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Ruhrpott-Rampensau Markus Krebs begeistert 1200 Gäste in der Volksbank-Arena

»Urlaub auf den Salmonellen«

Rietberg (WB). Wenn Markus Krebs Urlaub macht, dann ist das eine lustige Geschichte wert. Es geht auf die Salmonellen oder nach Tourette de Mar, sogar der Pilot braucht eine Kotztüte, und vor dem Abflug wird im Dirty-Free-Shop eingekauft. Der Duisburger Kultkomiker hat im Stil von Fips Asmussen 1200 Gäste in der Volksbank-Arena begeistert.

Andreas Berenbrinker

Markus Krebs hat »Spass inne Backen«, sein Publikum auch. Der Duisburger Kult-Komiker hat bei seinem Auftritt im Stil von Fips Asmussen ein Witze-Feuerwerk abgebrannt und 1200 Gäste in der Volksbank-Arena begeistert. Foto: Andreas Berenbrinker

Wer den Hocker-Rocker und »Mann hinter dem Bauch« Markus Krebs bestellt, der bekommt Markus Krebs. Das wissen seine Fans, darauf muss man gefasst sein. Viele seiner Gags sind nicht zitierfähig oder wirken beim Aufschreiben einfach nicht. Krebs kalauert oft unter der Gürtellinie, wird aber nie richtig obszön oder gar beleidigend. Und (natürlich) kommen die derben Gags beim Publikum gut an, das ist gar keine Frage. »Was steht in der SMS, wenn ein Pornodarsteller nicht zum Dreh kann?« »Ich kann nicht kommen.« Oder der: »Eine Bekannte hat jetzt einen Holzdildo erfunden, der ist astrein.« Ja, da lachen sich 1200 Zuschauer kaputt, aber warum auch nicht? Dieser Humor tut keinem weh...

Krebs lässt die Wollmütze fallen

Markus Krebs ist ein großer Fan seines Programms »Pass auf... kennste den?« »Ich habe mir sogar selbst vier Karten für heute Abend gekauft«, sagt er und bekräftigt aus vollstem Herzen, dass der kurze Witz die beste Erfindung aller Zeiten sei. Ein Beispiel: »Haben Sie Tourette?« »Nein, ich bin einfach asozial, du Schlampe!« Oder im Kino: »Ich hätte gerne zwei Karten.« »Für den Hobbit?« »Hören Sie mal, das ist meine Frau!« Oder der klassische Blondinenwitz: »Was machen Sie denn hier in Indien?« »Man hat mir gesagt, das Büro ist am Ende des Ganges!«

Markus Krebs, der sich aufgrund der hohen Temperaturen sogar von seiner ansonsten scheinbar angewachsenen Wollmütze trennt, kann im Stil von Fips Asmussen einfach Witze erzählen und lacht sich darüber auch selbst immer noch kaputt. »Hallo, ich bin der Manni und Sie verlieren Ladung!« Und noch einmal: »Hallo, ich bin der Manni, Sie verlieren Ladung!!« Und dann die Antwort: »Hallo, ich bin der Olli und ich fahre das Streufahrzeug.« Oder er erzählt vom Gerichtsprozess. »Erst hat er gestanden, jetzt muss er sitzen.« Kurz, gut und auf den Punkt gebracht. »Die Engländer haben ihren schwarzen Humor, wir unseren eigenen«,, ist der Fan des MSV Duisburg durchaus stolz auf den typisch deutschen Humor. Der ist eher stumpf, auch mal flach und kommt von hinten aus der kalten Küche. »Aber das ist einfach brillant«, so Krebs. Es gebe nichts Besseres als Kollegen oder Freunde, die nonstop gute Witze erzählen könnten.

Ohne Firlefanz und tiefgründige Pointen

»Sagt der Restaurantchef zum Koch: ›Warum haben Sie hier denn Speinat auf die Karte geschrieben?‹« »Sie haben doch gesagt, ich soll Spinat mit Ei schreiben.« Genau das, so Markus Krebs, seien einfach gute Witze ohne viel Firlefanz und tiefgründige Pointen.

Das Ruhrpott-Original, das in der jüngsten Vergangenheit auch vermehrt auf Auftritte im Fernsehen setzt, glaubt, dass »Leute verarschen das Schönste auf der ganzen Welt ist.« Es dürfe nur nicht wehtun und man müsse seine Grenzen kennen. »Spannen Sie doch einfach mal ein imaginäres Band in der Fußgängerzone.« Krebs geht jede Wette ein, dass die meisten Fußgänger über dieses Band springen oder einen großen Bogen machen.

Markus Krebs hat nichts von der Spontaneität und Kalauer-Dichte seiner Anfangsjahre verloren, aber kleinere Starallüren hat er sich angeeignet. Fotos sind nur noch in den ersten zehn Minuten der Show gestattet und die Bilder müssen aus der letzten Reihe geschossen werden. Das war mal anders und ist ein Wermutstropfen seines amüsanten Auftritts in Rietberg.

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