende Wohnhaus, das gänzlich abgerissen werden musste. „Wenn wir fertig sind, gilt das hier alles als Neubau“, macht Werner Löher die Dimension der Maßnahme deutlich, für die er mit Gesamtkosten von eineinhalb bis zwei Millionen Euro rechnet. 

Handwerker stehen Gewehr bei Fuß

Alle Handwerker stünden Gewehr bei Fuß, um die Zielmarke September möglichst punktgenau für alle Räumlichkeiten zu erreichen. Dass die Brüder dann wieder an alte, erfolgreiche Zeiten anknüpfen können, scheint wahrscheinlich. „Wir haben keinen einzigen Spieler verloren – im Gegenteil: Es sind weitere Anfragen hinzugekommen“, freut sich Rainer Löher.

Am 23. Juli 2020 entwickelte sich am Fischhausweg ein gemeldeter Wohnungs- zu einem Großbrand. Dabei wurde die Tennishalle vollständig zerstört. Rund 270 Einsatzkräfte von Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen rückten aus, nachdem ein erster Notruf die Kreisleitstelle der Brandschützer kurz nach 14 Uhr erreicht hatte. Eine vierköpfige Familie, die 15 Jahre lang in dem angrenzenden Wohnhaus gelebt hatte, verlor ihr Zuhause. Beamte der Kriminalpolizei durchsuchten anschließend gemeinsam mit Sachverständigen im Rahmen der Ursachenermittlung den Unglücksort. Sie schlossen eine fahrlässige oder gar vorsätzliche Brandentstehung aus. Stattdessen sei ein technischer Defekt wahrscheinlich, hieß es seitens der Polizei.

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