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Ausstellung im Foyer der Cultura eröffnet – Schüler erläutern die Exponate

Wie da Vinci Kunst und Technik verband

Rietberg (WB). »Das ist eine Präsentation, wie es sie nicht alle Tage gibt«, geriet stellvertretender Bürgermeister Detlev Hanemann am Sonntag ins Schwärmen. »Diese Exponate werden zahlreiche Betrachter anlocken, da bin ich mir sicher.« Was den Politiker so in Begeisterung versetzt, das ist eine Ausstellung mit 20 Kons­truktionen, die auf dem Schöpfergeist von Leonardo da Vinci (1452 – 1519) beruhen.

Petra Blöß

Diese Ausstellung begeistert Generationen – zahlreiche Exponate rund um die Ideen Leonardo da Vincis sind interaktiv, sprich: es darf ausprobiert werden, was sich das Genie hat einfallen lassen. Foto: Petra Blöß

»Bewegende Erfindungen«, so lautet der Titel des Projektes, das die Gruppe »Leonardo« an der Fachhochschule Bielefeld vor nunmehr 14 Jahren gestartet hatte. Sie erweckte damit die intensive Verknüpfung von Kunst und Technik, die zu Lebzeiten des Genies an der Tagesordnung war. In der Auseinandersetzung mit da Vincis Kreativität und Phantasie entstanden aus den jahrhundertealten Vorgaben in Form von Ideenskizzen zahlreiche funktionelle Modelle. Letztlich wurden es über 100 solche plastischen Entwicklungen, die seit Jahren in Ausstellungen quasi um die halbe Welt zu sehen gewesen sind.

Nun also ist es dank außerordentlichem Engagement aller Beteiligten gelungen, die Präsentation von internationalem Format nach Rietberg zu holen. Ein Umstand, der gerade auch die naturwissenschaftlichen Fachschaften begeistert. Tatsächlich, wer am Sonntag der Eröffnung, so wie die Schulleitung, Vertreter der FH Bielefeld, der Eltern- und Schülerschaft beiwohnte, der war schnell in den Bann gezogen von dem, was einem Leonardo da Vinci schon Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts eingefallen ist. Modelle hinter Glas wie etwa das »Tretboot« sind die Ausnahme, die meisten Exponate dürfen nicht nur, sie sollen sogar angefasst werden.

Exponate dürfen auch angefasst werden

Zum 275-jährigen Bestehen des Gymnasiums ist den Programmorganisatoren da ein besonderer Coup gelungen und noch dazu einer, der auch in der Unterrichtsbegleitung hohen Wert hat. Eigens für die Ausstellung wurde eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, in der acht Jugendliche des neunten Jahrganges sich intensiv mit dem Künstler und dessen Werk ausein­andergesetzt haben. Sie können den Besuchern nicht nur eine Einführung in die allgemeine Thematik geben, sondern auch die einzelnen Exponate erklären und so die Gäste fachkundig durch die Ausstellung im Foyer der Cultura begleiten. Hanemann würdigte das: »Die Präsentation an sich ist schon einzigartig«, aber diese Einbindung der Schüler sei quasi das »I-Tüpfelchen«. Sein Dank galt allen Beteiligten, auch den Studenten der Bielefelder Fachhochschule, die diesen in der modernen Zeit schwierigen Spagat zwischen Kunst und Technik in herausragender Weise gemeistert hätten.

Noch bis zum 4. Juli können die Meisterwerke erkundet werden, öffentlich zugänglich ist sie samstags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt fünf Euro, Inhaber von Gartenschauparktickets haben freien Zutritt.

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