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AWO übergibt an der Pollhansschule 24 Tüten mit Lebensmitteln für bedürftige Familien

Acht Kilogramm schwere Hilfe

Schloß Holte-Stuk...

Spaghetti, Reis, Kakao, Tee, Honig, Schokolade oder gelatinefreie Gummibärchen.

Dirk Heidemann

AWO-Geschäftsführerin Ulrike Boden (von links), Tanja Mader (Fachbereich Bildung, Sport und Kultur), Irmgard Heimbrodt (Leiterin Pollhansschule) und Susanne Brückner-Wentzlaff (AWO-Fachberatung Bildung) mit einer Auswahl der Lebensmittel. Foto: Dirk Heidemann

Insgesamt acht Kilogramm Lebensmittel befinden sich in jeder Tüte, die im Rahmen einer Aktion des Kreisverbandes Gütersloh der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an Familien mit Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepakt (BuT) verteilt werden. 24 davon wurden nun an der Pollhansschule übergeben.

Die Tüten können von den Eltern direkt mitgenommen werden, wenn sie ihre Kinder aus der Schule abholen, werden auf Wunsch aber auch von AWO-Mitarbeitern direkt zu den Familien nach Hause gebracht. Neben den Lebensmitteln ist auch ein Brief und eine Broschüre enthalten, die auf Angebote hinweist. „Wir haben immer ein offenes Ohr und wollen die Familien unterstützen“, sagt AWO-Geschäftsführerin Ulrike Boden.

Aufgrund der Corona-Pandemie und des anhaltenden Lockdowns haben viele Kinder nicht mehr die Möglichkeit, an der warmen Mittagsverpflegung im Offenen Ganztag teilzunehmen und von den Leistungen des Jobcenters zu profitieren. Durch die Mehrausgaben für Lebensmittel kommen nun viele Familien in finanzielle Schieflagen, da die sonst vom Jobcenter übernommenen Verpflegungskosten nicht kompensiert werden.

„Der aktuelle Corona-Erlass ermöglicht es Trägern wie der AWO, nach Absprache mit dem Jobcenter Geld zu bekommen, das als Gegenwert für das entgangene Mittagessen dient. Dieses Geld haben wir für unsere Aktion verwendet“, sagt Ulrike Boden. 88 Grundschüler der Pollhansschule gehen in die OGS. 24 von ihnen gehören Familien an, die Anspruch auf Leitungen aus dem BuT haben – und alle diese Kinder sind während des jüngsten Lockdowns zu Hause geblieben. „Das zeigt, was für ein Bedarf vorhanden ist“, so Ulrike Boden.

„Jede Tüte hat einen Warenwert von etwa 40 Euro. Bei den Produkten haben wir bewusst Markenware gewählt und nicht den Bereich gut und günstig“, sagt die mit der Organisation betraute Susanne Brückner-Wentzlaff aus der AWO-Fachberatung Bildung. Sie betont, dass die Lebensmittel bezüglich ihrer Inhaltsstoffe auch für muslimische Familien unproblematisch sind. Unterstützung in Form von Räumlichkeiten, in denen etwa 1000 Tüten für Kinder im gesamten Kreisgebiet gepackt worden sind, sowie zehn Helfern kam von der AHS Beratung, Bildung und Qualifizierung, einer Tochtergesellschaft der AWO. „Die AHS hat in Gütersloh eine große Fabrik. Bei der AWO hätten wir die Paletten an Lebensmitteln gar nicht lagern und die Riesenberge an Tüten nicht packen können“, sagt Ulrike Boden

Insgesamt betreut die AWO in Schloß Holte-Stukenbrock 269 Kinder, davon sind 55 BuT-berechtigt. Das entspricht etwa 20 Prozent. In anderen Kommunen des Kreises gibt es Schulen mit einem Anteil von bis zu 50 Prozent. „Wir erleben immer wieder, dass Kinder depressiver werden, weil sie Angst vor Corona und die Auswirkungen der Pandemie haben“, sagt Ulrike Boden. Probleme gebe aus auch beim Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken in der Schule, wenn die Eltern der Kinder erklärte Corona-Gegner sind.

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