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Rietberg

Weniger Kinder lernen schwimmen

Rietberg (sud) - Können immer weniger Kinder in Rietberg schwimmen? Diese Frage treibt Diana Kochtokrax (CDU) um. Die Vorsitzende des Ausschusses für Sport, Soziales und Kultur verweist darauf, dass im zurückliegenden Jahr pandemiebedingt keine Kurse für Schwimmanfänger stattfinden konnten.

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Während der Corona-Pandemie sind die Schwimmkurse für Kinder, die die Stadt Rietberg normalerweise regelmäßig anbietet, vollständig zum Erliegen gekommen. Der Ruf nach zusätzlichen Angeboten für Jungen und Mädchen, die den Sprung ist kalte Nass wagen wollen, wird daher laut.

Die Befürchtung von Diana Kochtokrax könnte sich bewahrheiten. Das zumindest legt die Antwort der Stadtverwaltung nahe, die Rathausmitarbeiter Dominik Bartels in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses vortrug. Demnach bietet die Stadt „unter normalen Umständen“ fünf Schwimmkurse mit jeweils zehn Übungsstunden pro Jahr für Kinder an. Aber: „Aufgrund der Corona-Pandemie sind die von der Stadt Rietberg organisierten Schwimmkurse seit einem Jahr leider ausgefallen.“

Bedenkliche Entwicklung

Theresa Funke (CDU) vermutete vor diesem Hintergrund, „dass nach den Sommerferien etliche Kinder in die Grundschulen wechseln werden und noch nicht schwimmen können“. Diese Entwicklung sei bedenklich. Sie regte an, zusätzliche Schwimmkurse anzubieten, sobald dies aufgrund der Virus-Krise wieder möglich ist. Zudem schlug Theresa Funke vor, dass die Schwimmmeister im Freibad Eltern, deren Nachwuchs die selbstständige Fortbewegung im kühlen Nass erlernen soll, Hilfestellung geben könnten.

Letzteres sei seit vielen Jahren gelebte Praxis, erläuterte Bürgermeister Andreas Sunder. Die Fachkräfte seien allesamt erfahrene Schwimmer und verstünden sich als Serviceschnittstelle für alle Besucher der Einrichtung am Torfweg, die fachspezifische Fragen haben. „Die Beratung von Eltern mit Kindern, die das Schwimmen erlernen wollen, sollte daher absolut kein Problem sein“, sagte Sunder.

Keine kommunalen Kurse während der Freibad-Monate

Anders sei es jedoch mit den ebenfalls von der CDU ins Gespräch gebrachten zusätzlichen Schwimmkursen im Freibad. Die Freizeit- und Sportstätte sei dafür nicht der geeignete Ort, besser sei die Nutzung des Hallenbads neben dem Sportplatz des Schulzentrums, unterstrich der Bürgermeister.

In dem überdachten Bad, in dem die Stadt nur Mieterin ist, finden nach Auskunft von Dominik Bartels auch bislang die kommunalen Schwimmkurse statt. Diese fünf Lehrgänge im Jahr werden in der Regel außerhalb der Freibadsaison von September bis April durchgeführt. Während der Sommermonate sei an zusätzliche Kurse nicht zu denken, weil die Schwimmmeister dann alle Hände voll im Freibad zu tun hätten, erklärte Bartels.

Bis zu zehn Jungen und Mädchen können an den kommunal organisierten Schwimmkursen teilnehmen. Die Betreuung erfolgt durch jeweils eine städtische Bäder-Fachkraft und eine weitere Aufsichtsperson.

Dünne Personaldecke

Mit Blick auf die dünne Mitarbeiterdecke kommt Dominik Bartels zu folgendem Schluss: „Sollten zusätzliche Kurse seitens der Stadt angeboten werden, wäre eine Aufstockung des Personals vorzunehmen.“

TuS Viktoria sichert Unterstützung zu

Weiterer Veranstalter von Anfängerlehrgängen ist die Schwimmabteilung des Sportvereins TuS Viktoria Rietberg. Sie führt nach Auskunft Bartels’ im Zeitraum von Februar bis Juni sowie von September bis Januar jeweils einen Kinderschwimmkursus mit zwei Terminen pro Woche und maximal zehn Teilnehmern im Hallenbad durch. „Grundsätzlich bestünde beim TuS die Bereitschaft, zusätzliche Kurse anzubieten, wenn dafür entsprechende Hallenbadzeiten vorgehalten werden“, erläuterte Bartels. Denkbar sei die Zeitspanne zwischen April bis zum Beginn der Sommerferien.

DLRG prüft Wiedereinstieg

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Rietberg bietet zurzeit keine Schwimmkurse an. „Inwieweit bei zusätzlichen Hallenbadzeiten Lehrgänge stattfinden könnten, stimmt die DLRG momentan intern ab“, sagte Bartels. Weitere mögliche Anbieter von Kinderschwimmkursen seien der Stadt nicht bekannt.

Kostenfrage klären

Keinen Hehl machte Bartels daraus, dass Extra-Lehrgänge im Hallenbad wohl nur dann machbar wären, wenn die Stadt ihre Nutzungszeiten in dem privat von der Firma Eggersmann betriebenen Becken erhöhe. Mit zusätzlichen Mietkosten für die Kommune sei dann jedoch zu rechnen. Inwiefern zusätzliche Schwimmkurse im Hallenbad möglich sind und mit welchen Kosten sie verbunden wären, soll nun geprüft werden.

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