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Rietberg

Verein bietet Freddy Heim auf Lebenszeit

Rietberg-Varensell (gl) - Bei „Achtung für Tiere“ endet das Jahr mit einem Neuanfang für Hängebauchschwein Freddy. Der Varenseller Verein hat das Tier aus widrigsten Bedingungen gerettet und schenkt ihm nun einen Lebensabend in Freiheit und Frieden.

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Stark übergewichtig und verwahrlost wurde Hängebauchschwein Freddy von dem Verein „Achtung für Tiere“ gerettet. Er lebt nun auf dem Lebenshof in Varensell. Foto:

Ein Notruf hatte die Vorsitzende Astrid Reinke auf den Plan gerufen. Im Zentrum: Tiere, um die sich nach einem Todesfall niemand mehr gekümmert hat. Die Tierärztin schaltete das zuständige Veterinäramt ein, woraufhin etliche Vierbeiner abgegeben wurden. Übrig blieb einzig ein altes, krankes Hängebauchschwein. Es sei 24 Stunden lang Tag für Tag allein in einem Kabuff eingesperrt gewesen, weil der gesetzlich vorgeschriebene Doppelzaun fehlte, teilt Reinke mit. „Durch schlimme Vernachlässigung ist er stark gehbehindert und übergewichtig, hat dicke Lidwülste und Hautprobleme.“

„Wir unterstützen ihn bei allem, was er kann und will“

Nach Gesprächen mit dem Veterinäramt sowie Fachtierärzten für Schweine fiel die Entscheidung, dem auf den Namen Freddy getauften Tier für seine verbleibende Zeit einen Platz inmitten von Hühnern und Katzen auf dem Lebenshof in Varensell zu geben. „Einiges mussten wir dafür bauen. Auch der Transport war ein Riesenproblem, da Freddy schnell in Panik gerät“, berichtet Reinke. In einer stabilen Holzkiste habe man ihn schließlich – unterstützt von mehreren starken Helfern – in einen Pferdehänger verfrachten und zum Hof bringen können.

Es gehe Freddy zwar noch nicht richtig gut, aber schon deutlich besser, sagt die stellvertretende Vorsitzende Frauke Albersmeier. „Er nimmt Anteil an seiner Umgebung und benutzt zusammen mit seinen neuen Freunden das extra für ihn gebaute Gehege. Wir unterstützen ihn bei allem, was er kann und will.“ Zudem stehe man weiterhin in engem Austausch mit Schweinespezialisten, um eine gute medizinische Betreuung zu gewährleisten.

Kurz vor dem Ausbruch der Pandemie hatte der Varenseller Verein mithilfe von Spendengeldern einen Stallbau begonnen. Darin findet das Hängebauchschwein nun einen behaglichen Unterschlupf. „Freddys Vergangenheit können wir nicht ungeschehen machen. Aber jetzt kann er einen Frühling erleben, Vögel zwitschern hören, frische Luft atmen und seine Füße in dickes grünes Gras setzen“, verspricht Albersmeier: „Er soll erdwühlen, zum ersten Mal in seinem Leben schlammbaden und die wärmende Sonne auf seiner Haut genießen.“

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