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Rietberg

Volksbank bald im Club der Milliardäre?

Rietberg-Neuenkirchen (gl) - Die Volksbank Rietberg mit Hauptsitz in Neuenkirchen ist bislang gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Bilanzsumme, wichtiger Gradmesser für den Geschäftsumfang, stieg um 6,8 Prozent und erreicht einen Höchststand von knapp 900 Millionen Euro.

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Auf Wachstumskurs: Die Corona-Krise konnte die positive Geschäftsentwicklung der Volksbank Rietberg nicht stoppen. Die Vorstände (v. l.) Klaus Schnieder, Wolfgang Hillemeier (Vorsitzender) und Lothar Wille blicken vor der Hauptstelle in Neuenkirchen optimistisch in die Zukunft.

„Noch zwei solcher Geschäftsjahre und die Volksbank Rietberg tritt ein in den inoffiziellen Club der Milliardeninstitute“, sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Hillemeier bei der Vorstellung der Bilanz. Der Geschäftsverlauf war gekennzeichnet durch ein starkes Wachstum (5,3 Prozent auf 588 Millionen Euro) bei den Kundeneinlagen. Auch die Vermögenswerte, die die Volksbank für ihre Mitglieder und Kunden auf dem Wertpapiermarkt verwaltet, zogen deutlich um neun Prozent auf 261 Millionen Euro an.

„Förderbank Nummer eins“

Während viele Kreditinstitute aktuell nicht wissen, wie sie die Geldzuflüsse in ihrer Bilanz unterbringen sollen, können sich die Rietberger in dieser Beziehung glücklich schätzen. Vorstandsmitglied Klaus Schnieder: „Wir spüren eine anhaltend starke Kreditnachfrage. Die breit aufgestellte mittelständische Wirtschaft und auch der private Wohnungsbau in der Region florieren.“ Erfreuliches Ergebnis aus Sicht der Bank: Ein Anstieg des bilanziellen Kreditvolumens um 10,3 Prozent auf 733,2 Millionen Euro. Unter Einschluss der Kredite, die an Spezialinstitute aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe vermittelt wurden, kommt die Volksbank Rietberg auf ein Ausleihungsvolumen von 972,2 Millionen Euro (plus 8,6 Prozent). Einen Schwerpunkt nimmt dabei laut Schnieder die Immobilienfinanzierung ein. Worauf die Rietberger besonders stolz sind: In ihrer Vergleichsgruppe sind sie unter den NRW-Kreditgenossenschaften im fünften Jahr hintereinander die „Förderbank Nummer eins“. Klaus Schnieder: „Keine andere Volksbank zwischen Rhein und Weser vermittelt in Relation zu ihrer Größe für die Kundschaft derart viele zinsgünstige Darlehen öffentlicher Anbieter.“

Ein Beispiel: 374 Investitionsvorhaben (plus 51 Prozent) aus der gewerblichen Wirtschaft, der Landwirtschaft und dem privaten Wohnungsbau begleitete die Volksbank im vorigen Geschäftsjahr mit staatlich geförderten Krediten mit einem Gesamtvolumen von 75,3 Millionen Euro. Einen Wermutstropfen gibt es für die Kunden. Wegen des seit Jahren anhaltenden Niedrig- und Negativzinsniveaus hat der Volksbank ab 2021 flächendeckend Verwahrentgelte für Guthaben eingeführt. Vorstandsmitglied Lothar Wille: „Das war für uns eine leider unumgängliche Entscheidung. In Zusammenarbeit mit unseren Verbundpartnern bieten wir den Kunden alternative Anlagestrategien, um dennoch positive Renditen zu erzielen.“

Konsequent auf digitale Zugangskanäle gesetzt

Umdenken musste die Volksbank Rietberg mit Beginn der Corona-Pandemie vor ziemlich genau einem Jahr. Denn das Geschäft, das das Institut seit mehr als 135 Jahren erfolgreich betreibt, lebt vor allem vom persönlichen Kontakt von Mensch zu Mensch. „Nach dem ersten Shutdown mit teilweisen Schalterschließungen und erhöhten Hygieneauflagen war kreatives und rasches Umsteuern gefragt“, erinnert sich Vorstandsvorsitzender Wolfgang Hillemeier. Um den Draht zu den 32 400 Kunden – jeder dritte Einwohner im Geschäftsgebiet –nicht abkühlen zu lassen, baute das Institut seine elektronischen Zugangswege aus. Vor allem im zweiten Halbjahr nahm der Vertrieb wieder Fahrt auf, was unterm Strich zu einem passablen Endergebnis führte. Wolfgang Hillemeier: „Das Jahr 2020 war schwierig. Mit dem Verlauf sind wir aber alles in allem zufrieden.“

Ausgewiesen hat die Rietberger Volksbank einen Jahresüberschuss von 1,3 Millionen Euro, was dem Vorjahreswert entspricht. Sofern die voraussichtlich Anfang September in der Basilika des Rietberger Bibeldorfs tagende Vertreterversammlung dem Vorschlag zustimmt, soll an die 16 762 Mitglieder – darunter 264 neue Bankteilhaber – als Gewinnbeteiligung eine Dividende in Höhe von zwei Prozent auf die gezeichneten Geschäftsguthaben ausgeschüttet werden. Die Volksbank Rietberg ist außer im Stadtgebiet auch mit Filialen in Langenberg, Schloß Holte-Stukenbrock und dem lippischen Augustdorf vertreten.

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